Hamburg hOERt ein HOOU! Katharina Fegebank zur HOOU

Ich kann mich noch gut erinnern, wie Olaf Scholz, damals Hamburger Bürgermeister, auf der Campus Innovation-Konferenz 2014 die Hamburg Open Online University (HOOU) ankündigte. Damals war das auch ein Zeichen gegen das Vordringen der amerikanischen MOOC-Anbieter. Vor einigen Monaten hat Olaf Scholz selbst in einem Interview über sein Projekt Auskunft gegeben. In diesem Podcast tut es Katharina Fegebank, seit 2015 die Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg. Wieder geht es um die Öffnung der Hochschulen und die Frage, wie sie zu Orten des lebenslangen Lernens für alle Zielgruppen werden können. Aber man könnte auch fragen, warum die HOOU auch hierzulande noch so wenig bekannt ist und warum sie bis heute keine Nachahmer gefunden hat.
Christian Friedrich und Nicola Wessinghage, Gespräch mit Katharina Fegebank, Hamburg hOERt ein HOOU!, 22. Juni 2021

Bildquelle: Hamburg Open Online University

Class Central Study Groups: Common Questions

Die Study Groups erinnern mich stark an die Idee der Learning Circles (Peer 2 Peer University). Oder an die lernOS-Leitfäden. Wie auch immer, der Autor zieht jedenfalls eine Verbindung zu Buchklubs bzw. Lesezirkeln: “Study Groups are an ongoing project at Class Central. You can think of them like a book club, but instead of reading a book, we’re taking an online course together with learners worldwide, supporting each other through a discussion forum, and meeting weekly for a Zoom chat.”

Der Punkt ist, dass es keine direkte, organisatorische Verbindung zwischen den Online-Kursen und den Studier-Gruppen auf Class Central gibt. Aber es ist eine naheliegende Idee, wenn man an die wachsende Zahl von Online-Ressourcen für das Selbststudium und an die Vorteile des gemeinsamen Lernens denkt. Es braucht nur etwas Initiative, entweder von öffentlichen Bildungseinrichtungen oder von engagierten Lernenden.
Manoel Cortes Mendez, The Report by Class Central, 13. Juli 2021

Bildquelle: Class Central

EMOOCS 2021 conference proceeding

Das “seventh European MOOCs Stakeholder Summit”, die EMOOCs 2021, wurde am 22. – 24. Juni 2021 vom Hasso Plattner-Institut in Potsdam als Online-Konferenz durchgeführt. Das Schöne: Die Konferenzbeiträge, über zwei Dutzend Artikel, liegen bereits online als eBook und unter einer CC-Lizenz vor. Ein kleines Manko: Es fehlt an einem einleitenden Beitrag, der einen Überblick über die Entwicklung des Marktes bzw. des Formats bietet und so die einzelnen Artikel, Themen und Perspektiven zusammenhält.
Christoph Meinel u.a. (Hrsg.), Universitätsverlag Potsdam, 2021 (via Academia)

2U + edX Analysis: Win for 2U, Risk for edX, Opportunity for Coursera

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass edX, einer der drei großen, 2012 gestarteten MOOC-Anbieter, von 2U, einem kommerziellen Anbieter von Online-Studiengängen und -Abschlüssen, übernommen wird. Dhawal Shah hat jetzt eine umfassende und kritische Analyse dieser Übernahme geschrieben. Sie enthält viele Hintergrundinformationen und Einblicke in dieses Segment des internationalen Bildungsmarktes. Aus seiner Sicht gibt edX mit dieser Übernahme seinen letzten Pluspunkt auf, nämlich das „nonprofit“ in der Riege der Online-Kursanbieter zu sein. Coursera, den Marktführer, sollte es freuen.

„If you’ve made it this far, you probably have figured out by now that I’m extremely disappointed with this development. As someone who’s followed edX and the MOOC space since day 1, this just looks like capitulation.
For years, edX presented itself as a morally superior alternative to Coursera due to its nonprofit status. But now, they’re relegated to the status of a “marketplace” that might push thousands of learners into debt.“
Dhawal Shah, The Report by Class Central, 5. Juli 2021

Bildquelle: Class Central

vhscast051: Was macht eigentlich Joachim Sucker?

