In India, MOOCs Are Now Part of the Education System

Eine schöne Erfolgsgeschichte jenseits der üblichen Fragen nach Geschäftsmodellen und Abbrecherquoten: SWAYAM („Study Webs of Active-Learning for Young Aspiring Minds“) ist ein indischer Anbieter von offenen Online-Kursen. Die Plattform ist Teil der Digital India-Initiative und heute fest in das indische Bildungssystem integriert:

„But SWAYAM’s most distinctive feature isn’t its scale or openness, but rather its integration into India’s education system. Indeed, public higher education institutions in India may allow their students to complete up to 20% of their degree online by taking courses on SWAYAM.“

Der Katalog umfasst 2.000 Kurse. Damit ist SWAYAM einer der weltweit größten MOOC-Anbieter. Der Artikel enthält weitere Informationen zur Geschichte, zum Angebot und zur Bedeutung der Kursplattform.
Manoel Cortes Mendez, Class Central, 2. April 2019

Bildquelle: SWAYAM 

Warum Bildung in der digitalen Welt offen, digital und partizipativ sein muss

Markus Deimann hat sich mit einer Keynote am Tag der Lehre an der DHBW Karlsruhe beteiligt. Das große Thema „offene Bildung“ hat er in seinem Vortrag auf drei Etappen heruntergebrochen: vom Startpunkt (MIT’s OpenCourseWare 2001) geht es über den MOOC-Hype (2011ff.) zum „#Neu_Start: Bildung in der digitalen Welt“. Ein kleines Readme sowie die Medien zum Vortrag stehen online.
Markus Deimann, markusmind.thoughts about education and technology, 29. März 2019

Bildquelle: MIT OpenCourseWare, https://ocw.mit.edu/about

Inverse Blended Learning – a didactical concept for MOOCs and its positive effects on dropout-rates

Die Frage, die sich Martin Ebner und Sandra Schön stellen: Können nicht Lerngruppen vor Ort helfen, um die Teilnehmer in Massive Open Online Courses zusätzlich zu motivieren? Diesen Weg, das Online-Lernen mit Präsenzangeboten zu begleiten, nennen sie „inverse blended learning“. In zwei MOOCs auf der österreichischen Plattform iMooX haben sie das Konzept umgesetzt. Mit durchaus positiven Resultaten, wenn sie sich die Dropout-Rates der betreffenden Kurse anschauen. Aber auch mit einigen Erfahrungen, die interessierte MOOC-Konzepter bedenken sollten.
Martin Ebner und Sandra Schön, in: The Impact of MOOCs on Distance Education in Malaysia and Beyond. Ally, M., Amin Embi, M., Norman, H. (Hrsg.) Routledge 2019 (via Academia.edu) 

Bildquelle: iMooX

How MOOCs Make Money

In diesem Artikel wird Dhawal Shah, Gründer des Informationsdienstes Class Central, zum Geschäftsmodell der MOOC-Anbieter befragt. Seine Auskunft lautet, dass „Coursera generated about $140 million in 2018; Udacity earned $90 million for the year; edX took in about $57 million for fiscal year 2017; and UK-based FutureLearn made about £8.2 million.“ Das hört sich gut an, wenn man davon absieht, dass das Geld noch nie mit „offenen“ (open) Kursen verdient wurde.

Campus Technology: But you predict a healthy future for MOOCs?

Shah: In terms of them making money, yes. But as a student who likes free courses, sometimes I get nervous. What I’m optimistic about is that they’ll keep offering these courses for free or free to audit because they act as a marketing channel and that gives them a financial reason for MOOCs to exist. But it’s mostly optimism. I don’t know if that’s how it will turn out to be.“
Dian Schaffhauser, Campus Technology, 20. März 2019 

What Kind Of Online Learner Are You?

Leider haben die Experten der MOOC-Plattform FutureLearn nur die eine Seite beleuchtet: Sie haben nur die Teilnehmer nach ihren Lernmotiven, ihren Präferenzen und ihrem Lebensstil gefragt (und 7.000 Antworten erhalten). Sie haben nicht die Aktivitäten auf der Lernplattform ausgewertet, daraus Typen entwickelt, um zu schauen, wie man Antworten und Verhalten der Lernenden zusammenbringt.

Wie auch immer: 7.000 Rückmeldungen haben ausgereicht, um drei Gruppen (Work and Study, Personal Life, and Leisure) und sieben Archetypen zu bilden und zu beschreiben: „Advancers“, „Explorers“ und „Preparers“ (Work and Study), „Fixers“ und „Flourishers“ (Personal Life) und „Hobbyists“ und „Vitalizers“ (Leisure).
Laurie Pickard, Class Central/ MOOC Report, 9. März 2019

Offene Bildungsressourcen und Open Education. Openness als Bewegung oder als Gefüge von Initiativen?

