Essay von Habermas: Es bleibt die Literatur

So viel Zeit muss sein: Jürgen Habermas hat über die sozialen Medien nachgedacht. Arno Widmann wiederum hat den Essay gelesen und zusammengefasst. „Jürgen Habermas sieht unsere politische Zukunft durch die sozialen Medien bedroht. Hoffnung macht ihm die Asozialität von Kunst und Literatur.“

Noch ein halbes Zitat: „Habermas sieht die Gefahr, dass „sich die Meinungsbildung in den zersplitterten und gleichzeitig von selektiven Standards entlasteten Kommunikationsblasen gegen die rationalisierende Kraft einer diskursiven Vielfalt der Beiträge immunisiert.“
Arno Widmann, Berliner Zeitung, 28. Juni 2020

Bildquelle: Wolfram Huke (Wikipedia, CC BY-SA)

Your choice: Evolution or Revolution

Täglich neue Technologien und Tools: Routine oder Problem, Evolution oder Revolution, fragt Harald Schirmer, Manager Digital Transformation and Change bei Continental? Und wirbt im Folgenden dafür, Lernen zur täglichen Routine werden zu lassen. Dabei spielt er ein bisschen mit Zahlen, hinterfragt wohlbekannte Ausflüchte („… it makes sense, but we do not have time for that“), zählt die bunte Vielfalt an Lernmöglichkeiten auf, um schließlich mit drei Empfehlungen („How to start?“) zu schließen: Social Networking, Working Out Loud, Twitter. Kurzweilig.
Harald Schirmer, Blog, 28. September 2019

Bildquelle: Pixelkult (pixabay)

#NewWorkChat #1 feat. Mr. #NoEmail Luis Suarez

Gabriel Rath war kürzlich auf dem IOM Summit in Bonn, hat dort Luis Suarez getroffen und sich anschließend für ein längeres Gespräch mit ihm verabredet. Auf Luis Suarez habe ich ja in der Vergangenheit schon oft hingewiesen. Er ist derjenige, der sich vor zehn Jahren von Emails verabschiedete („I Freed Myself From E-Mail’s Grip“) und diesen Ausstieg genau protokollierte. Jetzt ist es etwas ruhiger um ihn geworden, aber Luis Suarez ist noch aktiv und versucht immer noch, Emails aus dem Weg zu gehen. Wie er das macht, wie er sich auf Kunden, Kollegen und Partner und ihre unterschiedlichen Arbeitsroutinen und Tools einstellt und wie ihm Social Media dabei helfen, erzählt er hier.
Gabriel Rath, Interview mit Luis Suarez, 5. Oktober 2018

Bildquelle: New York Times, 29.06.2008

Mein Wochenausklang: Die Netzwerke unserer Mitarbeiter*innen

„Was machen wir eigentlich mit den Wissensnetzwerken unserer Mitarbeiter*innen? Sind diese Netzwerke unter den Bildung 4.0-Bedingungen nicht auch unser Aufgabengebiet als Personaler*innen?“ Diese Frage stellte mir vor einigen Tagen eine Konferenzteilnehmerin. Und sie setzte damit Fantasie frei, bei mir und bei anderen Teilnehmer*innen, denn das Thema tauchte im Laufe des Tages immer wieder in kleinen Runden auf. Meine Assoziationen: Natürlich sind diese Netzwerke, in denen wir alle stecken, da, und sie werden auch in der Bildungs-Community diskutiert. So hat zum Beispiel Harold Jarche ein Lernmodell entwickelt, das unterschiedliche Arbeits-, Austausch- und Lernprozesse an „Work Teams“, „Communities of Practice“ und „Social Networks“ festmacht („implementing network learning“).

Aus der Perspektive des Mitarbeiters sind Netzwerke etwas, das er im Rahmen seines persönlichen Wissensmanagements pflegt und die auf seine „social reputation“ einzahlen (Wer zählt eigentlich noch Follower? Wer nutzt eigentlich noch „Klout“?). Moderne Lernplattformen und Enterprise Social Networks knüpfen hier an. Aus der Perspektive des Unternehmens könnte man sich an bestehenden Wissensbilanzen orientieren, nach dem Beziehungskapital fragen und möglicherweise bei den Netzwerken landen, in denen man durch seine Mitarbeiter*innen vertreten ist.

Die Frage nach den Netzwerken könnte also ein gezielter Schritt sein, um sich einen Überblick über die „Welt da draußen“ zu verschaffen und zu überlegen, wie man diese Aktivitäten unterstützen und fördern kann. Vielleicht macht es sogar Sinn, diese Netzwerke einmal zu dokumentieren und gezielt in zukünftige Arbeits- und Lernprozesse einzubinden? Die nächsten Stichworte liegen dann schon auf der Hand: Working Out Loud, Learning Out Loud.

