Was uns der Fall Facebook/ Cambridge Analytica lehren sollte

Fast hätte ich übersehen, dass sich hinter diesem Titel der vierte Eintrag im digitalen Tagebuch des Dr. D. verbirgt. Dr. D., mit bürgerlichem Namen Markus Deimann und Bildungsforscher aus Lübeck, nimmt den Fall Facebook/ Cambridge Analytica zum Anlass, um noch einmal auf die Illusion des sozialen Internets hinzuweisen, über die sich längst die Wirklichkeit einer kommerziellen Dienstleistung gelegt hat.

Können hier technologische, politische und juristische Regelungen helfen? Wahrscheinlich nicht. Weil sie den Aktivitäten von Facebook und Co. nur hinterherlaufen. Markus Deimann hält die Fahne der Bildung als „eine Art persönliches Betriebssystem“ hoch, „das verantwortlich ist, wie wir die Welt wahrnehmen und uns zu ihr verhalten“. Das ist gut, doch sicher auch kein Stoppschild für die Netzgiganten. Markus Deimann legt deshalb nach:

„Eine zweite, bisher nur ansatzweise diskutierte Möglichkeit zur Förderung von Ordnung beziehungsweise Orientierung ist darum eine aktive Medienarbeit. Diese sollte über instrumentelle Aspekte wie Anleitungen zur Nutzung von Tablets oder Apps hinausgehen und insbesondere die sozialen und kulturellen Implikationen der Digitalisierung in den Blick nehmen. … Es gilt, die Medienbildungspotenziale der Digitalisierung systematisch und ideologiefrei zu untersuchen und entsprechende Konzepte für Schule, Hochschule und Zivilgesellschaft zu entwickeln.“

Nun ja …
Markus Deimann, MERTON – Onlinemagazin des Stifterverbandes, 22. Mai 2018

Bildquelle: Book Catalog (Flickr, CC BY 2.0)

Teens, Social Media & Technology 2018

Fürs Protokoll: Die Ergebnisse einer Befragung amerikanischer Jugendlicher (13 – 17 Jahre) haben jetzt noch einmal unterstrichen, wie sich die Präferenzen verschoben haben. YouTube, Instagram und Snapchat liegen in der Gunst vorne, Facebook folgt auf Platz 4, dann Twitter. Und ohne Smartphones geht im Alltag Jugendlicher nichts mehr. 45 Prozent von ihnen sagen, dass sie rund um die Uhr online sind.
Monica Anderson und Jingjing Jiang, Pew Research Center, 31. Mai 2018

CL Sprint: Lernen in Netzwerken – WOL als Mitarbeiterinitiative bei Siemens

Die Resonanz auf unseren ersten Corporate Learning Sprint in Zahlen: 99 Teilnehmende an der Live-Online-Session am Mittag und über 40 Kommentare zum Beitrag der Initiatoren auf colearn.de. Den Rahmen dafür haben die Mitglieder der WorkingOutLoud-Initiative bei Siemens, Benedikt Pape, Harald Lauritsch und Nico Rander, geschaffen.

Hier kurz die Informationen, die sie allen Sprint-Interessierten mit auf den Weg gegeben haben:
– die Story „WOL bei Siemens“
– zwei zentrale Fragen zur Diskussion
(„Wie viel “Anschubhilfe” verträgt das auf Selbstorganisation beruhende WOL-Prinzip? Und wie viel “Management-Attention” (und damit Jagd nach messbarem Produktivitätsfortschritt, KPIs, ROIs, usw.) braucht und verträgt dieses zutiefst persönliche Potentialentfaltungsprogramm, namens WorkingOutLoud?“)
– Hintergrundmaterialien

Hinzu kommt eine engagierte Moderation der Tagesaktivitäten und Diskussionen. Ein gelungener Start!

