Online Coaching Is So Hot It’s Now Disrupting Leadership Development

Noch einmal Josh Bersin: War es gestern noch Gaming, das er als „new killer app“ vorstellt, ist es heute Online-Coaching: „Online coaching has become a white-hot market and it’s totally disrupting leadership development.“ Die neuen Anbieter sind Marktplätze, auf denen Kunden und Coaches zusammengebracht werden. Dazu gehören Assessments, AI, Lernangebote und Entwicklungspläne. Eine wachsende Zahl an Funktionen und Peripherie-Diensten, so der Autor.

Wie immer verlinkt Josh Bersin konkrete Anbieter, zitiert Erfahrungsberichte, skizziert Entwicklungen und spekuliert, wohin die Reise noch führen könnte. Und, ja, dazu gehört auch der obligatorische Satz zum Metaverse. Nun wird hier natürlich vor allem der amerikanische Markt bzw. der Markt internationaler Großunternehmen beschrieben. Vielleicht erklärt das den Hinweis auf die „Demokratisierung des Coaching“: „Every employee, every supervisor, and every manager can now have a coach. When you do business with the vendors listed above, per-session costs can be as low as $200, letting companies invest in coaching for everyone.“
Josh Bersin, Blog, 26. Januar 2022

Bildquelle: Toa Heftiba (Unsplash)

What Could Web3 Mean for Education?

In den letzten Jahren waren es noch Artikel, die vorsichtig nach der Bedeutung der Blockchain für die Bildung gefragt haben. Jetzt ist die Diskussion, so mein Eindruck, breiter geworden. Web 3.0, die Idee eines dezentralen Internets, taucht vermehrt in den Überschriften auf. Darunter gruppieren sich dann Blockchain, Kryptowährungen, NFTs (non-fungible tokens) und DAOs (decentralized autonomous organizations) ein. Und es darf munter spekuliert werden, ob, wie und wann sich Bildungs- und Lernprozesse unter diesen Vorzeichen verändern.

Eine mögliche Richtung: Bildung und Lernen lösen sich von den großen Institutionen und werden auf neuen Marktplätzen zwischen den Beteiligten direkt ausgehandelt. Das liest sich dann zum Beispiel so: „In the vein of MOOC platforms, Web3 systems could make it easier to “unbundle” college courses from degree programs and universities, enabling individuals to sign up for whatever classes they want and instructors to market their courses to consumers directly, says Vriti Saraf, a former charter school teacher and administrator and Teach for America alumna who founded a startup called k20 Educators.“

Aber, so die Autorin, um die neue Welt streiten sich „Missionare“ und „Söldner“, also Menschen mit Visionen und solche auf der Suche nach dem schnellen Geld. Und dann kommt noch das Metaverse hinzu, das im Artikel gleich zum Eduverse mutiert. Kurz: Wer seinen Ideen und Fantasien einmal freien Lauf lassen möchte, wird in diesem Beitrag fündig. Aber, das sei hinzugefügt, es kommen auch Skeptiker zu Wort: „Not everyone is sold on this vision, though. Blockchain credentials are currently “a solution in search of a problem,” says Kevin Werbach, a professor of legal studies and business ethics at the Wharton School at the University of Pennsylvania.“
Rebecca Koenig, EdSurge, 24. Januar 2022

Bildquelle: Hitesh Choudhary (Unsplash)

Stimmungsbild der twitternden Pädagoginnen und Pädagogen zum Jahreswechsel 2021/22

Nele Hirsch (eBildungslabor) hat zum Jahreswechsel via Twitter zu einer kurzen Online-Umfrage eingeladen („Pädagogischer Ausblick auf 2022“). Von „Wie blickst Du in pädagogischer Hinsicht auf das Neue Jahr?“ bis „Welche Veranstaltung/ was für ein Veranstaltungsformat wünschst Du Dir 2022?“ Die eingesammelten Stichworte – über 900 Menschen haben mitgemacht! – hat sie unter folgenden Überschriften zusammengefasst:

„1. Wider das Ausgebranntsein! …
2. Resilienz als wichtigste Kompetenz …
3. Noten ade …
4. Mehr Zeit! …
5. Lernen – am liebsten Peer to Peer und sowohl vor Ort als auch online …“

Besonders den letzten Punkt werde ich als Einstieg in zukünftige Präsentationen gut gebrauchen können. Wie schreibt Nele Hirsch: „Auf diese Frage [nach dem „Wunsch-Veranstaltungsformat“] gab es eine ganz eindeutige, häufigste Antwort: Barcamps! Offensichtlich schätzen sehr viele Menschen das zielgerichtete Peer to Peer Lernen und den gewinnbringenden Austausch in diesem Format. Neben Barcamps werden auch andere Peer-to-Peer Formate wie Stammtische, Mikrofortbildungen … genannt.“
Nele Hirsch, eBildungslabor, 3. Januar 2022

