Udacity Official Declares MOOCs ‘Dead’ (Though the Company Still Offers Them)

Sebastian Thrun und Udacity waren 2012 die ersten, die MOOCs entwickelten und anboten. Doch bereits Ende 2013 erkannte man, dass die Zukunft (okay, das Geschäftsmodell) nicht in kostenlosen Kursen liegen kann. Also setzte man auf kostenpflichtige Services und Nanodegrees. Irgendwo auf der Seite gibt es noch Inhalte, die offen zugänglich sind, aber sie spielen in der Unternehmensplanung keine Rolle mehr. Udacity’s Vizepräsidentin Clarissa Shen im Interview:

„Shen stressed that the problem with the old MOOC model is a focus on video libraries for teaching. She said the strength of the nanodegree program is that students are required to complete projects. “We care about completion rates, projects student build, and ultimately career readiness,” she said. “MOOCs have been too content-only focused and not a model that engages our students deeply.“

Mittlerweile hat Udacity über 18.000 Nanodegrees ausgestellt. Das Modell scheint zu funktionieren, heißt es.
Jeffrey R. Young, EdSurge, 13. Oktober 2017

#CLC17 Interview 02: Caroline Göbel und Martina Pumpat

Es ist erstaunlich, was alles auf dem Corporate Learning Camp in Frankfurt produziert wurde und jetzt in den verschiedenen Netzwerken auftaucht. In diesem Interview berichten Caroline Göbel und Martina Pumpat (beide Ottobock), wie sie zum anderen Lernevent der letzten Tage, dem Corporate Learning 2025-MOOCathon, gekommen sind. Die Fragen, die sie beantworten: Wie seid ihr überhaupt zum MOOCathon gekommen? Warum habt ihr teilgenommen? Was wurde eigentlich von Ottobock in der MOOC-Woche gemacht? Welche Ergebnisse und Erfahrungen nehmt ihr mit?
lutzland, YouTube, 10. Oktober 2017

„Bildung war immer die Währung“

… sagt der Rapper Xatar im brand eins-Interview. Doch das ist nur ein Artikel von vielen im Themenheft „Lernen“, das schon im September erschienen ist (und in einigen Wochen auch komplett online zur Verfügung stehen wird). Wenn ich versuche, die vielen Geschichten des Magazins zu sortieren, so komme ich auf folgende Rubriken:

  • Kritik am bestehenden Bildungssystem:
    Das reicht von der Schule, über das duale Ausbildungssystem bis zur Weiterbildung.  Das schließt den Appell für eine neue Allgemeinbildung ebenso ein wie den Hinweis auf mehr Kompetenzorientierung.
  • Bildungskarrieren:
    Wie funktionieren Entwicklungs- und Lernwege? Wie kommt man in die IT, wie wird man Winzer, was kommt nach der Uni?
  • Bildungsalternativen:
    Ein Unternehmen, das auf Schule macht; eine Schule als globales Franchise-Modell; für Naturwissenschaften anders begeistern
  • Digitalisierung und Bildung:
    Sie spielt nur eine untergeordnete Rolle: ein Artikel erinnert an die MOOC-Welle und arbeitet sich etwas an der Fernuni Hagen ab. Im Franchise-Modell erhalten die Lehrer ihre täglichen Drehbücher auf dem Tablet. Und zwei kurze Artikel gehen auf die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) ein. Wobei man anmerken muss, dass die Digitalisierung als gesellschaftliche Veränderung und Anforderung natürlich an vielen Stellen präsent ist.

Abschließend ein kurzer Ausschnitt aus dem Interview mit John Erpenbeck, in dem es um eine Kursänderung in der betrieblichen Weiterbildung geht:

„>Was müsste sich Ihrer Meinung nach ändern?<
Personalentwickler sollten aufhören, Mitarbeiter in Seminare zu schicken. Die Initiative müsste schon von den Mitarbeitern selbst ausgehen. Sie sollten Gelegenheit haben, dann zu lernen, wenn sie Bedarf verspüren. Sie sollten eigene Probleme aus der Praxis in eine Lerngemeinschaft einbringen.

>Verlangen Sie da nicht zu viel Eigeninitiative? Welcher Mitarbeiter kommt von sich aus auf die Idee, sich auf diese Weise fortzubilden?<
Da Mitarbeiter an fremdorganisierte Bildungsprogramme gewohnt sind, ist das in der Tat ein Problem. Es bietet sich deshalb an, selbstorganisierte Lernformen schrittweise einzuführen. Ziel sollte es sein, dass Lernen und Arbeit immer mehr zusammenwachsen.“

brand eins, September 2017

Was man tun muss, damit Corporate MOOCs nicht scheitern!

Joachim Niemeier hat auf dem Know How! – Bildungskongress über den Corporate Learning 2025 MOOCathon (#cl2025) berichtet und ist erst einmal auf fragende Gesichter gestoßen. Zum Beispiel, weil man MOOCs mit den üblichen Lernangeboten gleichsetzt, die von anderen für einen organisiert werden und deshalb an den persönlichen Bedürfnissen und Interessen vorbeigehen; oder dass MOOCs als freiwillige Lernangebote ja nicht funktionieren können, weil das Tagesgeschäft immer das letzte Wort hat.

