Free MOOCs Face the Music

Es ist nur ein kleiner, weiterer Schritt in dieselbe Richtung: Schon seit längerer Zeit sind die großen MOOC-Provider wie Coursera oder Udacity dabei, das Angebot an offenen, kostenlosen Kursen und Inhalten immer weiter zurückzufahren. edX, als Non-Profit, hinkte dieser Entwicklung etwas hinterher. Zwar müssen Nutzer auch hier für Zertifikate zahlen, aber der Zugang zu den Kursinhalten stand jedem offen. Jetzt wird mit neuen Optionen experimentiert: „On May 3, edX began testing the introduction of a “modest support fee” that will “enable edX and partners to continue to invest in our global learning platform.”

Der Artikel ordnet die Nachricht ein und lässt Beteiligte wie Experten zu Wort kommen.
Lindsay McKenzie, Inside Higher Ed, 14. Juni 2018

Studium digital: Brauchen wir eine nationale Hochschulplattform für Lehre und Weiterbildung?

Für Menschen wie mich, die es noch nicht geschafft haben, die aktuelle „Machbarkeitsstudie für eine nationale Plattform für die Hochschullehre“ zu lesen, hat Ulrich Schmid (mmb Institut) wahrscheinlich diesen Artikel geschrieben. Um mit dem Ende zu beginnen: Der Beitrag schließt mit einem Plädoyer für eine gemeinsame hochschul- und länderübergreifende Bildungsplattform. Das mag als Ergebnis einer Machbarkeitsstudie wenig überraschend sein, mit Blick auf die Rahmenbedingungen digitaler Bildung ist es aber zumindest herausfordernd.

Ausgangspunkt des Artikels ist die „virtuelle Zurückhaltung“ der deutschen Hochschulen in Sachen digitaler Bildung. Dabei teilt Ulrich Schmid digitale Bildung in drei Marktsegmente ein: a) nutzergenerierter Micro-Content, b) Open Learning und MOOCs sowie c) Virtuelles Studium. Beim Punkt „nutzergenerierter Micro-Content“ kann ich jetzt auf den ersten Blick das Marktsegment nicht so richtig erkennen, aber vielleicht muss man einfach den Begriff hier sehr offen lesen.

Der Artikel führt die bekannten Gründe auf, die hinter der virtuellen Zurückhaltung gesehen werden: von organisatorischen Fragen bis zum fehlenden digitalen Mindset vieler Hochschullehrer*innen – ohne allerdings näher auf diese Gründe einzugehen. Das macht dann auch den nächsten Schritt, die Entwicklung einer nationalen Bildungsplattform, und ihre Einordnung schwer. Ulrich Schmidt gibt dem Projekt mit Blick auf den Markt digitaler Bildung und mögliche Ziele erste Konturen:

„Es bräuchte also wahrscheinlich beides: Einerseits eine technologisch zeitgemäße Plattformlösung, die das vorhandene und künftig entstehende digitale Angebot der Hochschulen maximal vernetzt und erschließbar macht, und andererseits neue Inhalte, Kurse, MOOCs, Video-Lectures aus den Hochschulen heraus, die didaktisch, fachlich und methodisch gleichermaßen attraktiv wie hochwertig sind und daher auf ein breites Interesse der Nutzer aus Hochschulen, Unternehmen und dem privaten Umfeld rechnen dürfen.“

Er nennt das Projekt bildungspolitisch einen „großen Wurf“. Da nicke ich erst einmal, denn die Gründe, die zur „virtuellen Zurückhaltung“ geführt haben, sind ja nicht aus der Welt. Aber vielleicht schließt die Machbarkeitsstudie hier noch einige Lücken …
Ulrich Schmid, Digitalisierung der Bildung/ Bertelsmann Stiftung, 7. Juni 2018

Lernteams – Eine neue Lernmethode in der Stadtbibliothek

Ich habe ja an dieser Stelle schon ein- oder zweimal auf Stadtbibliotheken verlinkt, die ihren Mitgliedern Zugang zu Online-Kursen anbieten. Die Stadtbibliothek Köln geht jetzt noch einen Schritt weiter: Wer online lernt, kann sich in moderierten Lernteams wöchentlich mit anderen darüber austauschen. Aufhänger können Kurse auf Lynda.com sein, aber auch jeder beliebige MOOC. Mir gefällt die Idee, weil sie online und Präsenz nicht als Gegensätze oder konkurrierende Angebote sieht, sondern beides zu verbinden versucht. Gerade die Infrastruktur vor Ort und ihr Platz in der lokalen Community zeichnet ja Bibliotheken (aber auch Volkshochschulen!) aus. Indem sie aktiv aufnehmen, dass sich ihre Mitglieder heute selbstverständlich in virtuellen Netzen bewegen und dort auch lernen, kommen sie der Idee von Bildung in einer digitalen Welt ein Stück näher.