Bildquelle: Nele Hirsch

Digitales Lernen floriert in der Pandemie

Das mmb Institut hat wieder die Geschäftszahlen von 37 Unternehmen eingeholt und versucht, der wirtschaftlichen Entwicklung der E-Learning-Branche auf die Spur gekommen. Das Wichtigste: Trotz oder gerade wegen der Pandemie kann die Branche offensichtlich für 2020 ein Umsatzwachstum von 16,2 Prozent verzeichnen. Dominiert wird die Entwicklung, so die mmb-ExpertInnen, allerdings von den sechs größten Unternehmen, die sich am Branchenmonitor beteiligt haben. Sie geben den Takt vor. Allerdings ist auch am anderen Ende der Skala offensichtlich Bewegung: Es gibt wieder einige erfolgreiche Start-Ups auf dem deutschsprachigen Bildungsmarkt, und es wurde 2021 kräftig in EdTech investiert.

Ach ja, bei den sechs größten Unternehmen handelt es sich 2020 um WBS Training AG, SAP, ComCave Group, Haufe Group, imc und tts.
mmb Institut, mmb-Branchenmonitor „E-Learning-Wirtschaft“ 2021, Dezember 2021 (pdf)

Nachtrag (12.01.2022): „Agenturtagebuch E-Learning 10-1-2022“ (Guy Fischer, 10.01.2022)

ENC173 – Corporate Learning Trends 2022 und Rückblick auf das Jahr 2021

Noch im alten Jahr waren Gudrun Porath und ich eingeladen, an einer Folge des Education NewsCast, des “Podcast zu News, Trends, Grundlagen zu den Themen Weiterbildung, Training, Corporate Learning, New Work”, teilzunehmen, die von Christoph Haffner und Thomas Jenewein (beide SAP) so fleißig wie kompetent moderiert werden. Wenn ich der Zählung folge, handelt es sich bereits um die 173. Folge! Circa 60 Minuten haben wir uns über alte und neue Trends unterhalten.

 

 

Das Schöne: Ich muss gar nicht zusammenfassen, worüber wir uns im Einzelnen ausgetauscht haben, denn das hat Johannes Starke in einem Blogbeitrag zum Jahresbeginn bereits ausführlich getan und gleich um eigene Gedanken und weitere Links erweitert!!
Education NewsCast, openSAP, Folge 173, 4. Januar 2022

 

Predictions for 2022: Everything Is About To Change

Ich bin kein großer Fan von „predictions“, aber Josh Bersins Ausblicke sind Pflichtlektüre. Zwar schaut er immer auf HR als Ganzes, aber seine Schwerpunktthemen bilden schon seit Jahren „Learning & Development“ und „HR Technologies“. Natürlich könnte man auch argumentieren, dass das die Schwerpunkte in HR sind und Josh Bersin sie nur abbildet. Wie auch immer. Es gibt diesen Beitrag als Teaser, der „four big trends“ hochhält, und einen Report (23 Seiten), der, etwas ausführlicher, mit vielen Beispielen und einigen Schaubildern, 15 Themen setzt.

Hier die vier „großen“ Trends:
„First, It’s clear to me that we’re going to be in a very tight labor market. …
Second, we are about to witness the unleashing of the most incredible technology I’ve ever seen. …
The third big change is a new conversation about culture. …
The fourth thing that I want to highlight is the changed role of HR. …“

Nichts davon ist neu oder überraschend, abgesehen vielleicht von der Dringlichkeit, mit der Josh Bersin einleitend auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes hinweist: vom Arbeitskräftemangel über die Pandemie bis zur digitalen Transformation. Weitere Stichworte des Reports sind „hybrid work“, „the emergence of the metaverse“, „KI“, „sustainability“ (!), „employee experience“, „people analytics“  und immer wieder „skills“: von „PowerSkills“ (Empathie, Vergebung, Demut) bis zur „skill taxonomy“.

Natürlich hat sich Josh Bersin auch wieder an einem interessanten Schaubild versucht, das die zukünftige „learning infrastructure“ aus seiner Sicht abbildet, ein Lern-Ökosystem aus technischer Perspektive:

Quelle: The Josh Bersin Company, 2021

Josh Bersin, Blog, 15. Dezember 2021

Good things happen slowly, bad things happen fast

Doug Belshaw ist seit Jahren aktiv an der Entwicklung von Open Badges beteiligt. In diesem Rückblick („Reflecting on a decade of the Open Badges ecosystem“) nutzt er Gartners Hype Cycle, um zehn Jahre Badge-Entwicklung einzuordnen. Seine Stationen: Technology Trigger (2011–13), Peak of inflated expectations (2014), Trough of disillusionment (2015–16), Slope of enlightenment (2017–19) und Plateau of productivity (2020+). Für den deutschsprachigen Raum wäre ich jetzt mit dem Ausruf „mainstream“ noch vorsichtig. Aber das wachsende Interesse an Badges ist auch hierzulande nicht zu übersehen.

