Neuer Sonderband Synergie: Qualität von OER

Dieser Sonderband zum Fachmagazin Synergie ist wirklich ein Sonderband, das heißt, er ist eigentlich eine wissenschaftliche Studie, die im Umfeld der Hamburg Open Online University (HOOU) entstanden ist und einen ersten Schritt „zu einem deutschen Qualitätsmodell für OER“ darstellen soll. Verfasst wurde er von Olaf Zawacki-Richter und Kerstin Mayrberger.

Im Mittelpunkt der Studie steht eine systematische Auseinandersetzung mit der Entwicklung und Sicherung von Qualität von Open Educational Re­sources (OER). Wobei der Fokus auf der Qualität der Lernmaterialien liegt. Diskutiert werden der Qualitätsbegriff, internationale Ansätze zur Qualitätssicherung und Qualitätskriterien, bevor man sich ersten Empfehlungen für ein Qualitätssicherungsverfahren für OER an der HOOU nähert.

Von einem „deutschen Qualitätsmodell“ ist übrigens explizit die Rede, obwohl ich da immer leicht zusammenzucke. An anderer Stelle heißt es etwas charmanter, dass man sich am Ende des Weges durchaus ein „HOOU-Label“ vorstellen könne …

„Der Aspekt der Qualität spielt spielt eine immer wichtigere Rolle in der Thematik der OER, weil sie unter anderem als Kritikpunkt gegenüber anderen Bildungsmaterialien gewertet werden könnte. Eine Unterscheidung zwischen besserer und schlechterer OER ist also notwendig.“

Redaktion Synergie, Synergie – Fachmagazin für Digitalisierung in der Lehre, Blog, 17. Januar 2018

Episode 47: Kutschen & Köpfe

Gerade ist noch eine neue Episode „Feierabendbier“ hereingekommen, die zum Podcast von Markus Deimann und Christian Friedrich gehört. Es ist bereits die 47. Folge, und Markus Deimann erzählt in den ersten Minuten von seinem Besuch auf der LEARNTEC in Karlsruhe. Die Tatsache, dass er mit dieser Veranstaltung etwas „fremdelt“, macht seinen Rückblick umso hörenswerter. So durfte er auf dem Kongress eine Reihe „OER und Social Collaboration“ moderieren, an der Interessenten nur nach strenger Zugangskontrolle teilnehmen durften. „Offen ist was anderes“, meint launig Markus Deimann. Dann hat er sich noch etwas auf der Messe umgetan …
Markus Deimann und Christian Friedrich, Feierabendbier Open Education, 2. Februar 2018

Bildquelle: Paloma A. (Unsplash)

Die neue OER-Timeline ist da!

Es beginnt 2001 mit einem Eintrag über MIT’s OpenCourseWare. Und es endet (vorläufig) mit dem OER-Fachforum 2017 in Berlin. Dazwischen liegen unzählige weitere Ereignisse und Aktivitäten. In den letzten Jahren wird zudem die Schlagzahl immer dichter. Die Timeline, so heißt es, wird fortlaufend ergänzt. Eine gute Übersicht.
Gabi Fahrenkrog, OERinfo – Informationsstelle OER/ Blog, 2. Februar 2018

Bildquelle: OERinfo

wb-web weiter auf Erfolgskurs

Kann man das neue Jahr besser starten als mit einer Empfehlung? Es geht um wb-web, das „Portal für Lehrende der Erwachsenen- und Weiterbildung“, betrieben vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung in Bonn und nach zwei Jahren schon eine feste Größe in der Bildungscommunity. Die Redaktion nimmt das Jubiläum zum Anlass, das letzte Jahr Revue passieren zu lassen und einen Blick auf die komenden Ereignisse zu werfen:

„Was erwartet Sie 2018 auf wb-web? Wir haben uns wieder Einiges vorgenommen: Da wären der Relaunch des Forums in Verbindung mit dem Dossier „E-Learning“ im Januar, eine Webinar-Aktion zusammen mit dem Unterstützerkreis anlässlich der didacta, die Entwicklung des Dossiers „Arbeit 4.0″, erste Facebook-Marketing-Kampagnen und aus aktuellem Anlass Inhalte und Aktionen zu den Themen Kulturerbe (Europäisches Kulturerbejahr 2018) und Datenschutz (Datenschutzgrundverordnung 2018).“

Regina Kahle, wb-web, 4. Januar 2018

wb-web weiter auf Erfolgskurs

Kann man das neue Jahr besser starten als mit einer Empfehlung? Es geht um wb-web, das „Portal für Lehrende der Erwachsenen- und Weiterbildung“, betrieben vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung in Bonn und nach zwei Jahren schon eine feste Größe in der Bildungscommunity. Die Redaktion nimmt das Jubiläum zum Anlass, das letzte Jahr Revue passieren zu lassen und einen Blick auf die komenden Ereignisse zu werfen:

