Empower Future Learning

Karlheinz Pape hat diesen Link letzte Woche in die Runde geworfen. Die Berner Fachhochschule (BFH) wirbt hier für eine Ausbildung zu „Future Learning Coaches“. Die Ausbildung enthält wichtige Bausteine, die ich heute bei jeder Bildungsinitiative begrüßen würde: 

Zum einen die Umsetzung als „agiles Lernen“, wie es in dieser Ankündigung zum Ausdruck kommt: „Die Lehrperson plant semesterweise ihre Weiterbildungsschwerpunkte, realisiert entsprechende Ziele selbstgesteuert, bespricht sich regelmässig in einem ‚Working Out Loud – Circle‘ (WOL Feedback) und reflektiert die Entwicklung in einem ePortfolio.“ 
Und zum anderen die Weitergabe der gewonnenen Erfahrungen, die die Ausbildung gleich mitdenkt : „Damit das Projekt eine möglichst grosse Breitenwirkung an der Basis erzielt, werden wir uns nicht auf die einzelnen Lehrpersonen konzentrieren, sondern bilden geeignete Lehrpersonen zu ‚Future Learning Coaches‘ aus, welche die Umsetzungsstrategie an der eigenen Schule entwickeln und die angedachten neuen Weiterbildungsformen vor Ort umsetzen.“
Digital Lab der Berner Fachhochschule (BFH), November 2020

Ten Facts You Need to Know About Micro-Credentials

Eine gute Übersicht zum Thema „Micro-Credentials“ hat Contact North (Kanada) hier zusammengestellt. Zwei Punkte möchte ich an dieser Stelle festhalten: zum einen den Verweis auf ein Dokument des European MOOC Consortium (EMC) „… suggesting that microcredentials represent the equivalent of 100-150 hours study time at a university or college level.“ Und zum anderen die Unternehmen, die in der Übersicht als Herausgeber von Micro-Credentials erwähnt werden: EY, Amazon, CISCO, Siemens, IBM.
TeachOnline.ca, Contact North, 9. Dezember 2020

Trends, Highlights und Erfahrungen – das mmb-Team blickt zurück auf das Jahr 2020

Zeit der Jahresrückblicke, auch beim mmb-Institut. In neun kurzen Beiträgen lassen sie das vergangene Jahr Revue passieren. Auf ihrer Liste stehen: der Datenschutz, die Kultusministerkonferenz, die Messung von Medienkompetenzen, Videokonferenzsysteme, Homeoffice, KI&Education  und die Frage nach einer nationalen Bildungsplattform, die sie so gerne weiterverfolgen möchten …
mmb-Institut, 17. Dezember 2020

Bildquelle: Evie S. (Unsplash) 

Digitale Lernangebote zum Thema Künstliche Intelligenz

„Einen Überblick zu Lernangeboten zum Thema Künstliche Intelligenz auf ausgewählten deutschen digitalen Lernplattformen“ will diese Studie (30 S.) bieten. Dafür wurden sieben Plattformen (vhb – Virtuelle Hochschule Bayern, oncampus, Hamburg Open Online University, opencampus.sh, Virtueller Campus Rheinland-Pfalz, openHPI, und KI-Campus – Die Lernplattform für Künstliche Intelligenz) im Sommer 2020 um Auskunft über ihre KI-Lernangebote gebeten.

Das Ergebnis: 21 Angebote zum Thema Künstliche Intelligenz wurden zurückgemeldet, weitere 18 sind in Planung. Drei weitere Plattformen – openSAP, mooc.house und Elements of AI – wurden später noch in die Erhebung aufgenommen, so dass man auf 33 Lernangebote kam. Hinweise auf weitere Akteure mit einzelnen Online-Angeboten zur KI ergänzen die Studie.  

Das ist immer noch viel weniger als auf vergleichbaren internationalen Plattformen wie Coursera, Udacity oder FutureLearn, aber ein Anfang. Trotzdem haben die AutorInnen sieben Handlungsempfehlungen formuliert, um die Aufmerksamkeit für das Thema weiter zu verstärken.

Die Studie ist im Rahmen des Förderprojekts „KI-Campus – die Lern-plattform für Künstliche Intelligenz“ entstanden.
Dana-Kristin Mah, Florian Rampelt, Christian Dufentester, Mike Bernd, Cornelia Gamst, Benedikt Weygandt, KI-Campus, November 2020

Weiterbildungsveranstaltungen – ‚Digital First‘ auch nach Corona?

