Chatbots as Teaching Assistants: Introducing a Model for Learning Facilitation by AI Bots

Natürlich werden wir Chatbots zukünftig auch in Lehr- und Lernprozessen begegnen. Vor allem, wenn eine neue Generation von AI-gestützten Assistenten nicht nur mit vorgegebenen Antworten zur Seite steht, sondern selbständig neue Antworten generiert. Vor diesem Hintergrund haben die Bildungsexperten von SAP unter der Überschrift „Levels of Learning Facilitation by AI“ das folgende interessante Stufenmodell entwickelt:

„Level 1: Welcome learners
The AI teaching assistant welcomes new learners with personalized messages.

Level 2: Recommend content and peers
The AI teaching assistant recommends learning content, next steps, peers, and experts for collaborative learning

Level 3: Answer questions
The AI teaching assistant answers typical questions posted by learners

Level 4: Set goals and monitor learning progress
The AI teaching assistant sets learning goals for learners, communicates them, and monitors the learning progress

Level 5: Provide feedback
The AI teaching assistant provides personalized feedback

Level 6: Individual learner coaching
The AI teaching assistant proactively coaches learners by analyzing individual learning needs, making individual recommendations and providing individualized feedback.“

Ihre Einschätzung: Im Moment spielt sich vieles noch auf den Ebenen 1-3 ab. Spannend („real learning assistance“) wird es ab Ebene 4. Aber dafür braucht es noch mehr AI und noch mehr Daten (via Christoph Meier).
Lars Satow, SAP Blogs, 12. Juli 2017

Nachtrag (18.08.2017): „7 fascinating bots – crazy but interesting“ (Donald Clark, 17.08.2017)

Working Out Loud als mentales Onboarding für die Digitale Transformation

„Richtig angewendet“, schreibt Sebastian Hollmann (Continental), „wird WOL daher zum netzwerkbasierten Lern- und Arbeitsansatz für die Digitale Transformation.“ Working Out Loud (WOL), das ja derzeit in aller Munde ist, kann aus seiner Sicht auf zwei Wegen „gelebt“ werden: Man kann, mit dem richtigen „Mindset“ im Rucksack, damit beginnen, seine Erfahrungen mit anderen auszutauschen und zu teilen. Twitter, Facebook, Podcasts, der eigene Blog sowie die Treffen vor Ort sind zum Beispiel die Kanäle, die Sebastian Hollmann nutzt. Oder man folgt dem strukturierten Ansatz, den John Stepper ausführlich beschrieben hat: ein Ziel definieren, sich 12 Wochen lang mit Gleichgesinnten in WOL-Circles treffen, usw. Beide Wege und wichtige Leitplanken werden hier ausführlich vorgestellt und mit persönlichen Erfahrungen und Begegnungen verbunden. Und wer gerne etwas O-Ton hören möchte, kann den Autor übrigens auf der Zukunft Personal („Meet the Blogger“) treffen. Da habe ich übrigens auch unterschrieben …
Sebastian Hollmann, Zukunft Personal | HRM Expo BLOG, 14. August 2017

Why Adopt Microlearning – 15 Questions Answered

Eine nützliche Übersicht über das Konzept „Microlearning“. Aus meiner Sicht wird dem Stichwort schon fast etwas zuviel zugemutet, aber dafür werden alle denkbaren Perspektiven aufgenommen und beleuchtet: Was Microlearning ist („an action-oriented approach of offering bite-sized learning that gets learners to learn, act, and practice“), die Vorteile von Microlearning, die verschiedenen Einsatzfelder und Designs und sogar einige Anmerkungen zum ROI. Als Auszug anbei die im Artikel aufgeführten Formate:

„Interactive parallax based scrolling, mobile apps, short videos, interactive videos, whiteboard animations, kinetic text based animations, complex branching scenario based simulations, infographics, eBooks and flipbooks, iPDFs (interactive PDFs)“

Asha Pandey, EI Design, 10. August 2017

Meinungsbeiträge: New Educonomy

Zum Stichwort „New Educonomy“ hat die Redaktion der Bundeszentrale für politische Bildung jetzt noch zwei Positionen ergänzt: Martina Schmerr (GEW) und Tobias Kollmann (Universität Duisburg-Essen) nehmen jeweils Stellung zum Verhältnis von Bildungsbereich und Digitalisierung, ohne sich aber richtig ins Gehege zu kommen. Während Martina Schmerr für Grenzen und Transparenz plädiert, unterstreicht Tobias Kollmann die Bedeutung digitaler Kompetenzen und den Nachholbedarf in Deutschland. Beides kann man gut nacheinander lesen.
Bundeszentrale für politische Bildung/ werkstatt.bpb.de, 27. Juli 2017

Digital Intelligence: Roboter als Assistenz-Professoren?

Ein Werkstattbericht, der eigentlich niemanden beunruhigen sollte, der in der Lehre tätig ist. Jürgen Handke von der Uni Marburg experimentiert mit zwei Robotern, die ihn bei einfachen Aufgaben in der Lehre unterstützen sollen und lässt sich dabei von einem Kamerateam über die Schulter schauen. Vieles läuft schief, aber es setzt Fantasien frei …

“Super gelaufen. Den Pepper werden wir jetzt richtig fit machen, der wird unser Assistent werden, meine Mitarbeiter werden den auch einsetzen.”
Fabian Mader, ARD-alpha/ Campus Magazin, 3. Mai 2017