By the way, die Stadtbibliothek Köln lädt nicht nur zu Lernteams ein. Es gibt eine Digitale Werkstatt, Makerspace Workshops, Maker Kids, Virtuelle Realität, Nao-Roboter, 3-D-Druck und -Scan, Gaming und und und ….

„Man lernt nie aus und am besten lernt man gemeinsam! Unsere Lernteams verbinden die Vorteile des zeitlich flexiblen E-Learnings mit dem Erlebnis, mit anderen zusammen Neues zu entdecken.

Sechs Wochen lang lernen Sie zu Hause zu einem bestimmten, vorher angekündigten Thema an Hand von Online-Kursen von Lynda.com/Video2brain oder MOOCs (Massive Open Online Courses). Die Videotrainings können alle Bibliotheksmitglieder kostenlos über die E-Ausleihe nutzen oder sie sind frei im Netz verfügbar.

Unterstützend bieten wir eine kleine Lerngruppe von maximal 10 Personen an, die sich wöchentlich in der Bibliothek trifft. Während der Teamtreffen können Sie sich über Ihre Erfahrungen austauschen und weiter lernen. Die Gruppentreffen werden moderiert. Pro Kurs ist eine Reihe von sechs Treffen vorgesehen, danach beginnt wieder ein neues Lernteam zu einem neuen Thema.“

Stadtbibliothek Köln

Bildquelle: Raimond Spekking (Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

The Second Wave of MOOC Hype Is Here, and It’s Online Degrees

Die Nachricht steht im Titel des Beitrags. 25 verschiedene Online-Degrees zählt Dhawal Shah bereits, der den MOOC-Markt vom ersten Tag an aufmerksam beobachtet. Für die Hochschulen (ich glaube, es sind derzeit vor allem amerikanische Hochschulen) bilden die MOOC-Plattformen wie Coursera oder edX offensichtlich attraktive Marketing-Kanäle, mit denen sie neue Zielgruppen zu erreichen hoffen. Ob die Rechnung aufgeht, ist für Dhawal Shah noch offen:

„The reason I believe we are witnessing a second round of MOOC hype is because the model is still unproven at this point. It is still too early to tell whether the market will support so many MOOC-based degrees, and whether these programs can be sustained at price points so much lower than traditional online or on-campus degrees.“
Dhawal Shah, EdSurge, 21. Mai 2018

 

 

 

 

 

Make-a-MOOC auf mooin

mooin ist ja eine von wenigen MOOC-Plattformen im deutschsprachigen Raum. Anja Lorenz (FH Lübeck) erzählt in diesem kurzen Video, was die mooin-Macher alles unternehmen, um Interessierte für die Durchführung eines eigenen Online-Kurses zu gewinnen. Dazu gehört zum Beispiel der „mooin maker“, ein Kurs, der in die Grundlagen des MOOC-Daseins einführt.
OERinfo, J&K – Jöran und Konsorten gemeinsam mit Anja Lorenz, 23. Mai 2018

 

Bildquelle: Homepage mooin

10 free online courses to shape the future of the education

„Auf dem Laufenden bleiben“ schreiben die Experten aus Monterrey Lehrenden ins Stammbuch. Dafür haben sie zehn passende Online-Kurse aufgelistet, die ich an dieser Stelle einfach durchreiche:

  1. Design and Development of Educational Technology – edX – MITx
  2. Design Thinking for Leading and Learning – edX – MITx
  3. Leading Change: Go Beyond Gamification with Gameful Learning – edX – University of Michigan / Microsoft
  4. Educational Technology – Udacity – Georgia Tech
  5. Creating Effective Online and Blended Courses – Stanford / edX – Stanford University
  6. Foundations of Computer Science for Teachers – edX – UTAustinX
  7. Using Data to Improve Student Outcomes – Future Learn – AACTE
  8. Using Virtual Scenarios to Create Effective Learning – Future Learn – St George’s University of London
  9. Powerful Tools for Teaching and Learning: Digital Storytelling – Coursera – University of Houston System
  10. Instructional Design and Technology – edX – University System of Maryland

