Die 200 besten OER-Quellen

Im kurzen Beipackzettel ist zu lesen, dass die Liste ein Kooperationsprojekt von was-ist-oer.de und der OERcamps darstellt. 200 Quellen werden aufgeführt, aufgeteilt in verschiedene Rubriken wie Audio und Video, Bilder und Grafik, Bücher und Texte, MOOCs sowie OER-Unterrichtsmaterialien. Die verlinkten Seiten und Inhalte stehen unter offenen Lizenzen und können entsprechend genutzt werden.
OERcamps, Mai 2021

Weiterbildungsveranstaltungen – ‚Digital First‘ auch nach Corona?

Auf einigen Veranstaltungen, die Christoph Meier (scil) hier Revue passieren lässt, war ich auch. Mal als Referent, mal als Teilnehmer, aber in beiden Fällen oft nur für einen bestimmten Zeitraum. Zukunft Personal Europe, eLearning Journal SUMMIT Tour, Corporate Learning Camp #CLC20 DA, Learning Innovation 2020. Obwohl es sich in allen Fällen um Tages- oder Mehrtages-Veranstaltungen handelte, die ins Netz umgezogen sind, sind sie nur schwer vergleichbar. Mal stehen Community und Austausch im Vordergrund, mal müssen Anbieter und Sponsoren befriedigt werden, und über allem steht die Unsicherheit, ob man jetzt einmalig für eine Veranstaltung in den virtuellen Raum umzieht oder ob man seine Veranstaltung langfristig auf ein neues Fundament stellen muss. Kurzum: Es wurde und wird also fleißig experimentiert, und Christoph Meier nutzt gleich die Gelegenheit, einige Plattformen vorzustellen, die hier in den letzten Monaten zum Einsatz kamen, um etwas „Konferenz-Atmosphäre“ nachzubauen und einzufangen. 

Ansonsten möchte ich ihm zustimmen, wenn er sagt, dass wir auch zukünftig, wenn Präsenz wieder möglich sein wird, mit den Zielen beginnen sollten, die wir mit einer Veranstaltung erreichen wollen, und mit den Rahmenbedingungen, die unser Spielfeld begrenzen. Im Unterschied zur Zeit „vor Corona“ können wir jetzt aber flexibler planen und handeln.
Christoph Meier, scil-Blog, 2. Dezember 2020

Bildquelle: scil (ZPE)

Research Review Summer 2020

Ein kurzer Ausflug in die Forschungslandschaft rund um Open Educational Resources (OER) und Open Educational Practices (OEP). Das Dokument (38 S.) ist eine Sammlung von kurzen Reviews jüngster akademischer Publikationen, meist ein oder zwei Seiten lang, keine tiefschürfenden Analysen, mehr kurze Zusammenfassungen. Die AutorInnen sind vor allem Doktoranden und Mitglieder des Global OER Graduate Network (GO-GN). Hängengeblieben bin ich zum Beispiel bei einer Review von Caroline Kuhn (Bath Spa University, UK), die sich den Artikel „Are MOOCs Open Educational Resources? A literature review on history, definitions and typologies of OER and MOOCs“ näher angeschaut hat und das dort erprobte OpenEd Quality Framework als nützlich empfand, Und bei Paco Iniesto, der sich wunderte, warum ein Fachmagazin mit „Open Learning“ im Titel („Open Learning: The Journal of Open and Distance Learning“) nicht offen zugänglich ist.
Rob Farrow,  Global OER Graduate Network (GO-GN), 25. August 2020

Chapter 11.4 Open pedagogy

Tony Bates hat der Neuauflage seines Online-Werkes „Teaching in a Digital Age“ ein weiteres Kapitel hinzugefügt. In diesem Fall versucht er, für Open Pedagogy neben Open Educational Practices und Open Educational Resources einen Platz zu finden. Dabei helfen ihm eine Reihe von aktuellen Diskussionsbeiträgen, aber auch Rückgriffe auf Konzepte, die zum Beispiel die Entstehungsgeschichte der Open Universities begleitet haben, Kurz: eine lohnenswerte Lektüre.