Open Badges – die unterbeleuchtete Seite von Open Education

Wenn es um Open Education geht, stehen die Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources, OER) klar im Vordergrund. Open Badges oder “digitale Kompetenzabzeichen”, wie Ilona Buchem von der Beuth Hochschule für Technik in Berlin sie in diesem Video nennt, stehen noch etwas im Abseits. Potenzial, z.B. als digitale CVs oder ePortfolios, wird ihnen gerne bescheinigt. Was fehlt, ist Aufmerksamkeit und eine breitere Diskussion über ihren Sinn und Nutzen. Manchmal denke ich, dass eine solche Infrastruktur vor allem zukünftigen Programmen bzw. Algorithmen hilft, automatisiert Profile und Lebensläufe auszulesen. Aber das wäre vielleicht schon Teil der Diskussion …
OERinfo - Informationsstelle OER,  YouTube, 1. Mai 2017

The Future of Jobs and Jobs Training

Das amerikanische Pew Research Center hat vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um den Einfluss von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung auf die Zukunft der Arbeit eine große Zahl von Experten gefragt, ob sie sehen, dass neue Bildungs- und Lernprogramme hier Antworten liefern können. Die Meinungen und Kommentare der Experten haben sie in fünf Blöcken zusammengefasst. Hier die Blöcke, die im Dokument (92 S.) näher vorgestellt und mit Zitaten gefüllt werden:

“Theme 1: The training ecosystem will evolve, with a mix of innovation in all education formats
Theme 2: Learners must cultivate 21st‑century skills, capabilities and attributes
Theme 3: New credentialing systems will arise as self-directed learning expands
Theme 4: Training and learning systems will not meet 21st‑century needs by 2026
Theme 5: Jobs? What jobs? Technological forces will fundamentally change work and the economic landscape”

Lee Rainie und Janna Anderson, Pew Research Center, 3. Mai 2017

10 uses for Amazon Echo in corporates

Okay, ich hatte etwas mehr erwartet, als ich die Überschrift las. Und irgendwie auch “Training/ Learning” mitgelesen. Doch Donald Clark, glücklicher Besitzer eines neuen Familienmitglieds, konzentriert sich auf die Frage: “Could its frictionless, hands-free, natural language interface be of use in the office environment?” Und bleibt bei sehr administrativen Übungen stehen. Das ist sicher nur der Anfang.
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 4. Mai 2017

Wie lernen wir (über-)morgen? Ein Ausblick auf die Bildung der Zukunft [Buch]

Eigentlich heißt der Buchartikel, den Jöran Muuß-Merholz geschrieben hat und auf den er hier verweist, “Lernen zwischen Kaffee und künstlicher Intelligenz”. Den roten Faden seiner Geschichte bildet Familie Müller, mit deren Hilfe er einen Blick auf das Lernen in Unternehmen, Schulen, Volkshochschulen und Hochschulen wirft. Am ausführlichsten kommen die Volkshochschulen weg, die sich 2041 in “Community Learning Center” gewandelt haben werden. Überhaupt enthalten die Szenarien, die Jöran Muuß-Merholz zeichnet, viele schöne Bilder, Ideen und Stichworte. Wenn man eine zentrale Botschaft des Artikels sucht, so lautet sie vielleicht: Auch wenn wir die Digitalisierung und Automatisierung weiterdenken, behalten Begegnungen, das Lokale und Räumliche, der Austausch und konkrete Aktivitäten ihre Bedeutung. Aber - auch durch die Digitalisierung - oft eine neue, andere.

Allerdings haben mich die Stichworte, die 2041 das Lernen in Unternehmen charakterisieren sollen, nicht so richtig inspiriert. Sie lauten “Lernraum, Lerncoach und Communities of Practice”. Lernräume sind in der Fantasie von Jöran Muuß-Merholz eine “Fusion aus Coffeeshop und Bibliothek”, ein zukünftiger Unternehmensstandard. Aber wieso eigentlich noch “Lernräume”? Wenn wir uns heute geplante Arbeitsumgebungen anschauen, so sehen wir ein Nebeneinander von Schreibtischen, Ruheräumen mit Sofas, Begegnungsräumen, Kreativplätzen, Sitzungszimmern usw. Braucht es da noch explizite Lernräume? Auch die Lerncoaches und Communities kommen in der Beschreibung sehr “analog” daher und könnten aktuellen Bildungskonzepten entnommen worden sein. Wenn das die Visionen sind, die 2041 zum Alltag geworden sind, dann macht die betriebliche Weiterbildung in den nächsten Jahren keine allzu großen Sprünge. Die finden sich dann eher beim “Educational Friday” an der Hochschule, “an dem Mitarbeiter in die Hochschule gehen oder Studierende ins Unternehmen kommen”.
Jöran Muuß-Merholz, Jöran und Konsorten, 1. Mai 2017

Learning Analytics in Hochschulen

Seit fünf Jahren ist Learning Analytics (LA) ein Thema. Dahinter steckt die systematische Auswertung von Daten, die im Lernkontext anfallen, um Lernprozesse zu optimieren - auf individueller, auf Kurs- wie auf Ebene der Institutionen. Im Artikel werden verschiedene Tools, Frameworks und Systeme vorgestellt, die für den Hochschulbereich entwickelt wurden. Vieles fällt in den Bereich “Frühwarnsysteme”, um Lernende rechtzeitig bei Schwierigkeiten unterstützen zu können. Einige Daten zum Einsatz oder zur Nutzung der vorgestellten Systeme, gerade im deutschsprachigen Bereich, wären ganz interessant gewesen, fehlen aber. Wie auch immer: LA, so die Autoren, bleibt ein Thema, wird sich aber verändern: Echtzeit-Feedbacks, Dashboards, Predictive Analytics und Standards rücken in den Vordergrund.
Philipp Leitner und Martin Ebner, in: John Erpenbeck, Werner Sauter (Hrsg.): Handbuch Kompetenzentwicklung im Netz. Bausteine einer neuen Lernwelt. Schäffer-Poeschel, März 2017 (pdf, via Academia.edu)