Hallo Hessen

Jürgen Handke war wieder auf Tour. Hier sehen wir ihn in der Sendung „hallo hessen“, wo er mit zwei seiner  Roboter, „Yuki“ und „Miki“,  im Studio war. Dazu gibt es Einspieler aus der Universität Marburg, wo man die Roboter live im Unterricht sieht. Ziel ist es, so Jürgen Handke, dass die Roboter in der Lehre unterstützen, damit die Lehrkräfte als Lernbegleiter bzw. Coaches Zeit für die direkte Betreuung der Studierenden gewinnen. In Kürze soll es zudem die erste Roboter-Sprechstunde für Studierende geben. Nach dem Einstieg ab 14:32 und 1:04:52.
Hessischer Rundfunk, hallo hessen, 1. Oktober 2018

The Seven Deadly Sins Of Digital Badging In Education

Wer heute ein Curriculum oder einen Online-Kurs (MOOC) aufsetzt, denkt womöglich auch über Badges nach, also jene virtuellen Abzeichen, die Lernende im Kursverlauf verdienen können und die bestimmte Skills repräsentieren. Troy Markowitz zählt einige Dinge, die man bei der Konzeption und Ausführung von Badges vermeiden sollte:

„1. (Operational Inefficiency) Making faculty and staff manually issue badges …
2. Issuing badges without authentic evidence …
3. Issuing badges randomly …
4. Expecting students to manually claim badges …
5. Hiding badges where employers won’t look …
6. Storing badges in a separate silo …
7. Issuing badges that don’t match to internships or jobs …“

Troy Markowitz, Forbes, 16. September 2018

Bildquelle: Maria Badasian (Unsplash)

„Auch im Internet wird Wissen monopolisiert“

Die Pionierphase der Digitalisierung an den Hochschulen ist abgeschlossen. Jetzt, so Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen), geht es ums Grundsätzliche, um die Zukunft der Hochschulen und ihre Aufgaben in der digitalisierten Gesellschaft. Zum Grundsätzlichen gehört auch, sich von der Annahme zu verabschieden, dass ein netzgestütztes Angebot von Lernressourcen zu mehr Bildungsgerechtigkeit führt. „… das lebenslange Lernen braucht eben Voraussetzungen.“

Anlass dieses Interviews war die Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) und des Netzwerkes E-Learning NRW, die am 12.-14. September 2018 in Duisburg-Essen stattfand. Und ich nutze die Gelegenheit gleich, um auf den Jahresband der Tagung hinzuweisen („Digitalisierung und Hochschulentwicklung“, Waxmann, 294 S.), der offen im Netz abrufbar ist. Auf einzelne Beiträge dieses Bandes werde ich in den nächsten Tagen noch eingehen. So zumindest der Plan.
Jörg Biesler, Gespräch mit Michael Kerres, Deutschlandfunk, 12. September 2018

learning e-learning

Auch wenn erst wenige Eckdaten feststehen, gebe ich die Nachricht gerne weiter: e-teaching.org, das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) und die Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) hatten gefragt, zu welchen E-Learning-Themen sich Interessierte gerne (weiter) qualifizieren möchten. 34 Themenvorschläge wurden eingereicht. Daraus haben die Veranstalter ein Programm mit sechs Kurseinheiten gebastelt. Die (Online-?) Qualifizierung startet am 22. Oktober 2018. Die Teilnahme ist kostenlos.

Hier die Themen der 6 Kurseinheiten:
– Kollaborative Lehrszenarien – Gruppen beim gemeinsamen Lernen unterstützen
– Constructive Alignment – Lehren, Lernen und Prüfen gezielt kombinieren
– Blended Learning in Großgruppen – mehr als Flipped Classroom
– Videos für das Lehren und Lernen konzipieren – Gestaltungskonzepte für unterschiedliche Szenarien
– Studierende aktivieren – Live-Quizze, digitale Spiele & Co.
– Digital Literacy – Informationskompetenz für Studierende und Lehrende

e-teaching.org, 12. September 2018

Artificial Intelligence Is Poised to Expand in Higher Education

Der Artikel hat keinen aktuellen Aufhänger, deshalb lege ich ihn einmal unter „Stimmungsbild“ ab. „Artificial Intelligence“, so eine Zwischenüberschrift, „serves faculty as time-saving assistants“. So gibt es bereits AI-Anwendungen, die bei der Beantwortung wiederkehrender Fragen von Studierenden unterstützen oder ihre  Lösungswege in Mathe-Hausaufgaben analysieren. Die abschließende Empfehlung lautet deshalb: „… AI could prove to be a valuable support tool if faculty and curriculum development experts have a voice in its adoption“.
Erika Gimbel, EdTech, 10. September 2018

Bildquelle: Markus Spiske (Unsplash)

25 Years of Ed Tech: Themes & Conclusions

Anfang Juli hatte Martin Weller bereits einen lesenswerten Artikel zum Thema veröffentlicht („Twenty Years of Edtech“), auf den ich auch an dieser Stelle hingewiesen hatte. Was ich in der Folge jedoch übersehen habe: Martin Weller hat anschließend jedem Jahr und jeder Technologie noch einen eigenen Blogbeitrag gewidmet. Es sind jetzt sogar 26 Jahre bzw. Beiträge geworden. 2018, das nur am Rande, steht übrigens für ihn im Zeichen von „Critical Ed Tech“.