Seine abschließende Empfehlung: „… what should drive open educational practices and use of OERs should be a broader vision of teaching and learning that focuses on the knowledge and skills students need in a digital age. OER should be embedded in a wider concept of pedagogy than just ‘open’ pedagogy.“
Tony Bates, Online Learning and Distance Education Resources, 13. September 2019

Bildquelle: Teaching in a Digital Age

Virtuelle Hochschule Bayern öffnet Online-Kurse für Allgemeinheit

Mitten in der Sommerpause am 9. Juli hat die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) ihr Angebotsspektrum erweitert. Neben den bisherigen curricular eingebundenen Online-Kursen, die den Studierenden Leistungsnachweise mit Credit Points bieten, gibt es zukünftig offene Online-Kurse. Über 20 Kurse sind bereits live: von „Schlüsselkompetenz Rechtschreibung“ (Uni Regensburg, 25 Stunden) bis „Finanzmanagement und Finanzanalyse“ (TH Deggendorf, 45 Stunden).

Die Kurse sind kostenfrei nutzbar und an keine Zugangsberechtigungen geknüpft. Sie werden von ProfessorInnen bayerischer Hochschulen entwickelt. Es sind „Selbstlernumgebungen“, wie es im Infoblatt zur OPEN vhb heißt, kurz, es gibt keine tutorielle Betreuung und (wahrscheinlich) auch keine sonstigen Interaktionen und Austauschprozesse. Aber das sind Vermutungen.

OPEN vhb läuft auf einer Moodle-Plattform und wurde gemeinsam mit Oncampus entwickelt. Allerdings stehen die vhb-Kurse – im Unterschied zu den Oncampus-Kursen – nicht unter einer OER-Lizenz. Überhaupt kann ich den kleinen Beitrag von Andreas Wittke auf Facebook zum Launch von OPEN vhb nur empfehlen!
dpa/ heise online, 10. August 2019

Online lernen mit MOOCs – ist das was für jedermann?

Ein Selbstversuch, den ich nicht so richtig einordnen kann: Ist es 2017 wirklich noch ein „Wagnis“, an einem Online-Kurs teilzunehmen und darüber auf einem Blog zu berichten? Macht es Sinn, mehrere Kurse „auszuprobieren“, um die eigene Lernmotivation und Disziplin zu beobachten? Und um dann Rückschlüsse auf die Abbrecherquoten der MOOC-Plattformen zu ziehen? Und will man als Pädagogin von einem „Erfolg“ sprechen, wenn man es irgendwie geschafft hat, einen Kurs komplett durchzuarbeiten und mit Auszeichnung abzuschließen?

Wenn man diese Fragen einmal beiseiteschiebt, bleiben nützliche Informationen über einige aktuelle Online-Kurse und -Plattformen, ihre Merkmale und mögliche Hürden für Lernende, sich aktiv einzumischen. Allerdings macht die Autorin um die Frage, welche Anbieter ihre Kurse heute noch „MOOCs“ nennen und welche Kurse das Attribut verdienen, einen Bogen. Dafür hat sie zum Abschluss noch einen wichtigen Hinweis, den auch Bildungsanbieter aktiv unterstützen können:

„Hilfreich könnte es sein, die Unverbindlichkeit und Anonymität dadurch abzuschwächen, dass man beispielsweise Freunde in den MOOC einlädt und sich mit diesen verabredet, gemeinsam zu bestimmten Zeiten zu lernen.“

Sabrina Thom, Digitalisierung der Bildung/ Bertelsmann Stiftung, 7. November 2017

MOOCs in der Erwachsenenbildung: So gelingen sie

Die Macher*innen des EBmoocs haben diesen nützlichen Leitfaden (70 Seiten) erstellt. Der EBmooc fand im Frühjahr 2017 statt, war der „erste offene Onlinekurs für Erwachsenenbildner/innen in Österreich“ und beschäftigte sich mit digitalen Tools und Fertigkeiten für die Erwachsenenbildung. Er erreichte damit die stattliche Zahl von rund 3.000 Teilnehmer*innen!

Der Leitfaden behandelt die Themen Ressourcen, Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationen, Didaktik, Lernmaterialien, Lizenzierung, Durchführung, Begleitangebote und Zertifizierungsformen. Der EBmooc wird dabei als Fallbeispiel immer wieder „eingeblendet“. Da dieser Kurs als xMOOC konzipiert war, nimmt auch der Leitfaden diese Perspektive auf. Wäre es ein Leitfaden für cMOOCs, würde man wahrscheinlich das Community Management sowie die Vernetzung, den Austausch unter den Teilnehmenden sowie ihre Motivation und Aktivierung stärker gewichten. Aber die Autor*innen wissen um die Unterschiede und sprechen sie eingangs selbst an.