„Working Out Loud gewinnt an Bekanntheit bei Siemens: Ein Zusammenschluss engagierter WOL Enthusiasten hat sich im Sommer 2017 zum Ziel gesetzt die WOL-Bewegung in den Siemens-Konzern zu tragen. Das #WOLkickoff (Twitter) mit John Stepper und 200 Interessierten (siehe auch LinkedIn-Post), teils weltweit angereisten Siemensianern hat am 3.11.2017 sicher einen großen Schub in Sachen Beteiligung und Bekanntheit gebracht. In engem Kontakt mit der WOLCoP und der gesamten WOL-Community haben wir Siemens-intern viele Hilfestellungen aufgebaut. Damit wollen wir Mitarbeitern den Einstieg in WOL erleichtern: …“

Benedikt Pape, Harald Lauritsch und Nico Rander, Corporate Learning Community, 9. März 2018

Social Media zum Lernen nutzen

Im dritten und letzten Teil des Dossiers „E-Learning“ geht es um den Einsatz von Social Media in Lehr-/ Lernkonzepten. Drei Checklisten informieren über Vor- und Nachteile und geben Tipps zum richtigen Einsatz. In den Handlungsanleitungen wird es dann konkreter: Es werden Facebook-Gruppen, das Social Bookmarking-Tool Diigo sowie Pinterest und Scoop.it näher vorgestellt. Für Einsteiger.
wb-web, News, 5. März 2018

Bildquelle: mohamed_hassan (pixabay)

EPALE-Schwerpunktthema: Soziale Medien in der Erwachsenenbildung

Auf EPALE („E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa“) haben sich im Februar einige Artikel eingefunden, die für den Einsatz von Social Media in der Erwachsenenbildung werben. Die Beispiele stammen aus ganz Europa und unterschiedlichen Bereichen. In einem Beitrag zählt  EPALE Themenkoordinator Andrew McCoshan folgende Vorteile des Einsatzes von Social Media auf: „Flexibility“, „Stimulating collaboration“, „‘Real-world’ connectivity“ und „Involving learners in finding and sharing resources“.

Und er legt noch sechs praktische Einsatzszenarien nach: „1. Group chats“, „2. Sending tweets“, „3. Keeping and collating educational resources“, „4. Using personal blogs“, „5. Sharing photos“ und „6. Recording and posting videos“.
Barbara Hiller, EPALE, 1. Februar 2018

Über Working Out Loud: „Nicht originell, aber wirksam“

Ich stecke selbst gerade mitten in einem WOL Circle. Von daher habe ich dieses Interview mit John Stepper, dem Erfinder der Methode, mit Interesse gelesen. Es bietet nichts Neues, aber etwas Kontext und Originaltöne. Kurz zusammengefasst: Working Out Loud ist die Antwort auf Forderungen, die heute im Zeichen der digitalen Transformation jedes Unternehmen reklamiert: Hierarchien abbauen, mehr Kollaboration und Vernetzung, mehr Austausch von Erfahrungen. In den WOL Circles wird genau das gelebt. Zuerst im Kleinen und dann hoffentlich, Schritt für Schritt, im Großen.
Randolf Jessl, Interview mit John Stepper, Haufe/ personalmagazin, 21. Februar 2018 

Bildquelle: Sacha Chua (Flickr, CC BY 2.0)

#tbar: Wie bei einem Telekom BarCamp Mitarbeiter zu Managern werden

BarCamps bei der Telekom gibt es schon lange. Länger als das Corporate Learning Camp, das morgen in Frankfurt mit der siebten Auflage startet. „Corporate Blogger“ Björn Burghard stellt hier das Format noch einmal vor. Seine Überschriften lauten: „Wie funktioniert ein Business BarCamp?“, „Kontrollierter Kontrollverlust: Die Inhalte kommen von den Teilnehmern, nicht von den Organisatoren“ und „Das Unternehmens- BarCamp als Lernort für die Arbeitswelt der Zukunft“. Hierzu schreibt er:

„Das Format BarCamp dient ganz automatisch auf verschiedenen Ebenen als Ort für Lernerfahrungen. Im Vordergrund steht natürlich die fachliche Auseinandersetzung mit den Inhalten der Sessions. Darüber hinaus können aber weitere Fähigkeiten eingeübt werden, die relevant für die Arbeitswelt der Zukunft sind. Wenn ich ein Unternehmen vor Augen habe, in dem Teams in flachen Hierarchien mit viel Eigenverantwortung agieren, fallen mir beispielsweise folgende hilfreiche Skills ein: …“

Und er zählt auf: „Ownership für das eigene Thema übernehmen“, „Entscheidungen fällen“, „Verantwortung tragen“. Am 26. September 2017 hat übrigens das 14. Telekom BarCamp stattgefunden. Eindrücke auf Twitter gibt es unter #tbar. Eine willkommene Einstimmung auf den #clc17!
Björn Burghard, Blog. Telekom, 22. September 2017

Bildquelle: Tweet von Philipp Schindera (@schindera)

Learning in Bursts: Microlearning with Social Media

In diesem langen Artikel geht es um die Frage, wie Microlearning, also das Lernen in kurzen Einheiten, durch den Einsatz von Social Media-Tools unterstützt werden kann. Die Autorinnen sprechen deshalb durchgehend von “Social Microlearning”. Hier muss ich auch gleich eine Anmerkung loswerden: Für die Beispiele, die sie beschreiben, hätte es nicht zwingend den Begriff “Microlearning” gebraucht. “Lernen mit Social Media” würde natürlich auch funktionieren.

Der Artikel besteht aus drei Teilen: Im ersten Teil wird das Konzept “(Social) Microlearning” vorgestellt; im zweiten Teil wird erläutert, wie man Social Media im Allgemeinen und Instagram, Snapchat, Twitter und Facebook im Besonderen für Microlearning-Aktivitäten einsetzen kann; und im dritten Teil werden einige Praxisbeispiele der Northeastern University (Boston) vorgestellt. Eine schöne Infografik fasst das Wichtigste zusammen.

“Microlearning in general has three aims: to reduce the quantity of information by organizing it into bite-size pieces, to restructure the overall process of learning and the environment in which students learn, and to motivate students to personalize their learning routines.”
Stephanie Trowbridge, Clair Waterbury und Lindsey Sudbury, EDUCAUSE Review, 10. April 2017

Facebook in der Bildung

Über Facebook in der Bildung kann man natürlich lange diskutieren. Nicht nur weil es Facebook, also ein kommerzieller Dienst, ist; sondern weil wir es in der Bildung halt mit unterschiedlichen Zielgruppen und Lernzusammenhängen zu tun haben. Vor diesem Hintergrund versucht der Artikel, möglichst viele Perspektiven und Bedenken aufzunehmen: von der Frage, was Facebook ist, wie es funktioniert, bis zu ersten Ansätzen und Beispielen für die Bildungsarbeit. Pros & Cons sowie Leseempfehlungen schließen diese Einführung ab. Was vielleicht fehlt, sind “O-Töne” von Nutzern, die aus ihrer Sicht die Bedeutung des Netzwerks in ihrem Lebens- und Bildungsalltag einmal zurückspiegeln.
Lea Schrenk, Bundeszentrale für politische Bildung, 17. März 2017

7 companies in Germany

Ein Kommentar weist darauf hin, dass sogar acht Unternehmen an diesem Austausch in Stuttgart beteiligt waren: Audi, BMW, Bosch, Continental, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom and Siemens. Und natürlich John Stepper. Sie alle haben seit 2014 ihre Erfahrungen mit Working Out Loud gesammelt. Ich kann mich hier kurz fassen, denn es gibt ein ausführliches und bildreiches Storify-Protokoll (”Working Out Loud #WOL Company Practitioners MeetUp”).
John Stepper, Working Out Loud, 29. März 2017