„Was erwartet Sie 2018 auf wb-web? Wir haben uns wieder Einiges vorgenommen: Da wären der Relaunch des Forums in Verbindung mit dem Dossier „E-Learning“ im Januar, eine Webinar-Aktion zusammen mit dem Unterstützerkreis anlässlich der didacta, die Entwicklung des Dossiers „Arbeit 4.0″, erste Facebook-Marketing-Kampagnen und aus aktuellem Anlass Inhalte und Aktionen zu den Themen Kulturerbe (Europäisches Kulturerbejahr 2018) und Datenschutz (Datenschutzgrundverordnung 2018).“

Regina Kahle, wb-web, 4. Januar 2018

Mein Wochenausklang: Über einige Herausforderungen mit OER

Am 27. November werden in Berlin die besten Open Educational Resources im deutschsprachigen Raum gekürt. Vergeben werden die OER-Awards 2017. Ich bin nun Mitglied der Jury und habe in den letzten Tagen viele Einreichungen gelesen und bewertet. Denn die Zahl der Einreichungen hat sich gegenüber 2016 noch einmal mehr als verdoppelt.

Das Thema OER erlebt hierzulande gerade einen Aufwind. Offene Lehr- und Lernmaterialien stehen auf der bildungspolitischen Agenda ganz oben. Das BMBF fördert, große Bildungsinstitutionen und Stiftungen engagieren sich, aber auch viele Graswurzelprojekte haben sich OER auf ihre Fahnen geschrieben. Hier möchte ich aber schon einmal kurz stoppen und festhalten: OER ist vor allem ein Thema der Bildungs-Community und Bildungspolitik. Es geht um das Urheberrecht und Lizenzmodelle. Lernende interessiert, ob sie auf einen Kurs oder Materialien im Netz frei zugreifen können oder ob sie etwas zahlen müssen. Mehr in der Regel nicht. Deshalb richten sich OER-Projekte vor allem an Bildungsexperten und Lehrende, die selbst Lernangebote entwickeln wollen.

Wenn ich jetzt die Projektbeschreibungen der letzten Tage Revue passieren lasse, fällt noch ein anderer Punkt auf. Im Mittelpunkt vieler OER-Projekte stehen nach wie vor „Resources“, also Inhalte, Medien, Texte, Lernhilfen, Programmcodes. Auch in den Einreichungsbedingungen zum OER-Award wird vor allem nach dem Lizenzmodell, nach den „5Rs“ von David Wiley und nach der Sicherstellung der didaktischen und technischen Qualität gefragt. Es gibt auch die Frage nach der Nutzung, aber hier tun sich viele Projekte schon schwerer, Auskunft zu geben. Es gibt Zahlen über die Abrufe der Seiten, Feedback auf einzelne Funktionen und Angebote sowie Ideen zur Weiterentwicklung der Projekte. Kurz: Das Herzstück von OER, nämlich das Übernehmen und Einbetten der Lernmaterialien, bleibt oft im Dunkeln. Erfahrungsberichte von Nutzern sind selten.

Warum, so frage ich mich, werden OER-Projekte heute nicht noch stärker als Community-Projekte gedacht? Drei Punkte sind mir durch den Kopf gegangen:

  1. OER-Projekte sollten nicht nur als Repositories, sondern auch als Netzwerke gedacht, konzipiert, umgesetzt und gelebt werden.
  2. Best Practices (Fallbeispiele, Use Cases, Einsatzszenarien, …), in denen OER-Nutzer schildern, wie sie mit den Lehr- und Lernmaterialien gearbeitet haben, sollten ein wichtiger Baustein jedes einzelnen OER-Projekts sein.
  3. Regelmäßige Kampagnen (Themenwochen, BarCamps, Blogparaden, …), in denen sich OER-Macher und -Nutzer austauschen, signalisieren, dass ein Projekt „lebt“, und stützen die gemeinsame Arbeit und Weiterentwicklung des jeweiligen Vorahabens.

Es gibt sicher noch weitere Punkte, um OER aus der Spezialisten- und Ressourcen-Ecke herauszuholen. Das OER-Festival und der OER-Award sind Gelegenheiten, um das zu diskutieren.