Doch gerade mit dem #cl2025 haben wir ja versucht, andere Schwerpunkte zu setzen: indem zum Beispiel dem selbstorganisierten Lernen (Joachim Niemeier spricht hier vom „agilen Lernen“) viel Platz eingeräumt wurde; oder indem immer wieder Anknüpfungspunkte für die Vernetzung der Teilnehmer*innen – auch über den MOOCathon hinaus – geschaffen wurden; und schließlich, indem wir am Ende im Hackathon gemeinsam ein „Ergebnis“ entwickelt haben.

Vor diesem Hintergrund sind die Lessons Learned zu lesen, die Joachim Niemeier festgehalten hat:

“ – Die konkreten Inhalte wurden nicht Top-down vom Kernteam vorgegeben, sondern von den einzelnen gastgebenden Unternehmen eingebracht. Die Inhalte des #cl2025 entstanden sozusagen aus der Mitte der Teilnehmenden.
– Der #cl2025 MOOC lebte stark von den Beiträgen aller Teilnehmenden. Die Teilnehmenden erarbeiten aktiv und gemeinsam Wissen. Dies erfordert eine Art „Community Manager”, welche die Teilnehmenden dazu anregt, Themen gemeinsam zu diskutieren und Probleme in Zusammenarbeit mit anderen zu lösen.
– Die Barrieren zum Mitmachen waren niedrig. Da es beispielsweise keine aufwendig produzierten Videos gab, musste auch niemand Scheu haben, ein selbst gedrehtes Smartphone-Video mit den anderen Teilnehmenden zu teilen.
– Der #cl2025 MOOC war immer offen für Exploratives und Unvorhergesehenes. Das ist etwas, was sich im Unternehmenskontext eine Herausforderung darstellt. Traut man sich das in den Unternehmen?“

Joachim Niemeier, Corporate Learning Community, 27. September 2017

Bildquelle: Startseite Corporate Learning Community

The Pedagogic Architecture of MOOC: A Research Project on Educational Courses in Spanish

Aus den Forschungslaboren: Die Autor*innen haben sich einmal systematisch die MOOCs angeschaut, die 2015/16 zu pädagogischen Themen auf Spanisch erschienen sind. 36 Kurse auf fünf Plattformen haben sie gefunden und ihr Konzept, ihren Aufbau sowie die eingesetzten Medien und Tools betrachtet. Natürlich haben auch sie viele vertraute Elemente wiedergefunden, die man heute gemeinhin mit dem Label „xMOOC“ verbindet, „… such as the widespread use of traditional methodology based on video lessons (the “talking head” model). Communication tools are clearly underused and evaluation based on the use of questionnaires is dominant“. Aber von Kurs zu Kurs berichten sie im Detail auch wieder von vielen Unterschieden und Varianten.

Abschließend lassen die Autor*innen keine Zweifel aufkommen, dass sie das Potenzial dieses Lernformats in konnektivistischen Ansätzen sehen. Dahin gehen auch ihre Empfehlungen, was zukünftige Studien und die Weiterentwicklung von MOOCs betreffen:

„Although in all of the courses traditional methodology predominates, it paves the way for more active methodologies, aimed at the creation of learning communities that strengthen learning feedback between the individual and the network. It is important to seek remixing and learning through the organisation of tasks that require more applied work and the organisation of authentic exchanges of ideas and experiences through the different communication tools available on the platforms that host the courses and also those available externally. As some studies have suggested, it is essential that beyond the possibility of connecting to a greater number of people we seek and design strategies aimed at promoting interaction between participants in these types of experiences.“

Elia Fernández-Díaz, Carlos Rodríguez-Hoyos und Adelina Calvo Salvador, The International Review of Research in Open and Distributed Learning (IRRODL), Vol 18, No 6 (2017)

„Digitale Kompetenzen – Kompetenzentwicklung digital“ – Rückblick auf den 4. scil Trend- & Community Day 2017

Christoph Meier berichtet ausführlich vom 4. scil Trend- und Community Day, der letzte Woche im Würth Haus in Rorschach stattgefunden hat (ich hätte also meinen Radausflug nur ein paar Tage verlängern müssen …). Natürlich stand die digitale Transformation und ihre Bedeutung für L&D auch hier über allen Themen und Projekten. Die Hausaufgabe, die man diesem Protokoll ablesen kann: Technologisch auf dem Laufenden bleiben, aber Bildung als Management-Aufgabe nicht aus den Augen verlieren.