Auf einigen Veranstaltungen, die Christoph Meier (scil) hier Revue passieren lässt, war ich auch. Mal als Referent, mal als Teilnehmer, aber in beiden Fällen oft nur für einen bestimmten Zeitraum. Zukunft Personal Europe, eLearning Journal SUMMIT Tour, Corporate Learning Camp #CLC20 DA, Learning Innovation 2020. Obwohl es sich in allen Fällen um Tages- oder Mehrtages-Veranstaltungen handelte, die ins Netz umgezogen sind, sind sie nur schwer vergleichbar. Mal stehen Community und Austausch im Vordergrund, mal müssen Anbieter und Sponsoren befriedigt werden, und über allem steht die Unsicherheit, ob man jetzt einmalig für eine Veranstaltung in den virtuellen Raum umzieht oder ob man seine Veranstaltung langfristig auf ein neues Fundament stellen muss. Kurzum: Es wurde und wird also fleißig experimentiert, und Christoph Meier nutzt gleich die Gelegenheit, einige Plattformen vorzustellen, die hier in den letzten Monaten zum Einsatz kamen, um etwas „Konferenz-Atmosphäre“ nachzubauen und einzufangen. 

Ansonsten möchte ich ihm zustimmen, wenn er sagt, dass wir auch zukünftig, wenn Präsenz wieder möglich sein wird, mit den Zielen beginnen sollten, die wir mit einer Veranstaltung erreichen wollen, und mit den Rahmenbedingungen, die unser Spielfeld begrenzen. Im Unterschied zur Zeit „vor Corona“ können wir jetzt aber flexibler planen und handeln.
Christoph Meier, scil-Blog, 2. Dezember 2020

Bildquelle: scil (ZPE)

Micro-Degrees und Badges als Formate digitaler Zusatzqualifikation

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Empfehlung der 29. HRK-Mitgliederversammlung. Da ich bei einer Anhörung zum Thema im Mai 2019 einen Impuls beisteuern durfte, habe ich diesen Bericht mit großem Interesse gelesen.

Was beinhaltet der Bericht? Nun, zum einen die uneingeschränkte Empfehlung der HRK an die Hochschulen, sich mit Micro-Degrees und Badges auseinanderzusetzen, das heißt: ihre Potenziale zu prüfen, Anwendungsfelder zu identifizieren, sich aber auch mit den Problemen und Ambivalenzen dieser Entwicklung zu beschäftigen.

Kritisch gesehen wird vor allem die aus Sicht der HRK mit Micro-Degrees und Badges verbundene Modularisierung von Bildung und Lernangeboten. Herausforderungen bilden zudem fehlende Standards und Qualitätskriterien. Trotzdem plädiert die HRK für eine „Ermöglichungskultur“ und eine „experimentelle Entwicklung“.

Im zweiten Teil des Berichts werden Micro-Degrees und Badges näher beschrieben und voneinander abgegrenzt, es werden Mehrwerte aufgezeigt und Herausforderungen dargelegt. In der abschließenden Zusammenfassung heißt es unter anderem:

„Micro-Degrees und Badges sind Ausdruck der Teilung von Bildung in kleinstmögliche sinnvolle Lerneinheiten. … Allerdings ist (Hochschul-)Bildung nur bis zu einer gewissen Grenze in Kleinstteile zerlegbar, … Micro-Degrees und Badges können nur eine sinnvolle Ergänzung der sonstigen curricularen Angebote sein.

Die HRK empfiehlt daher den Hochschulen, sich mit Micro-Degrees und Badges auseinanderzusetzen und zu prüfen, inwieweit im Rahmen einer am jeweiligen Hochschulprofil ausgerichteten Strategie der Einsatz von Micro-Degrees und Badges sinnvoll ist. In Betracht kommen dabei vor allem die Bereiche Marketing, Studieneingangsphase, wissenschaftliche Weiterbildung und Personalfortbildung.“
Hochschulrektorenkonferenz (HRK), 24. November 2020

Bildquelle: Joao Tzanno (Unsplash)

Forschungs- und Beratungsaktivitäten des DIE im Zusammenhang mit Corona

Da das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) an vielen Bildungsprojekten hierzulande beteiligt ist, lohnt der Blick auf diese kommentierte Zusammenstellung: „Sie finden dort aktuelle und geplante Analysen, Interviews, erschienene und geplante Zeitschriftenartikel, Blogbeiträge, Themenschwerpunkte, Analysen und weitere Formate. Mit der Analyse und Beobachtung von Prozessen will das DIE Praxis und Politik dabei unterstützen, die Krise zu bewältigen und Chancen für diesen Bildungsbereich aufzeigen.“
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), Newsletter, November 2020

Die Megatrends nach Corona: Zeit für eine Revision

Das Zukunftsinstitut („eines der einflussreichsten Think Tanks der europäischen Trend- und Zukunftsforschung“) ist eine interessante Adresse. Unter dem Stichwort „Megatrends“ erstellen die ExpertInnen immer wieder reichhaltige Dossiers, manchmal mehr, manchmal weniger verbunden mit der Werbung für hauseigene Publikationen und Angebote.

