Content Curation for Learning

Mit bestehenden Ressourcen im Netz umgehen zu können, gehört zu den digitalen Kompetenzen, über die gerne und häufig gesprochen wird. Doch was sind Aufgabenstellungen, um diese Skills rund um Content Curation zu entwickeln? Und welche Plattformen und Tools bieten sich an?

Zwar hat die Autorin die Lehre an Hochschulen und Studierende im Blick, aber ihre pragmatischen Vorschläge lassen sich schnell auf andere Kontexte übertragen. Ihre Szenarien lauten:
– Studierende sollen eine Liste von Webressourcen zu einem Thema erstellen? Dann ist ein Bookmarking-Tool wie diigo ein möglicher Startpunkt.
– Oder sie sollen multimediale Quellen zusammenstellen? Dann bieten sich Padlet oder Wakelet an.
– Sie sollen die Sammlungen anderer auch kommentieren können? Dann eher Padlet.
Anne Hole, University of Sussex/ Technology Enhanced Learning Blog, 12. Februar 2019

5 Jahre, 5 Papers – die gefragtesten Veröffentlichungen des HFD

Fünf Jahre gibt es das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) schon, als gemeinsame Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, des CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). In diesem Zeitraum sind unzählige Berichte sowie Arbeits- und Diskussionspapiere entstanden. Vor diesem Hintergrund haben die Macher eine kurze „Best of-„-Liste erstellt:

Platz 1 (3913 mal abgerufen): The Digital Turn – Auf dem Weg zur Hochschulbildung im digitalen Zeitalter (2016)
Platz 2 (2500 mal aufgerufen): Diskussionspapier: 20 Thesen zur Digitalisierung der Hochschulbildung (2015)
Platz 3 (1864 mal abgerufen): Digitale Lernszenarien im Hochschulbereich (2016)
Platz 4 (1086 mal abgerufen): Machbarkeitsstudie für eine (inter-)nationale Plattform für die Hochschullehre (2018) 
Platz 5 (1062 mal abgerufen): Lernen mit digitalen Medien aus Studierendenperspektive (2016)

Willi Weisflog, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 7. Februar 2019

Bildquelle: Hochschulforum Digitalisierung

Wie Studierende von digitalen Lehrangeboten profitieren

Christoph Meinel (Direktor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts für Digital Engineering) schreibt: Während sich die „Universität 1.0“ um einzelne, weise Persönlichkeiten und, später, die „Universität 2.0“ um regionale Bibliotheken organisierte, baut „Universität 3.0“ auf dem weltumspannenden Internet auf und „wird der zentrale Bildungsort werden für alle, die gesellschaftliche Verantwortung und Führungspositionen übernehmen, der Ort, an dem Forschung, Lehre, Aus- und Weiterbildung in einem dynamischen und kollaborativen Prozess stattfinden kann.“

Die Konturen dieser „Universität 3.0“ skizziert Christoph Meinel in diesem Plädoyer. Es geht um die digitale Transformation, die digitale Lehre und das lebenslange Lernen. Es geht um MOOCs und die Erfahrungen, die das openHPI hier gesammelt hat. Learning Analytics, Lernvideos, Peer Assessments, Zertifikate und Abschlussquoten.

Kurz: „Ja, die Universität wird sich dafür neu erfinden müssen.“
Christoph Meinel, Deutscher Hochschulverband/ Forschung & Lehre, 1. Februar 2019

Bildquelle: Headway (Unsplash)

Hack Your Campus

Eine Online-Plattform für gescheiterte Förderprojekte? Eine Kommunikationsplattform aus studentischer Sicht? Im Umfeld der Themenwoche „Shaping the Digital Turn“ des Hochschulforums Digitalisierung im letzten September hatten auch Studierende ihre Bühne. Die einen tüftelten im Rahmen eines Hackathons („#HackYourCampus“) an kreativen Lösungen für die digitale Lehre. Andere berichteten von ersten Gehversuchen und Startup-Projekten. Der Artikel gibt einen Überblick.
Alexandra Straush, MERTON – Onlinemagazin des Stifterverbandes, 21. Januar 2019

Bildquelle: Patrick Perkins (Unsplash)

 

The MOOC pivot

Um welchen „Schwenk“ geht es hier? MOOCs sind ja 2012 angetreten, die Hochschulbildung zu revolutionieren und sie in alle Ecken dieser Welt zu tragen (okay, zumindest dorthin, wo Internetanschluss zur Verfügung steht). Heute sieht das Geschäftsmodell der Anbieter etwas nüchterner aus: „… helping universities outsource their online master’s degrees for professionals“.

