By The Numbers: MOOCs in 2018

Dhawal Shah hat wieder einige Zahlen und Beobachtungen rund um MOOCs mit uns geteilt. Der Tenor: Die Zahl der Kurse und Anmeldungen ist auch 2018 immer noch beeindruckend, aber das Tempo ist etwas raus. Die Highlights: Coursera ist unverändert der weltweit größte Anbieter („over 3,100 active courses“). Alle Anbieter schreiben inzwischen moderate Gewinne. Nicht mehr Microcredentials, sondern Online-Degrees stehen im Fokus ihrer Produktportfolios („This string of announcements led me to call the current moment the second wave of MOOC hype.“). Ich bin versucht zu sagen: unspektakuläre Nachrichten.
Dhawal Shah, MOOC Report, 11. Dezember 2018

Bildquelle: MOOC Report

Are MOOCs Going to Disappear? 4 Challenges to Overcome

MOOC ist nicht gleich MOOC. Und die großen Kursplattformen wie Coursera oder Udacity nennen ihre Kurse schon lange nicht mehr MOOCs. Mit Blick auf den Titel „Are MOOCs Going to Disappear?“ müsste man also fragen: Um welche Art von MOOCs geht es? Und: Sind MOOCs nicht schon lange verschwunden?

In der Zusammenfassung eines Vortrags von Ignacio Despujol (Valencia/ Spanien) werden die Fragen meines Vorspanns ausgelassen. Es geht direkt zur Sache. Vier Herausforderungen:
Challenge #1: Completion rates
Challenge #2: Accountability and Accreditation
Challenge #3: Accessibility
Challenge #4: Financial Sustainability

Der vierte Punkt überschattet die Diskussion der letzten Jahre. Denn die MOOC-Geschichte ist eine bis heute andauernde Suche nach tragfähigen Geschäftsmodellen. Dazu Ignacio Despujol: „Governments should start putting money in MOOCs if they want to keep them free.”
Laurie Pickard, MOOC Report by Class Central, 18. November 2018

Bildquelle: Universitat Politècnica de València/ YouTube

In der Beta-Phase: Weiterbildung wird digitaler

In diesem Artikel (in dem ich eine kleine Nebenrolle spielen darf) erläutert Tobias Pickl, Leiter Digitale Lernprozesse und Bildungscontrolling bei der Audi Akademie, wie er und sein Team „Beta-Phase“ für Corporate Learning übersetzen: ein neues Format wie MOOCs aufnehmen, einen Versuch im eigenen Unternehmen starten („Zusammenarbeit 2.0“) , Erfahrungen sammeln und auswerten („Es gibt unserer Erfahrung nach nur wenige Themen, bei denen es sich wirklich lohnt, einen eigenen MOOC zu organisieren.“) und weiter an neuen Ideen und Konzepten arbeiten, denn:

„Wir müssen immer weiter experimentieren. Und als Personal- und Learning-Manager selbst auch Erfahrungen mit den neuen Formaten sammeln.“
Sarah Sommer, Human Resources Manager, 15. November 2018

Bildquelle: Ali Yahya (Unsplash)

This Company Could Be Your Next Teacher: Coursera Plots A Massive Future For Online Education

Die letzte Staffelübergabe bei Coursera, dem weltweit größten Anbieter von Online-Kursen (formerly known as MOOCs) ist zwar schon eine Weile her. Juni 2017 war es, dass Jeff Maggioncalda als neuer CEO antrat. Aber die Forbes-Redaktion gibt ihm hier die Chance, das aktuelle Portfolio von Coursera sowie einige laufende Projekte vorzustellen. Zusätzlich gibt es etwas MOOC-Geschichte und einen Blick nach vorn.