Hier eine Auswahl der Stichworte, die in diesem Bericht fallen: digitale Kompetenzen, Learning Apps, Content Curation, MOOCs, Adaptive Learning, Working Out Loud, KI und Teaching Bots. Und viele Links … Sabine Seufert (scil) hat ihren Vortrag, „Personal- und Persönlichkeitsentwicklung in einer digitalen Welt?“, in einem separaten Beitrag veröffentlicht.
Christoph Meier, scil-Blog, 19. September 2017

Rückblick auf den Corporate Learning 2025 MOOCathon als Lernevent

Am Donnerstag und Freitag haben wir uns in Frankfurt getroffen, um den Corporate Learning 2025 MOOC mit einem Hackathon abzuschließen: An zwei Tagen wollten wir die Ergebnisse der acht Wochen in einem Wikibook zusammenfassen. Das Wichtigste vorneweg: Der Plan ist aufgegangen und das Ziel wurde erreicht! Karlheinz Pape hat sich am Wochenende bereits hingesetzt und das Gesamtprojekt in einer ersten, ausführlichen Rückblende gewürdigt. Dabei lässt er zuerst die einzelnen Etappen des MOOCathons noch einmal Revue passieren: die Kurswochen, die Abschlussarbeiten, die Wochenzusammenfassungen sowie den Hackathon selbst.

Anschließend hebt Karlheinz hervor,

  • warum der CL2025 ein Lernevent war, obwohl ihm alle klassischen Merkmale einer Bildungsmaßnahme fehlten,
  • wie wichtig die Prinzipien der Selbstorganisation und des hierarchiefreien Arbeitens im Netzwerk für motivierende Lernerfahrungen sind und
  • warum diese Prinzipien auch in Organisation und Unternehmen funktionieren können.

„Jetzt werden viele Einwände kommen, so könne man das aber nicht den Mitarbeitern überlassen, was sie lernen wollen und was nicht. Warum eigentlich nicht? Mitarbeiter haben Ziele in ihrer Organisation zu erreichen. Wer diese eigenen Ziele kennt, der weiß auch wo er noch nicht fit ist, und wird sich genau dort interessieren. Wenn es für ihn hilfreich ist, wird er sich dort engagieren. Da bin ich ganz sicher. Der MOOCathon mit dem Hackathon bestätigt mich erneut in der Annahme, das Lernen so frei und selbstgesteuert ablaufen darf – bei vermutlich sogar besseren Ergebnissen.“

Obwohl der MOOCathon offiziell vorbei ist, kann die Diskussion weitergehen: auf dem Corporate Learning Camp in Frankfurt und auf Wikibooks, denn am Dokument kann jeder weiterschreiben. By the way, auf die beiden Kapitel des Wikibooks, „Vision Corporate Learning 2025“ sowie „Roadmap Corporate Learning 2017-2025“, werde ich in Kürze noch einmal eingehen.
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community, 10. September 2017

What do professors think of Coursera’s new subscription model?

Coursera, die weltweit größte MOOC-Plattform, verändert immer wieder mal ihr Geschäftsmodell. Jetzt ist man bei einem „subscription model“ gelandet, bei dem Lernende eine monatliche Rate für den Zugriff auf die Online-Kurse zahlen („Introducing Subscriptions for Specializations“, 31.10.2016). Der Begriff MOOC passt hier natürlich nicht mehr und wird auch von Coursera selbst nicht mehr genutzt. Wie geht es aber nun den Lehrenden und ihren Kursen, die sie für Coursera entwickeln? Zumindest die beiden Professoren, die hier zu Wort kommen, sind alles andere als glücklich. Vorneweg: Sie schätzen Coursera als Plattform und Partner. Aber sie sehen, dass ihre Inhalte immer mehr hinter einer Paywall verschwinden und dass sie auf diese Entwicklung immer weniger Einfluss haben. Einer der Professoren hat seinen Ausweg gefunden: Er stellt die gesamten Kursmaterialien als Open Educational Resources (OER) parallel auch auf seiner eigenen Webseite zur Verfügung.
Dhawal Shah, Class Central, 15. August 2017

What do professors think of Coursera’s new subscription model?

Coursera, die weltweit größte MOOC-Plattform, verändert immer wieder mal ihr Geschäftsmodell. Jetzt ist man bei einem „subscription model“ gelandet, bei dem Lernende eine monatliche Rate für den Zugriff auf die Online-Kurse zahlen („Introducing Subscriptions for Specializations“, 31.10.2016). Der Begriff MOOC passt hier natürlich nicht mehr und wird auch von Coursera selbst nicht mehr genutzt. Wie geht es aber nun den Lehrenden und ihren Kursen, die sie für Coursera entwickeln? Zumindest die beiden Professoren, die hier zu Wort kommen, sind alles andere als glücklich. Vorneweg: Sie schätzen Coursera als Plattform und Partner. Aber sie sehen, dass ihre Inhalte immer mehr hinter einer Paywall verschwinden und dass sie auf diese Entwicklung immer weniger Einfluss haben. Einer der Professoren hat seinen Ausweg gefunden: Er stellt die gesamten Kursmaterialien als Open Educational Resources (OER) parallel auch auf seiner eigenen Webseite zur Verfügung.
Dhawal Shah, Class Central, 15. August 2017