Um besser nachvollziehen zu können, was zu dieser Entwicklung geführt hat, haben sich die Autoren die Daten der edX-Plattform und unzähliger Kurse der letzten Jahre angeschaut. Ihre Erkenntnisse:
„The vast majority of MOOC learners never return after their first year, the growth in MOOC participation has been concentrated almost entirely in the world’s most affluent countries, and the bane of MOOCs – low completion rates – has not improved over 6 years.“

Das hat dazu geführt, dass sich die MOOC-Anbieter ganz auf zahlungskräftigere Lerner konzentrieren. Für die Hochschulen sind sie als Outsourcing-Partner attraktiv, weil sie ihre Prozesse skalieren und automatisieren können und damit preiswerter als etablierte Anbieter wie Pearson sind. Natürlich bedingt das Geschäftsmodell, dass die entsprechenden Kurse nicht mehr frei verfügbar im Netz stehen. Und deshalb taucht auch der Begriff „MOOC“ in der neuen Welt immer seltener auf …
Justin Reich und José A. Ruipérez-Valiente, Science, Vol. 363, No. 6423, Seite  130-131 (via Researchgate) 

Bildquelle: Science, 11. Januar 2019, Vol 363, Issue 6423

Digitalisierung und hochschuldidaktische Weiterbildung: Eine Kritik

Ich habe mir viele Stellen in diesem Text von Gabi Reinmann angestrichen (der Anhang zum Blogpost!). Hier meine Summary: In der Diskussion um die Digitalisierung der Hochschullehre kann es, so Gabi Reinmann, nicht darum gehen, Lehrende einfach „fit“ für den digitalen Wandel zu machen. Das würde an der Oberfläche bleiben und tiefergehende Veränderungen – sie nennt hier eine fortschreitende „Algorithmisierung und Personalisierung, Vermessung und datenbasierte Verbesserung“ – nicht in den Blick bekommen.

Vor diesem Hintergrund sollte sich die didaktische bzw. wissenschaftsdidaktische Weiterbildung am Ideal einer Scholarship of Teaching bzw. Digital Scholarship orientieren. Was das genau beinhaltet und wie sie erreicht werden kann, bitte ich im Original von Gabi Reinmann nachzulesen. Aber die folgende, wie ich finde gut nachzuvollziehende Selbstbeobachtung möchte ich gerne noch mitnehmen:

„Selber schwanke ich bei meinen Beobachtungen und eigenen Erfahrungen zwischen Freude und Entsetzen: Freude über die didaktische Kreativität, die digitale Technologien früher wie heute anregen, und Entsetzen über die Bildungsfeindlichkeit so mancher 4.0-Ideen. Ich schwanke zwischen positiver Erwartung an eine gestärkte Wissenschaftsdidaktik auch dank zahlreicher Initiativen in der Lehre und großer Sorge vor einer umfassenden Instrumentalisierung von Bildung und Didaktik für außerwissenschaftliche Zwecke.“

Gabi Reinmann, in: J. Heider-Lang & A.Merkert (Hrsg.): Digitale Transformation in der Bildungslandschaft – ein mehrperspektivischer Zugang. Augsburg: Hampp (Preprint via Gabi Reinmann)

Bildquelle: George Pagan III (Unsplash)

Uni-Revolution

Dreimal Jürgen Handke (Philipps-Universität Marburg): Erstens sitzt er in der Gründungskommission der neuen Technischen Universität Nürnberg (TUN), in der digitale Lehre eine zentrale Rolle spielen soll; zweitens steht er wie kein anderer Hochschullehrer hierzulande für das Modell des Inverted Classroom; und drittens experimentiert er aktuell im Rahmen des Projekts „H.E.A.R.T.“ („Humanoid Emotional Assistant Robots in Teaching“) mit dem Einsatz humanoider Roboter in der Lehre.