Hier ist das Portfolio: „The three parts of Coursera’s business each drives the others, he says. It provides 3,000 courses direct to consumers, sells classes through 1,400 enterprise customers like Adobe, Goldman Sachs, L’Oréal and India’s Axis Bank, and offers 12 online degree programs for partners including the University of Pennsylvania, the University of Michigan and the University of London.“

Und hier der Ausblick: “I think almost every degree will move online,” he says. “It is so efficient, so compelling; it will be highly personalized and powered by data. We’re going to have virtual and simulated learning experiences that will transport students into totally different learning environments that will give them access to things they can only get in the virtual world.”
Susan Adams, Forbes, 16. Oktober 2018

Bildquelle: Coursera

Shaping the Digital Turn: “Wir wissen, wo wir hinwollen!”

Wie befürchtet hatte ich es im September ja nicht auf die Themenwoche des Hochschulforums Digitalisierung in Berlin geschafft. Von daher schließt diese chronologische Übersicht von Markus Deimann bei mir eine Lücke. Themenwoche des HFD, das hieß: Tag der Strategie, Tag der (digitalen) Lehre, Bologna goes digital, Tag der Lehrkräfte. Natürlich kommt diese Schilderung der Ereignisse nicht ohne persönliche Note des Autors aus. Im Fall von Markus Deimann ist es der für ihn typische Ruf nach begrifflicher Schärfe („Worüber reden wir bei “Digitalisierung” eigentlich?“) sowie nach einer reflektierten, selbstbewussten Haltung gegenüber von Außen herangetragenen Moden („Es ist angenehm mitzuerleben, wie sich das Hochschulforum vom MOOC-Hype emanzipiert hat und an Reife gewonnen hat.“).
Markus Deimann, Hochschulforum Digitalisierung, 18. Oktober 2018

Lernen mit und ohne (#LernenMitUndOhne)

Dieser zweiwöchige MOOC startet am 15. Oktober und „richtet sich an Erwachsenenbildner*innen, Bildungsmanager*innen, Personalentwickler*innen und andere, die sich dafür interessieren, wie Lernen selbstorganisierter gestaltet werden kann – auch durch den Einsatz Digitaler Medien“. Der Kurs ist sicher eine gute Gelegenheit, das vernetzte Lernen einmal in der Praxis auszuprobieren. Die Organisatoren erhoffen sich jedenfalls einen „Dis-Kurs“, einen Austausch über die Ideen und Erfahrungen der Teilnehmenden. Und natürlich lauert in der „Gestaltung selbstorganisierter Lernprozesse“ auch ein Widerspruch, den es aufzulösen gilt. Auch das sollte neugierig machen.

Der MOOC ist Teil des Projekts DiEDa (Entwicklung einer Weiter­bildungs­didaktik für selbstorganisierte Lernprozesse mit Fokus auf lernerorientierte Differenzierung und unter sinnvollem Einsatz von digitalen Medien), das vom BMBF gefördert wird. Die Teilnahme ist kostenlos.
oncampus, Oktober 2018

Approaching E-Learning 3.0

„If you’re reading this, then this course is for you. You’ve demonstrated the main criterion: some degree of interest in the subject matter of the course.“ So kündigt Stephen Downes den Kurs an, der am 18. Oktober beginnt (… ja, ja, noch ein Kurs, ich weiß!) Es wird um „the next generation of learning technology“ gehen und die Stichworte, die er ins Rennen wirft, lauten: Data, Cloud, Graph, Community, Identity, Resources, Recognition, Experience und Agency. Versprochen wird, diese Begriffe aus technischer, didaktischer und philosophischer Perspektive zu betrachten und zu diskutieren.

Jede/r ist eingeladen, dem Kurs zu folgen. Man muss sich nicht einmal anmelden, und deshalb vermeidet Stephen Downes den Begriff „Massive Open Online Course“. Und er kündigt an: „But I will be learning about each of these topics along with everyone else.“ Trotzdem etwas für Fortgeschrittene.
Stephen Downes, Half an Hour, 18. September 2018

Bildquelle: Nick Youngson (Alpha Stock Images, CC BY-SA 3.0)