Das Kürzel im Titel kündigt eine weitere Folge des vhscast, des „Podcast zur Digitalisierung in der Erwachsenenbildung“, an. In dieser Episode spricht Caroline Baetge mit Joachim Sucker, einem Vordenker, was die Schnittstelle zwischen Volkshochschulen und digitaler Bildung betrifft. Die Themen, die Joachim Sucker mitbringt, sind (natürlich) Bienen und der beeMOOC, dann ein weiterer MOOC für Ältere zum Thema Digitalisierung sowie das Stichwort „Dritte Orte“. Mir hat insbesondere die Herangehensweise an die Entwicklung eines MOOC bzw. Online-Kurses gefallen: einen Kurs nicht als Experten oder Wissende zu gestalten, sondern als Fragende.
Caroline Baetge, Gespräch mit Joachim Sucker, vhscast051, 9. Juni 2021

In Online Ed, Content Is No Longer King – Cohorts Are

Die Autorin plädiert in diesem Artikel für „cohort-based courses (CBCs)“, die sie wie folgt beschreibt: „interactive online courses where a group of students advances through the material together — in “cohorts” — with hands-on, feedback-based learning at the core.“ Aus ihrer Sicht antwortet das Format auf zwei Herausforderungen: zum einen auf den Überfluss an frei oder für kleines Geld verfügbaren Lerninhalten, von YouTube bis Udemy. Darauf bezieht sich auch der Titel „content is no longer king“. Zum anderen auf die Beobachtung, dass das alleinige Lernen mit solchen Inhalten nicht so richtig erfolgreich zu sein scheint. Damit verweist sie auf die bekannten Abbruchraten, mit denen viele Kurs- bzw. MOOC-Plattformen kämpfen.

Es gibt, so die Autorin, nicht nur didaktische, sondern auch finanzielle Gründe für „cohort-based courses“. Denn Teilnehmer sind durchaus bereit, für den Austausch mit Peers und Lehrenden zu zahlen, was dann auch Letztgenannten wieder zugutekommt.

Zusammengefasst: Die Argumente sind gut nachvollziehbar. Auch „Learning Circles“, „lernOS“ und „Working Out Loud“ setzen ja auf Formen des „cohort-based learning“. Ich betone hier das „learning“, weil die Autorin sich im Artikel auch für das eigene Unternehmen, „the first platform for cohort-based courses“, stark macht.
Wes Kao, Future, 15. Juni 2021

Bildquelle: Austin Distel (Unsplash)

Buchbeitrag: Erfolgsfaktoren für die didaktische Gestaltung von Online-Kursen

Wie entwickelt man einen MOOC? David Wagner hat Erfahrungen, die er als Assistent Professor an der German Graduate School of Management and Law in Heibronn bei der Konzeption und Umsetzung eines Online-Kurses sammeln konnte, noch einmal zusammengefasst. Auf drei Merkmale legt er besonderen Wert und stellt sie näher vor: „… die 3 Cs der Didaktik, die Beteiligung von Praxispartnern und die Öffnung des Kurses über die klassischen Kurs- oder Hochschulgrenzen hinweg (Open Innovation).“ Eine ausführliche Version des Beitrags findet sich im Buch „Machen MOOCs Karriere?“.
David Wagner, KP², 13. Juni 2021

PREPRINT: Open Tools and Methods to support the development of MOOCs: A Collection of How-tos, Monster Assignment and Kits

Für MOOC-Entwickler: Die AutorInnen arbeiten an der TU Graz, der TH Lübeck und der University of Glasgow, betreiben eigene MOOC-Plattformen (Graz, Lübeck) und waren an der Entwicklung vieler Online-Kurse beteiligt. In diesem Artikel haben sie ihre Erfahrungen zusammengetragen und die Hilfsmittel vorgestellt, die sich im Design- und Entwicklungsprozess bewährt haben. Das reicht von einem „MOOC Canvas“ bis zum „MOOC Maker MOOC“. Allem voran schreiben sie Interessierten jedoch ins Pflichtenheft: „Own Trial – you have to MOOC“!


John Kerr, Anja Lorenz, Sandra Schön, Martin Ebner und Andreas Wittke, In: Proceedings of the EMOOCs Conference 2021, Experience Track, Mai 2021 (via ResearchGate)

Bildquelle: https://www.oncampus.de/weiterbildung/moocs

Die 200 besten OER-Quellen

Im kurzen Beipackzettel ist zu lesen, dass die Liste ein Kooperationsprojekt von was-ist-oer.de und der OERcamps darstellt. 200 Quellen werden aufgeführt, aufgeteilt in verschiedene Rubriken wie Audio und Video, Bilder und Grafik, Bücher und Texte, MOOCs sowie OER-Unterrichtsmaterialien. Die verlinkten Seiten und Inhalte stehen unter offenen Lizenzen und können entsprechend genutzt werden.
OERcamps, Mai 2021