„Drei Gestaltungselemente, die in beiden MOOC-Typen einen guten Platz brauchen, sind
– eine gewisse Vorstrukturierung des Geschehens (z. B. ein Ablaufplan und/oder andere klare Orientierungs- und Strukturierungs-Elemente);
– Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und Vernetzung (z. B. Social Media, Interessensgruppen, und dergleichen);
– eine mit unterschiedlichen Medien angereicherte Lernumgebung, die abwechslungsreich ist und verschiedenen Lerntypen entgegenkommt.“

CONEDU Birgit Aschemann mit Philipp Wurm, David Röthler, Martin Ebner, Wilfried Frei, Lucia Paar und Martina Süssmayer, www.erwachsenenbildung.at, Oktober 2017

Reviving the MOOC

Stephen Downes, einer der Gründerväter der MOOC-Bewegung, nimmt den Ball auf, den Dhawal Shah kürzlich gespielt hatte („A Proposal to Put the ‚M‘ Back in MOOC“). Dafür stellt er noch einmal das ursprüngliche Modell der cMOOCs den folgenden xMOOCs gegenüber. Im zweiten Teil beschreibt er zwei Geschäftsmodelle: das der heutigen Elite-Universitäten und das von Hochschulen, die den MOOC-Idealen folgen. Das Letztere gerät jedoch etwas schemenhaft.

Doch die Eckpfeiler des ursprünglichen Modells – Studierende, die selbstorganisiert ihre Lernprozesse steuern; keine Vorlesungen, sondern Lernimpulse; der wechselseitige Austausch in Communities – können nach wie vor auch für Corporate Learning als Blaupause dienen.
Stephen Downes, Half an Hour, 25. Oktober 2017

Udacity Official Declares MOOCs ‘Dead’ (Though the Company Still Offers Them)

Sebastian Thrun und Udacity waren 2012 die ersten, die MOOCs entwickelten und anboten. Doch bereits Ende 2013 erkannte man, dass die Zukunft (okay, das Geschäftsmodell) nicht in kostenlosen Kursen liegen kann. Also setzte man auf kostenpflichtige Services und Nanodegrees. Irgendwo auf der Seite gibt es noch Inhalte, die offen zugänglich sind, aber sie spielen in der Unternehmensplanung keine Rolle mehr. Udacity’s Vizepräsidentin Clarissa Shen im Interview:

„Shen stressed that the problem with the old MOOC model is a focus on video libraries for teaching. She said the strength of the nanodegree program is that students are required to complete projects. “We care about completion rates, projects student build, and ultimately career readiness,” she said. “MOOCs have been too content-only focused and not a model that engages our students deeply.“

Mittlerweile hat Udacity über 18.000 Nanodegrees ausgestellt. Das Modell scheint zu funktionieren, heißt es.
Jeffrey R. Young, EdSurge, 13. Oktober 2017

Was Netzwerke für Unternehmen leisten – Konnektivismus im Praxistest

Ist die Lerntheorie des Konnektivismus eine Antwort auf die Herausforderungen, vor der Unternehmen und Corporate Learning im Zeichen der Digitalisierung und Vernetzung stehen? Charlotte Venema (Hessenmetall) meint „ja“ und zeichnet den Weg nach, den man in den letzten Jahren genommen hat, um Theorie und Praxis zusammenzuführen: vom Aufbau eines überbetrieblichen Netzwerks, der „Corporate Learning Community“ (seit 2007), des Corporate Learning Camps (seit 2010) bis zum aktuellen Corporate Learning 2025-MOOCathon (Mai – September 2017), den sie etwas ausführlicher vorstellt.

„Fazit: Wenn es gelingt, eine große und vielfältige Personengruppe mit einem gemeinsamen Thema anzusprechen, kann die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg außergewöhnlich produktiv sein und neue Ideen liefern. Die Voraussetzung sind eine offene, vertrauensbildende Kommunikation, ein verbindlicher, für alle hilfreicher gemeinsamer Rahmen und die Moderation durch ein eingespieltes Kernteam. Die Thesen des Konnektivismus haben den Praxistest bestanden.“

Charlotte Venema, Handbuch HR-Management (Open Content), 6. Oktober 2017