Christian Guijosa, Observatory of Educational Innovation/ Tecnológico de Monterrey, 4. Mai 2018

ASU GSV Summit: MOOCs Afters The “Madness”

Etwas mehr als 30 Minuten Paneldiskussion mit Anant Agarwal (CEO, edX), Li Chao (President, Xuetang), Jeff Maggioncalda (CEO, Coursera) und Vishal Makhijani (CEO, Udacity). Nein, eine solche Runde zum Thema „Online-Lernen“ würde man in Deutschland nicht zusammenbekommen. Wobei die Runde weder von „Online-Lernen“ noch von „MOOCs“ spricht. Das macht nur die Moderatorin. Für die Plattform-Anbieter sind es schlicht Kurse, Programme und Abschlüsse. Weitere Stichpunkte in der Diskussion: das Zusammenspiel von Hochschulen und Unternehmen, die nachgefragten Themen, der Trend zum „modular learning“ (der jetzt auch bei den traditionellen Hochschulen ankommt) sowie das lebenslange Lernen.
Global Silicon Valley, YouTube, 24. April 2018

Bildquelle: Global Silicon Valley (YouTube)

MOOCs in Hochschule und Betrieb: Sieht so das Lernen der Zukunft aus?

Jörn Loviscach (FH Bielefeld) gibt einen schönen fundierten Überblick über die MOOC-Entwicklung und -Szene: von den Anfängen und großen Versprechungen, über das Experimentieren mit verschiedenen Geschäftsmodellen und Angebotsformen bis zur Frage nach der aktuellen gesellschafts- wie bildungspolitischen Einordnung von MOOCs.

Vielleicht ist gerade der letzte Punkt – im Artikel überschrieben mit „Unklare Wirkungen auf die Arbeitswelt“ – der interessanteste: Jörn Loviscach stellt hier MOOCs in den Kontext einer „virtualisierten und prekarisierten Arbeitswelt“, stellt Verbindungen zu Crowdworking, Startups und verschiedenen Formen der Selbstausbeutung her und denkt an Bewerber, die für ihren Lebenslauf zukünftig MOOC-Zertifikate wie früher Praktika sammeln. Ob man dann noch vom „Lernen der Zukunft“ sprechen sollte, ist wirklich die Frage.

Der Artikel ist übrigens in DENK-doch-MAL.de erschienen, einem Online-Magazin von Verdi und IG Metall. Die Ausgabe 2/2018 ist ganz dem Thema „(Berufliches) Lernen in digitalen Zeiten“ gewidmet. Vielleicht schaffe ich es noch, auf weitere Artikel dieser Ausgabe einzugehen. Es scheint sich zu lohnen.
Jörn Loviscach, DENK-doch-MAL.de, 2/2018

Massive Open Online Courses: Offene Online-Kurse für Viele gestalten und umsetzen

Martin Ebner und Sandra Schön haben einige nützliche Erläuterungen, Empfehlungen und Checklisten für die Planung und Umsetzung von MOOCs zusammengestellt. Es ist eine Arbeitsversion. Sie enthält Informationen über die unterschiedlichen MOOC-Konzepte, Bausteine und Abschlussformen sowie Maßnahmen, um die Aktivität der Teilnehmer zu erhöhen. Kurz: Eine pragmatische Verbindung aus „Was Sie schon immer über MOOCs wissen wollten“ und „In sieben Schritten zum MOOC-Projektplan“.

Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, zu Beginn des Artikels einmal kurz aufzuzählen, welche unterschiedlichen Organisationen und Einrichtungen heute schon MOOCs durchgeführt haben. Das hätte es MOOC-Interessenten erleichtert, sich mit ihrem Vorhaben einzuordnen.
Sandra Schön und Martin Ebner, in: Hohenstein, Andreas/Wilbers, Karl (Hrsg.): Handbuch E-Learning, Deutscher Wirtschaftsdienst (Wolters Kluwer Deutschland), Köln, 73. Erg. Lfg., April 2018 (via Academia.edu)

Bildquelle: Sandra Schön/ Martin Ebner