Bildquelle: Slava Bowman (Unsplash)

LinkedIn to a New Degree

Mein Reden: LinkedIn hat das Potenzial, einer der großen Player auf dem Bildungsmarkt zu werden. 380 Millionen Nutzer weltweit bedeuten “Big Data” über Karrierepfade, Skills und Job-Profile. Da ist es fast zwingend, auch über Bildungsangebote nachzudenken.

“In April 2015, LinkedIn acquired the e-learning site lynda.com for a record €1.5 billion. Sylvain Vacaresse, University of Rennes 1 lecturer and e-learning consultant, notes, “There’s a push to go beyond skill endorsements and provide MOOC-based certifications. Why not offer certified courses through lynda.com ? A skill assessment tool could help people select classes. LinkedIn could create its own content” and become a full service provider.”
Nina Fink, Morgane Taquet, EducPros.fr, 25. September 2015

Online communities learn new practices, report higher ROI

Online Communities, so Dion Hinchcliffe, machen ihren Weg. Nachdem mehr und mehr Unternehmen die neue Praxis eingeführt und das Profil des Community Managers kein Befremden mehr auslöst, gibt es jetzt erste Berichte, die den unternehmerischen Wert von Communities ausweisen. Online-Communities werden zur “top-level management practice”.  Dion Hinchcliffe verweist in diesem Zusammenhang auf den Report des Community Roundtable (”The State of Community Management 2015″). Sein Fazit liest sich wie ein Weckruf für Corporate Learning: “But in our omni-connected digital world, communities are indeed increasingly likely as a major model for the future of work.”
Dion Hinchcliffe, ZDNet, 11. Juli 2015

zdnet_201507b.jpg

Why LinkedIn Matters

LinkedIn, das Netzwerk für Business-Kontakte, “the most interesting … company in ed tech”? Das findet jedenfalls Michael Feldstein, und ich kann ihm nur zustimmen. Auf LinkedIn laufen alle Fäden zusammen, von den Schul-, Hochschul- und Kursbesuchen, über Karriereplanung und entwicklung, bis zu Skills und Profilen, die auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Und das meint vor allem: Hier liegen die Daten, die man nutzen und auswerten kann (und vergleichbare Datensätze liegen heute bei keiner anderen, staatlichen oder privaten, Organisation). Das ist keine Bewertung, sondern eine Feststellung.
Michael Feldstein, e-Literate, 11. April 2015

The Workplace in the Digital Age

Das Schöne an diesem Untersuchungsbericht ist nicht zuletzt, dass die Ergebnisse sehr nüchtern, aufbereitet in Aufzählungen und Zahlen, präsentiert werden. Es gibt einen Leitsatz, der die Richtung vorgibt (”The digital workplace lives at the intersection of people, organisation and technology”), eine Scorecard sowie Kriterien, die die Maßeinheiten dieser Scorecard mit Leben füllen. Das Herzstück aber bilden die Antworten auf die Frage: “What can we learn from 3 groups of organizations that report:

- A strong, shared sense of organizational purpose
- Openness to the influence of external environment
- An enabled customer-facing workforce”

Schaut man näher, was diese Organisationen auszeichnet, findet man Hinweise auf Communities und Community Management, auf Social Networking, auf die Bedeutung externer Informationsquellen. All diese Punkte lassen sich unmittelbar  herunterbrechen auf “informal learning” und “social learning”! Ohne dass diese Begriffe hier genannt werden … Dafür heißt es: “Enterprise Social Networking in over 60% of organizations today” (2014).
Jane McConnell/ NetStrategy/JMC, 15. Februar 2015 (via SlideShare)

A new twist to social networking at work

Der Artikel wurde schon vor einer Weile veröffentlicht, aber erstens ist die Plattform “simply-communicate.com” noch nicht fest auf meinem Radar und zweitens sind die hier vorgestellten Ideen auch mit etwas zeitlichem Abstand noch äußerst charmant. Im einen Fall bringt eine App Mitarbeiter zusammen, die nicht allein zum Lunch gehen wollen (”Lunch Roulette”, Boehringer Ingelheim); im anderen Fall werden Mitarbeiter, wieder nach dem Zufallsprinzip, für eine gemeinsame Kaffeepause zusammengeführt (”Randomised Coffee Trials”, NESTA). Social Networking bzw. informelles Lernen inbegriffen.
Kelly Kass und Sophia Cheng, simply-communicate.com, 28. Juni 2014