German OER Practices and Policy — from Bottom-up to Top-down Initiatives

“But where is Germany?“ hieß es noch auf dem ersten World Open Educational Resources (OER)-Kongress 2012 in Paris. Seitdem ist einiges passiert. Was genau, das beschreiben die Autoren in diesem Länderreport, der im Auftrag des UNESCO Institute for Information Technologies in Education erstellt wurde. Nach einer kurzen, einleitenden Chronik gehen sie zuerst auf die Merkmale und Besonderheiten des deutschen Bildungssystems ein. Statistisches ziehen sie aus den 491 Einträgen mit Deutschland-Bezug, die die OER World Map verzeichnet. Schließlich folgt die Darstellung einzelner OER-Projekte, sowohl der Leuchttürme wie die Hamburg Open Online University (HOOU) und OERinfo als auch einer Auswahl von bottom up-Aktivitäten wie OERcamps und -MOOCs. Auch Leerstellen werden ausgewiesen („Apart from the several projects in the course of the OERinfo funding programme (see Section 6.6) the authors are not aware of any governmental activity related to vocational training.“)

Der Report schließt mit drei Szenarien, in denen spekuliert wird, wie sich das Thema nach den September-Wahlen entwickeln wird. Die Autoren sind dabei verhalten optimistisch:

„Despite of all the activity mentioned in this report, OER has not reached the educational mainstream in Germany yet. But it seems to be moving in the right direction.“ (S. 76)

Dominic Orr, Jan Neumann und Joeran Muuss-Merholz, UNESCO Institute for Information Technologies in Education, Moskau 2017 (pdf)

CPT+10: A Bright Future for Open Education

„CPT“ steht für die Cape Town Open Education Declaration, die vor zehn Jahren unterzeichnet wurde. Daran erinnern Mark Surman (Mozilla Foundation) und Philipp Schmidt (MIT Media Lab), die dabei waren. Pünktlich zum Jubiläum und zur UNESCO Open Educational Resources Conference in Ljubljana gibt es jetzt CPT+10, „an effort to look back at the work of the last ten years, and point forward, by mapping out ten “action points” that the movement considers important for the next decade of our work“.

Die Autoren heben drei Punkte besonders hervor: „Empowering the Next Generation“, „Thinking Outside the Institution (Box)“ und „Copyright Reform for Education“. Und sie weisen auch darauf hin, dass das Thema OER kein Selbstläufer ist: „There is a lot to be proud of. But we have not made anything near to the progress that we’d dreamed of. Not even close.“
Mark Surman und Philipp Schmidt, MIT Media Lab, 20. September 2017

Bildquelle: opensource.com (Flickr)

Blog zurück auf OER-Weltkongress

Jan Koschorreck war auf dem 2. OER-Weltkongress in Ljubljana und hat eine dreiteilige Zusammenfassung seiner Eindrücke geschrieben. Einige seiner Stichworte: Creative Commons als „Quasi-Standard“ der weltweiten OER-Bewegung; das Spannungsverhältnis zwischen Wirtschaft und Bildung; die Aufholjagd Deutschlands nach der Abwesenheit auf dem OER-Kongress 2012 in Paris; das Dauerproblem Urheberrecht; die Präsentation des „Ljubljana Action Plan“ als Abschlussdokument.

„Anschließend fand der Kongress im Plenum seinen würdigen Abschluss. Qian Tang, stellvertretender Direktor für Bildung der UNESCO, rief die Anwesenden auf, weitere Anstrengungen für das Voranbringen der OER-Bewegung zu unternehmen. Konkret nannte er den Aufbau von Repositorien, eine stärkere Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten und den Abbau von Hürden für die Öffnung von Bildungsressourcen. Er betonte außerdem die Notwendigkeit von Anpassungen in den nationalen Bildungssystemen hin zu mehr Offenheit und die Dringlichkeit von Forschungsaktivitäten in Bezug auf alle Aspekte von Offenen Bildungsressourcen.“

Jan Koschorreck, wb-web, 28. September 2017

Open Educational Resources: Global Report 2017

Der Herausgeber, „Commonwealth of Learning (COL)“, nennt den Report gleich einen „milestone in the history of the OER movement“. Der Deutsche Bildungsserver schreibt etwas nüchterner:

„Der „Open Educational Resources: Global Report 2017″ ist eine Publikation des Commonwealth of Learning (COL) und gibt einen Überblick über den derzeitigen Stand der Entwicklungen zu OER weltweit. Der Report wurde während des 2nd World OER Congress am 18.09.2017 veröffentlicht und ist das Ergebnis von zwei weltweiten Surveys und sechs regionalen Konsultationen, die durch den COL in Zusammenarbeit mit der UNESCO, der slowenischen Regierung und mit Unterstützung der Hewlett Foundation organisiert wurden. Der Report steht in englischer Sprache frei im Internet zur Verfügung. (PDF-Dokument, 92 Seiten, 2017)“

Neben den Untersuchungsergebnissen enthält der Report auch nützliche Hinweise zur Definition von OER sowie einzelnen Etappen der OER-Bewegung.
Commonwealth of Learning (COL), September 2017

Bildquelle: Ljubljana, Tagungsort des 2. World Open Educational Resources (OER) Congress;
Tiia Monto (Wikipedia, CC BY-SA 3.0)