Wie auch immer: Doug Belshaw verlinkt im Artikel noch eine Reihe aktueller Projekte und Initiativen. Stichworte sind Open Badges 3.0, Comprehensive Learner Record (CLR) und eine Liste mit „badge issuing platforms“.

„One of the reasons I got involved in Open Badges a decade ago was because I wanted a world where young people, including my own children, could choose whether to go to university. With development such as CAYG and providers such as Multiverse enabling professional apprenticeships, I feel that we’re getting there.

But more than that, I feel like Open Badges and the work around it is enabling a world where a much wider and more diverse set of skills are valued. And that’s got to be something worth celebrating!“
Doug Belshaw, We Are Open Co-op/ Blog, 30. November 2021

Hacks, Tipps & Tricks zum Thema “Learning mit KI – die Zukunft ist bereits da”: Interview mit Dr. Daniel Stoller-Schai (HRM Hacks Podcast Episode #40)

KI und Bildung, das heißt, folgt man den Stichworten dieses Interviews, vor allem Effizienzsteigerung durch Automatisierung. Hinzu kommen neue Services, die bis heute so aufwendig sind, dass sie nie in der Breite umgesetzt werden konnten wie zum Beispiel individuelle Lernempfehlungen. Daniel Stoller-Schai gibt hier einen guten Überblick über verschiedene KI-Anwendungsfelder: vom automatischen Kuratieren von Lerninhalten, dem automatischen Generieren und Auswerten von Aufgaben und Tests, bis eben zu jenen Lernempfehlungen. Das Ganze verbindet er mit konkreten Tipps für Learning Professionals, die sich mit dem Thema KI auseinandersetzen wollen. Gefallen haben mir auch die Hinweise auf einzelne Startups, die hier schon aktiv sind.

Doch ein wichtiger Satz fällt aus meiner Sicht am Ende des Gesprächs, als es um die Auswirkungen der KI auf die Profession geht. Dort heißt es optimistisch: „Wenn ich als Learning Professional tatsächlich am Thema Lernen interessiert bin, kann ich mich wieder mehr auf Themen wie Pädagogik, Didaktik, Methodik, Gestaltung von Lernprozessen, Unterstützung von Lernprozessen fokussieren. Und bin befreit von den eher langweiligen Administrationsaufgaben der Vergangenheit.“ Ich hoffe, dass diese Rechnung auch so aufgeht.
Alexander R. Petsch, Gespräch mit Daniel Stoller-Schai, HRM.de, 18. November 2021

Bildquelle: geralt (pixabay)

Innovation in L&D and HR part 1

Donald H Taylor fragt im Rahmen seiner L&D Global Sentiment Survey (GSS) einmal im Jahr „What will be hot in workplace L&D in [this year]?“ Jetzt hat er eine zweite Umfrage, „People And Technology Innovation survey (PATI)“,  gestartet, wieder mit einer einzigen Frage: „Which HR/L&D issues are you looking to solve with innovative technologies?“

Über die Lücke, die er mit der neuen Umfrage schließen will, sagt er: „Where the GSS focuses on sentiment – what people feel will be hot in L&D the following year – the PATI examines what people are actually doing that is innovative.“

In diesem Artikel liefert er einige Zahlen und Daten zur Umfrage, geht auf die Auswahloptionen und einige wichtige Einschränkungen ein und stellt kurz die Ergebnisse vor. Das Ganze muss wirklich als Pilot gelesen werden. „Personalised Learning“ führt jedenfalls die Liste an. In einem zweiten Blogbeitrag geht er noch auf die Unterschiede zwischen UK, Europa und Nordamerika ein. Dabei versucht er zum Beispiel zu erklären, warum „collaborative work and learning“ in Europa offensichtlich eine sehr viel größere Rolle spielt als in UK. So richtig gelingt es ihm nicht …

„Does geography matters in L&D and HR innovation? The answer is clearly yes, but we can’t yet explain why.“ Mal schauen, ob und wie sich dieses Projekt entwickelt.
Donald H Taylor, 8. November 2021

6 learning strategies to address pandemic-triggered trends

Mir gefallen die Punkte, die der Beitrag anspricht, auch wenn er „nur“ sensibilisiert, aber nicht aufzeigt, wie diese Trends und Beobachtungen adressiert und ins Tagesgeschäft überführt werden können.

„- Sharpening crisis and change management skills …
– Ensuring wellness by addressing burnout …
(„Forward-looking L&D strategies incorporate a focus on self-care and wellness, with tools and guidance to help employees in these areas.“)
– Rebalancing learning for a new normal …
– Accelerating adaptation to a changing world …
(„Learning professionals will need to make science literacy part of professional/leadership skills, tailored to their industry, organization and employee base.“)
– Going mainstream with cultural competence and citizenship …
– Establishing a sense of belonging in the workplace …“
Britt Andreatta, Chief Learning Officer, 11. November 2021

Bildquelle: Chang Duong (Unsplash)