Der Artikel bringt alle drei Projekte zusammen. Der Titel („Uni-Revolution“) wäre dafür allerdings nicht zwingend notwendig gewesen.
Anna Günther, Süddeutsche Zeitung, 29. November 2018

Bildquelle: Jürgen Handke/ Digitalisierung der Lehre (YouTube)

Pearson’s five segments of learners

Pearson, der Verlag, hat eine Umfrage unter amerikanischen Studierenden (2.600 im Alter von 14 bis 40 Jahren) durchgeführt, um mehr über diese Zielgruppe zu erfahren.* Ein „one size fits all“ der Hochschulen, so der Verdacht, wird den Studierenden von heute und morgen immer weniger gerecht. Die Ergebnisse haben zu 5 unterschiedlichen Personas bzw. Typen geführt:

1. The Traditional Learner (25%)
2. The Hobby Learner (24%)
3. The Career Learner (19%)
4. The Reluctant Learners (17%)
5. The Skeptical Learners (15%)

Die Zusammenfassung, aus der ich zitiere, endet bei der Beschreibung der Lernertypen, ihrer Lern- und Fächerpräferenzen und einer kurzen allgemeinen Einschätzung. Die Studie unterstreicht, was auch hierzulande ein Thema ist: Das Bild des typischen Studenten wird der Heterogenität Studierender nicht mehr gerecht. Aber: „The challenge for the universities will be to create educational programs that adapt to the students depending on the needs and desires of each one. The segments, undoubtedly, are a better option than the traditional approach by age; nevertheless, it will be necessary to determine the degrees of segmentation to avoid generalizations and favor inclusiveness.“
Christian Guijosa, Tecnológico de Monterrey/ Observatory of Educational Innovation, 26. Oktober 2018

*Jeffrey J. Selingo: The Future Learners: An Innovative Approach To Understanding The Higher Education Market And Building A Student-Centered University, Pearson 2018 [Link]

Bildquelle: Ben Mullins (Unsplash)

Shaping the Digital Turn: “Wir wissen, wo wir hinwollen!”

Wie befürchtet hatte ich es im September ja nicht auf die Themenwoche des Hochschulforums Digitalisierung in Berlin geschafft. Von daher schließt diese chronologische Übersicht von Markus Deimann bei mir eine Lücke. Themenwoche des HFD, das hieß: Tag der Strategie, Tag der (digitalen) Lehre, Bologna goes digital, Tag der Lehrkräfte. Natürlich kommt diese Schilderung der Ereignisse nicht ohne persönliche Note des Autors aus. Im Fall von Markus Deimann ist es der für ihn typische Ruf nach begrifflicher Schärfe („Worüber reden wir bei “Digitalisierung” eigentlich?“) sowie nach einer reflektierten, selbstbewussten Haltung gegenüber von Außen herangetragenen Moden („Es ist angenehm mitzuerleben, wie sich das Hochschulforum vom MOOC-Hype emanzipiert hat und an Reife gewonnen hat.“).
Markus Deimann, Hochschulforum Digitalisierung, 18. Oktober 2018

Hallo Hessen

Jürgen Handke war wieder auf Tour. Hier sehen wir ihn in der Sendung „hallo hessen“, wo er mit zwei seiner  Roboter, „Yuki“ und „Miki“,  im Studio war. Dazu gibt es Einspieler aus der Universität Marburg, wo man die Roboter live im Unterricht sieht. Ziel ist es, so Jürgen Handke, dass die Roboter in der Lehre unterstützen, damit die Lehrkräfte als Lernbegleiter bzw. Coaches Zeit für die direkte Betreuung der Studierenden gewinnen. In Kürze soll es zudem die erste Roboter-Sprechstunde für Studierende geben. Nach dem Einstieg ab 14:32 und 1:04:52.
Hessischer Rundfunk, hallo hessen, 1. Oktober 2018