Die Überschrift hat mich nun gereizt, noch einmal einen Blick auf die aktuellen Megatrends des Zukunftsinstituts zu werfen. Der Megatrend „Wissenskultur“ ist zum Beispiel wieder dabei. Einleitend heißt es: „Die Corona-Krise hat Bildung endgültig digitalisiert, kooperative und dezentrale Strukturen zur Wissensgenerierung vorangetrieben und innovatives Denken angekurbelt.“

Öffnet man das Dossier zum Megatrend Wissenskultur, findet man gut zwei Dutzend weitere Beiträge, leider alle ohne Datumsstempel. Gerade bei diesem Punkt, dem fehlenden Datumsstempel, frage ich mich, welche Überlegung dahinter steckt. Hat man wirklich Angst, dass Beiträge dann zu schnell als „nicht mehr aktuell“ eingeschätzt werden? Andererseits will man sich doch als „Zukunfts- und Trendinstitut“ positionieren und das setzt Aktualität voraus?

Aber zurück zur Sache. Einige Artikel des Dossiers, zum Beispiel „Lernen wird geschäftsfähig – dank Corona“, habe ich auf meine Leseliste genommen. Auch eine Einordnung der Megatrends („Unsere neue Zukunft – Mit den Megatrends in die Post-Corona-Zeit“). Mal sehen.
Zukunftsinstitut, November 2020

Impulse zur didaktisch-methodischen Gestaltung des Online-Lernens

Vieleicht helfen die Folien ja dem/ der einen oder anderen. Der Kontext: Für das „Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Lörrach“ habe ich vor einigen Tagen, natürlich online, eine Diskussion zur Gestaltung des Online-Lernens moderieren dürfen. Sehr pragmatisch habe ich mich auf die Live-Online-Sessions konzentriert, weil sie ja für viele von uns derzeit das Standbein der Online-Lehre darstellen; und genauso pragmatisch habe ich drei Artikel vorgestellt und als roten Faden genutzt, die mir in den letzten Monaten geholfen haben, die eigenen Erfahrungen etwas zu strukturieren:

– Christoph Meier: „Von der Präsenzlehre zum Teleteaching – Schritt für Schritt“
– Nele Hirsch: „Überblick über 8 Webinar-Formate – und wie man sie erfolgreich gestaltet“
– Christina Bliss: „Interaktion online – Wie kann’s gelingen?“

So bin ich auch gleich die Empfehlung losgeworden, sich die mit den Beiträgen verknüpften Ressourcensammlungen, also scil, eBildungslabor und wb-web, unbedingt zu merken. Und mit Liberating Structures habe ich versucht, Impulse und Diskussion mit etwas Gruppenarbeit zu verbinden. Aber da lief mir dann irgendwann die Zeit davon …
Jochen Robes, Slideshare, 21. Oktober 2020

 

Bildquelle: Chris Montgomery (Unsplash)

Einladung zum Mitwirken: Die Working Out Loud-Initiative bei Bosch

Working Out Loud in Deutschland, da stolpert man früher oder später über Katharina Krentz und Bosch. In diesem Podcast (55 Min.) darf sie noch einmal ihre Geschichte bzw. die ihrer WOL-Initiative erzählen: wie aus einer Graswurzelbewegung in wenigen Jahren ein fester Baustein des HR Portfolios wurde. Und dieser Weg war nicht frei von Hindernissen:

„Die Herausforderung: Ein selbstorganisiertes Lernprogramm passt nicht in die traditionelle Akademie Welt der Robert Bosch GmbH. Peer-Learning-Programme gab es in dieser Welt noch nicht. Zudem gab es „kostenfreie“ Trainingsprogramme im System nicht. Es fehlen Strukturen und Prozesse.“
Alexander Kluge und Sabine Kluge, Kluges aus der Mitte, Nr. 8, 16. Oktober 2020