Wenn das Smartphone Nachhilfestunden gibt

Es gibt einige Erklärungen dafür, warum der Bildungsmarkt im deutschsprachigen Raum für Start-ups und Investoren nicht attraktiv ist („Warum gibt es in Deutschland kaum EdTech?“). Die große EdTech-Szene spielt in Silicon Valley. Vor diesem Hintergrund verlinke ich einmal auf diese Nachricht über das Wiener Start-up „Gostudent“, „… das Nachhilfestunden im Netz anbietet – mittels kostenloser Chatlösung können Schüler alle möglichen Fragen stellen – von Goethe bis zur Kurvendiskussion. In einem bezahlten Bereich gibt es Video-Nachhilfestunden und Chats mit Lieblingstutoren.“

Das Unternehmen berichtet von monatlich 250.000 Nutzern. Investoren scheinen interessiert. Vielleicht ist es die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Vielleicht ist es eine von vielen neuen Initiativen, denen nur etwas Aufmerksamkeit fehlt.
Johannes Steger, Handelsblatt, 8. November 2018

Bildquelle: Marten Bjork (Unsplash)

Corporate Learning Community Region Frankfurt #CLC069, 4. Treffen am 15. Oktober 2018

Hier will ich noch einer Chronistenpflicht nachkommen: Nachdem sich die Frankfurter Corporate Learning Community bereits am 15. Oktober in Eschborn getroffen hatte, sind jetzt auch ein paar Zeilen über das Event online. Annette Sell sei es gedankt. Unser Thema war „Alles muss agil sein! Muss es das?”, als Impulsgeber konnten wir Minh Luong gewinnen – und alles Weitere steht im Beitrag, in Wort und Bild.
Annette Sell, Corporate Learning Community, 6. November 2018

Bildquelle: Annette Sell

KI@Education: Wann kommt der LehrBot?

Mittels Künstlicher Intelligenz (KI) rückt individualisiertes Lernen in greifbare Nähe. So die These von Ulrich Schmid (mmb Institut). Das geht weit über die Möglichkeiten traditioneller, geschlossener Lernplattformen hinaus. Zum einen durch die Menge an Daten, die in „reichweitenstarken“ Lernumgebungen ausgewertet werden kann. Und durch die Möglichkeiten humanoider Teaching-Robots, wie sie z.B. Jürgen Handke in Marburg testet. Sensorik, Emotionalität und Spracherkennung erwähnt hier Ulrich Schmid. Wenn dann noch Deep Learning dazu kommt, also die Fähigkeit von Software, sich selbst zu „trainieren“, haben wir es mit intelligenten Systemen zu tun.

Das ist aber noch Zukunftsmusik, meint Ulrich Schmid. Kurze Musterdialoge sollen aber andeuten, wohin die Reise geht: „Lehr-Roboter: „Hallo Lisa: Du siehst müde aus?!“ Lisa: „Ja, ich habe die letzten Nächte kaum geschlafen, weil ich mich auf diese Geschichts-Klausur vorbereiten muss…“ Jetzt könnte man natürlich überlegen, wie Lehr-Roboter, Arbeits-Roboter, Haushalts-Roboter, Fitness-Roboter und Achtsamkeits-Roboter um die richtige Fortführung des Dialogs ringen …
Ulrich Schmid, Bertelsmann Stiftung/ Digitalisierung der Bildung, 6. November 2018

Bildquelle: Alex Knight (Unsplash)

World’s first hologram lecture (not really) but are they necessary?

Nein, „hologram lectures“ sind nichts, was wir dringend benötigen, sagt Donald Clark (der ja ansonsten keiner technischen Neuerung aus dem Weg geht). „But I’m not convinced that hologram lectures are much more than a gimmick. They’re technically difficult to organise, expensive and try too hard to mimic what is, essentially, a flawed pedagogic technique. It perpetuates the traditional lecture format, rather than moving things on. It’s taking something that’s not that good in the real world and mirroring it virtually.“

Lieber sollte man sich Gedanken machen, warum so viele Studierende Vorlesungen schwänzen. Und dann gibt es ja noch Skype, Webinar-Software oder Virtual Reality, wenn man nach Alternativen sucht.
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 2. November 2018

Bildquelle: „Stephen Hawking appears as hologram in Hong Kong“, AFP news agency, YouTube

 

Ten strategic technology trends towards 2019

Ich habe keinen direkten Link auf diesen Trendbericht von Gartner gefunden, also muss es bei dieser Übersicht bleiben. Der Autor leitet wie folgt ein: „Gartner trends reflect the importance of AI in work environments, and in the development of products and services. Also, it forecasts a greater connection between technology and humans.“ Dann folgt die Aufzählung:

1. Autonomous things, 2. Augmented analytics, 3. AI-driven development, 4. Digital twins, 5. Empowered edge, 6. Immersive experience, 7. Blockchain, 8. Smart spaces, 9. Digital ethics and privacy, 10. Quantum computing
Christian Guijosa, Tecnológico de Monterrey/ Observatory of Educational Innovation, 16. Oktober 2018