Es gibt eine neue Ausgabe der „MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung“, die sich ganz dem Thema „Open Educational Resources“ widmet. Herausgeber ist Markus Deimann. Ich habe den ersten Beitrag der Ausgabe von Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen) gelesen und kann ihn nur empfehlen. Er bietet uns eine interessante, differenzierte Lesart von „open“ an, nach der nicht alles, was mit dem Etikett daherkommt, einfach abgenickt werden kann. Schon die Diskussion um Massive Open Online Courses (MOOCs) hat uns ja gezeigt, dass offene Kursangebote nicht automatisch zu einer Öffnung von Bildung führen. Öffnung und Schließung von Wissen, so Michael Kerres, bedingen sich wechselseitig: „Ihr Zusammenspiel kann als elementarer Mechanismus gesellschaftlicher Entwicklung betrachtet werden, der regelmässig einer gesellschaftlichen Aushandlung bedarf.“

Michael Kerres, in: MedienPädagogik, 2019, Nr. 34 (Februar), S. 1–18

Weitere Artikel der Ausgabe: Franziska Bellinger, Kerstin Mayrberger: Systematic Literature Review zu Open Educational Practices (OEP) in der Hochschule im europäischen Forschungskontext; Annekatrin Bock, Maren Tribukait: Kultur des Teilens. Ein kritischer Blick auf ein zentrales Konzept der OER-Bewegung.

Bildquelle: Jan Tinneberg (Unsplash)

MOOCs und Unternehmen: Zwei unterschiedliche Welten?

Welche Bedeutung haben Massive Open Online Courses (MOOCs) für Unternehmen? Was ist aus der Bewegung geworden, die 2008 bzw. 2011 so viel Aufsehen erregte? Wie können Unternehmen, wie kann Corporate Learning von MOOCs profitieren?

Einige Unternehmen sind in den letzten Jahren hingegangen und haben selbst MOOCs für ihre internen Zielgruppen entwickelt (zum Beispiel Telekom, Audi, ZF, Credit Suisse, Swisscom). Andere schließen Verträge mit einzelnen Anbietern (LinkedIn, obzwar kein klassischer MOOC-Anbieter, steht auf aktuellen Einkaufslisten ganz oben), um die Kurse ihren Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Oder man nutzt MOOCs für das Marketing der eigenen Themen und Services (SAP). Oder man nimmt Online-Kurse und erweitert sie um interne Präsenzveranstaltungen (Audi). Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Und mit dem Corporate Learning 2025 MOOCathon haben wir ja versucht, diese Fantasie noch etwas anzuregen. Vor allem, wenn es darum geht, das vernetzte, gemeinsame Lernen auf ein neues Fundament zu stellen.

Im Rahmen der eduTrends 2019 waren das die Stichworte, mit denen ich Albrecht Kresse gestern in Frankfurt begleiten durfte. Der Meister selbst hat hinter dem Vorhang gezeichnet:

Jochen Robes, SlideShare, 6. März 2019

Weiterbildung Digital Gestalten

Während die großen Anbieter wie Coursera und Udacity das Stichwort schon länger hinter sich gelassen haben, hält oncampus im Norden das MOOC-Fähnchen tapfer hoch. Und ihr Chief Digital Officer, Andreas Wittke, sorgt dafür, dass es auch über die Stadtgrenzen von Lübeck hinaus sichtbar bleibt. Seine Slides (65!) geben einen guten Überblick. Nach einem kurzen Aufwärmen stellt er den MOOC-Ansatz von oncampus vor (Moodle, OER, Fat Media, Video, Mobile First, Gamification und Badges). Und anschließend denkt er noch laut über die Zukunft, den Einsatz von Chatbots und die Rolle der Blockchain nach.
Andreas Wittke, SlideShare, 15. Februar 2019  

Digitaler Hörsaal für alle

Eine Kurzübersicht bzw. -einführung bietet dieser Artikel. Er informiert über MOOCs (Massive Open Online Courses), die unterschiedlichen Spielarten (xMOOCs, cMOOCs und Blended MOOCs), bietet etwas Geschichte, leistet sich einen Ein-Satz-Schlenker zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und bringt schließlich sogar noch Werbung fürs openHPI des Hasso-Plattner-Instituts und die gerade laufende didacta in Köln unter.
Faz.net, 18. Februar 2019
 

Wie Studierende von digitalen Lehrangeboten profitieren

Christoph Meinel (Direktor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts für Digital Engineering) schreibt: Während sich die „Universität 1.0“ um einzelne, weise Persönlichkeiten und, später, die „Universität 2.0“ um regionale Bibliotheken organisierte, baut „Universität 3.0“ auf dem weltumspannenden Internet auf und „wird der zentrale Bildungsort werden für alle, die gesellschaftliche Verantwortung und Führungspositionen übernehmen, der Ort, an dem Forschung, Lehre, Aus- und Weiterbildung in einem dynamischen und kollaborativen Prozess stattfinden kann.“

Die Konturen dieser „Universität 3.0“ skizziert Christoph Meinel in diesem Plädoyer. Es geht um die digitale Transformation, die digitale Lehre und das lebenslange Lernen. Es geht um MOOCs und die Erfahrungen, die das openHPI hier gesammelt hat. Learning Analytics, Lernvideos, Peer Assessments, Zertifikate und Abschlussquoten.

Kurz: „Ja, die Universität wird sich dafür neu erfinden müssen.“
Christoph Meinel, Deutscher Hochschulverband/ Forschung & Lehre, 1. Februar 2019

Bildquelle: Headway (Unsplash)