Mit dem vorliegenden Beitrag schließt diese Serie. Martin Weller hält hier hoch, was sich aus seiner Sicht durch alle Jahre und Entwicklungen zieht: zum Beispiel, dass im Widerstand der Hochschulen gegenüber schnellen Veränderungen auch eine Stärke liegt; dass EdTech ein Bereich ist, wo sich viele Disziplinen und Menschen für eine bestimmte, oft kurze Zeit treffen – was zu fortwährenden Wiederholungen und Schleifen in der Diskussion führt; dass sich die Frage, ob neue Technologien in der Bildung eine unterstützende oder (die Lehrenden) ersetzende Funktion haben, wie ein roter Faden durch die Geschichte von EdTech zieht.

Kurz: Ein schöner Abschluss einer Serie, die sich zu den Highlights des Jahres gehört und die man auch als Corporate Learning-Interessierte mit Gewinn lesen kann.
Martin Weller, The Ed Techie, 5. September 2018

Bildquelle: Jeff Cooper (Unsplash)

Radical open-access plan could spell end to journal subscriptions

Eine Reihe nationaler, europäischer Forschungsinstitutionen (die Deutsche Forschungsgemeinschaft/ DFG ist nicht darunter) will einen neuen Anlauf nehmen, um Open Access, den freien Zugriff auf Forschungsergebnisse, voranzutreiben. Die Initiative heißt „Plan S“ („S“ steht für „science, speed, solution, shock“) und soll schon 2020 greifen. Dann soll die Vergabe von Forschungsgeldern mit der Akzeptanz der neuen Spielregeln einhergehen und das hieße „immediate open-access publishing“. Der Artikel enthält Details über die laufende Diskussion, die Interessenlagen verschiedener Stakeholder und die Konsequenzen für die wissenschaftliche Verlagslandschaft.

Mein Eindruck: Mir fehlen in dieser Diskussion von Spielregeln und Geschäftsmodellen oft ein paar Lesehilfen, wie sich „Open Science“ in einen breiten gesellschaftlichen Veränderungsprozess einordnet. Wenn es diesen gibt …
Holly Else, Nature, 4. September 2018

Bildquelle: Álvaro Serrano (Unsplash)

Der Einsatz von Blogs in der Lehre – Prof. Tim Krieger im Interview

Beim ersten Satz dieses Beitrags habe ich kurz gezögert. Hier heißt es: „Der Einsatz von Blogs im Hochschulwesen gewinnt stetig an Bedeutung.“ Woran der Autor das festmacht, erfahren wir leider nicht.

Im Beitrag selbst stellt Tim Krieger von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg vor, wie er im Rahmen seiner Lehrveranstaltung „Economics Blog“ vorgeht: Studierende sind hier aufgefordert, selbst Blogbeiträge zu volkswirtschaftlichen Themen zu verfassen, diese im Rahmen von „Redaktionssitzungen“ zu verteidigen bzw. zu diskutieren, bevor sie schließlich auf dem Blog  „Think Ordo!“ freigeschaltet werden und für jeden im Internet sichtbar sind. Das Konzept klingt spannend, das Interesse der Studierenden ist groß.

Was im Beitrag nicht erläutert wird (und das nimmt vielleicht auch mein einleitendes Fragezeichen hinter der aktuellen Popularität von Blogs auf): Wie werden eigentlich die Möglichkeiten des Formats „Blog“ im Rahmen der Veranstaltung genutzt? Können die Studierenden die Beiträge ihrer Kommilitonen schon online kommentieren? Was passiert nach der Veröffentlichung der Beiträge im Netz? Sucht man den Austausch mit der „Öffentlichkeit“, gibt es Kommentare, werden die Beiträge auch in anderen sozialen Netzwerken und Communities beworben und kommentiert? Kurz: Bloggen die Studierenden oder verfassen sie Beiträge in einem Online-Magazin? Oder ist das heute eine „akademische Frage“ und „Bloggen“ steht für „Publizieren“?
Ronny Röwert, Interview mit Tim Krieger, Hochschulforum Digitalisierung, 31. August 2018

Bildquelle: rawpixel (Unsplash)

Videofeedback in der Lehre – Ilka Nagel im Videointerview

Ich habe gerade noch ein paar Hausarbeiten Studierender vor mir liegen, und vielleicht probiere ich es einmal aus. Es braucht sicher einige Vorüberlegungen, denn die Kommentierung und Bewertung von Dokumenten verläuft ja in der Regel nicht linear: Man wirft einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis, springt zur Literatur am Ende der Arbeit, startet mit dem ersten Kapitel, blättert irgendwann zurück, wenn man Wiederholungen oder Brüche vermutet oder Fragen hat, die ein früheres Kapitel betreffen. Oder man unterbricht die Lektüre mehrmals. Ilka Nagel von der Østfold University (Norwegen) ist jedenfalls von den Vorteilen des Videofeedbacks überzeugt. Alles nur eine Frage der Routine, meint sie. „Feedback Out Loud“.
Florian Hanke und Till Rückwart, Interview mit Ilka Nagel, Hochschulforum Digitalisierung, 8. August 2018

Bildquelle: Hochschulforum Digitalisierung

Digitale Lehre – Trends 2018

Jürgen Handke (Philipps-Universität Marburg) hat in den letzten Monaten fleißig Bildungsinstitutionen besucht, dort referiert und beraten und seine Eindrücke jetzt in einem „Sommer-Resümee“ zusammengefasst. Die Trends, die er beobachtet hat: Inverted Classroom („auf dem Vormarsch“), Künstliche Intelligenz („tut sich einiges“) und Open Educational Resources („scheint sich durchzusetzen“).

Natürlich gibt es auch Herausforderungen: von antiquierten Lernräumen, über wissensorientierte Prüfungen bis zu skeptischen Hochschullehrern. Aber, so Jürgen Handke: „Das alles kann die Entwicklung verzögern, aber nicht aufhalten.“
Jürgen Handke, YouTube, 23. Juli 2018