Bildquelle: Pixaline (pixabay, CC0)

B. F. Skinner: The Most Important Theorist of the 21st Century

Burrhus Frederic Skinner (1904 – 1990), amerikanischer Psychologe, prominentester Vertreter des Behaviorismus, Erfinder der „Skinner Box“ und des programmierten Lernens. Im Rahmen ihrer Recherchen zur Geschichte von „Education Technology“ hat Audrey Watters natürlich auch viel Zeit mit Skinner verbracht. Einiges von dem, was sie in den Archiven und Texten gefunden hat, hat sie in diesen lesenswerten Artikel einfließen lassen. Aber ihr wichtigster Punkt ist zweifellos die Linie, die sie von Skinner zu den Silicon Valley-Exponenten und ihren sozialpolitischen Ideen und Utopien zieht, zu Zuckerberg & Co. „… Seymour Papert lost and B. F. Skinner won“, heißt es an einer Stelle.
Audrey Watters, Hack Education, 18. Oktober 2018

Bildquelle: Silly rabbit (Wikipedia, CC BY 3.0)

Learning + Development: Zukunft der Bildung

Es ist zwar erst Oktober und damit noch keine „10 Trends“-Saison, aber der Autor, Josef Buschbacher, riskiert trotzdem schon mal einen Wurf. Von 1) „Lernen on Demand – Just-in-Time-Lernen“ bis 9) „Neue Technologien, EdTech, im Kontext der Bildung werden noch schneller entwickelt …“). Und weil der zehnte und letzte Punkt einen Blick über den Tellerrand riskiert und gleich noch mit dem Termin einer EdTech-Konferenz 2019 verknüpft ist, zitiere ich ihn ausführlich:

„10. Hört sich zwar spacig an- ist aber schon sehr weit fortgeschritten. Die Computer-Hirn-Schnittstelle (CHS) ist eine sehr direkte Form des Austausches zwischen Hirn und PC / Rechner. Durch Veränderungen der Vorstellung werden Hirnaktivitäten genutzt um zu lernen, PC Programme oder Maschinen zu bedienen oder zu steuern. Die ethischen Fragen sind enorm und dafür haben wir auch noch keine passende Antwort. Auf der EdTEch Konferenz werden wir die Computer-Hirn-Schnittstelle testen und Sie können sich ein Bild von den Chancen und Risiken machen.“
Josef Buschbacher, CLC Learning & Change GmbH, 14. Oktober 2018

Bildquelle: jejimenezlc (pixabay, CC0)

Blockchain looking more and more like a ball and chain?

Donald Clark: „In over 30 years in the tech industry, I’ve never know a concept so opaque that caused so much fuss.“ Ja, es ist gar nicht so einfach, mit der Blockchain warm zu werden. Vor allem im Bildungsbereich gibt es keine Anwendungsbeispiele, die einleuchten und die da sind. (Okay, es gibt Nachrichten wie „World’s 1st blockchain university to begin teaching in 2019“, aber die bestehen vor allem aus Worthülsen und Versprechen  …) Es ist ein bisschen wie „Lösung sucht Problem“, meint Donald Clark und hält fest:

„A chain is no stronger that its weakest link and although Blockchain is a distributed, unhackable chain, it has weak links are outwith that technical chain – in terms of opacity, complexity, regulation, energy consumption, bandwidth needs, storage needs, and trust.“
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 4. Oktober 2018

Bildquelle: Hitesh Choudhary (Unsplash)

Hallo Hessen

Jürgen Handke war wieder auf Tour. Hier sehen wir ihn in der Sendung „hallo hessen“, wo er mit zwei seiner  Roboter, „Yuki“ und „Miki“,  im Studio war. Dazu gibt es Einspieler aus der Universität Marburg, wo man die Roboter live im Unterricht sieht. Ziel ist es, so Jürgen Handke, dass die Roboter in der Lehre unterstützen, damit die Lehrkräfte als Lernbegleiter bzw. Coaches Zeit für die direkte Betreuung der Studierenden gewinnen. In Kürze soll es zudem die erste Roboter-Sprechstunde für Studierende geben. Nach dem Einstieg ab 14:32 und 1:04:52.
Hessischer Rundfunk, hallo hessen, 1. Oktober 2018

The Seven Deadly Sins Of Digital Badging In Education

Wer heute ein Curriculum oder einen Online-Kurs (MOOC) aufsetzt, denkt womöglich auch über Badges nach, also jene virtuellen Abzeichen, die Lernende im Kursverlauf verdienen können und die bestimmte Skills repräsentieren. Troy Markowitz zählt einige Dinge, die man bei der Konzeption und Ausführung von Badges vermeiden sollte:

„1. (Operational Inefficiency) Making faculty and staff manually issue badges …
2. Issuing badges without authentic evidence …
3. Issuing badges randomly …
4. Expecting students to manually claim badges …
5. Hiding badges where employers won’t look …
6. Storing badges in a separate silo …
7. Issuing badges that don’t match to internships or jobs …“

Troy Markowitz, Forbes, 16. September 2018

Bildquelle: Maria Badasian (Unsplash)