Learning In The Flow Of Work: Now Available For HR

Josh Bersin hat seine Idee von „Learning in the Flow of Work“ weiter vorangetrieben. Es gibt jetzt die „Josh Bersin Academy for MS Teams“. Unternehmen können sie installieren, und ihren Mitarbeitern stehen dann die Inhalte der JBA direkt über bzw. in Teams zur Verfügung. „Learning in the Flow of Work“ ist also ein Produkt, ein Geschäftsmodell. Josh Bersin stellt zwei Szenarien vor:

„First, a professional wants to learn something quickly on the job“: Er oder sie kann dann direkt in Teams auf die Online-Bibliothek der JBA zugreifen.

„Second: Professionals Want To Break Out From A Learning Program To Collaborate“: Sie können in Teams ein Thema diskutieren, auch mit Nicht-Abonnenten der JBA. Sogenannte „Conversation Starters“ ermuntern sie dazu.

Ein interessantes Angebot. Ob die Schnittstelle in MS Teams auch für weitere Anbieter und ihre Bibliotheken offen ist, bleibt abzuwarten. Josh Bersin deutet jedenfalls an, dass die beiden vorgestellten Einsatzszenarien nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Und er lehnt sich noch weiter aus dem Fenster: „Third, and even more important, is the way workforce productivity platforms like Microsoft Teams, Slack, Salesforce, and Workplace by Facebook are turning into learning platforms.“
Josh Bersin, 10. September 2019

Bildquelle: Josh Bersin Academy

Microsoft Teams, Slack, Facebook Workplace Are Taking Over: And We Better Take Notice

Analyst Josh Bersin erklärt uns wieder die HR Tech-Landschaft. Sein Einstieg: „Let’s face it, the paradigm of email is broken.“ Sein Appell: „Enter the world of messaging systems …“ Und hier greifen jetzt Systeme wie Microsoft Teams oder Slack. Josh Bersin nennt sie „productivity platforms“ oder „employee experience platforms” und spricht von „HR in the flow of work“. Im Kern geht es darum, dass Menschen das, was sie im Alltag tun, nämlich chatten und sich schnell und formlos austauschen, auch am Arbeitsplatz tun wollen. Und, umgekehrt, die Dynamik der Arbeitswelt eine Kommunikation in „real-time“ verlangt.

Die Welt wird dadurch (noch) nicht einfacher. Zum einen stehen beide Welten, E-Mail und Messenger-Dienste, nebeneinander. Und das wird auch noch eine Weile so bleiben. Zum anderen sind die Arbeitsprozesse zunehmend vernetzter und machen nicht an Unternehmens- oder Generationengrenzen halt: Mitarbeiter arbeiten in Teams mit Freelancern, Partnern, Zulieferern und Kunden zusammen, mit KollegInnen, die sehr unterschiediche Routinen und Vorlieben pflegen. Oft wird es deshalb nicht Teams oder Slack, sondern Teams und Slack (und möglicherweise noch ein paar weitere Systeme) heißen. 

Aber der Trend ist auch hierzulande angekommen. Das Arbeiten in agilen Prozessen und Strukturen verlangt ja nach Kommunikations- und Kollaborationsmöglichkeiten „in the flow of work“.

Und um abschließend noch den Bogen zu Corporate Learning zu spannen, hier noch ein interessanter Teaser des Analysten: „(We demonstrated our new unannounced learning solution as a plugin to Teams….. Stay tuned!)“

Josh Bersin hat übrigens auch dieses Jahr wieder den HR Tech-Markt ausführlich beschrieben („HR Technology Market 2019“). Vielleicht schaffe ich es, darauf noch in einem gesonderten Beitrag einzugehen.
Josh Bersin, 4, März 2019 

Bildquelle: Christin Hume (Unsplash)

Making Learning a Part of Everyday Work

Es geht ums lebenslange Lernen. Wie kann es umgesetzt, gelebt und gefördert werden? Die Autoren, Josh Bersin und Marc Zao-Sanders, haben da eine „Idee“, ja, ein neues „Paradigma“ (!?) entwickelt, das sie „learning in the flow of work“ nennen. Wenn man diese kleine gedankliche Hürde einmal genommen hat, erhält man eine Liste mit kurzen, pragmatischen Hinweisen und Tipps. Einige erinnern mich an „work hacks“ bzw. „learn hacks“, die ja gerade landaus, landein ums agile Arbeiten gehandelt werden.

Zuerst geht es um „bottom-up learning“ („the perspective of the individual“:
– Practice metacognition and mindfulness;
– Maintain a to-learn list;
– Use tech-enabled tips as you work
– Calendarize dedicated learning time into your work schedule
– Subscribe to a small number of high-quality, hyper-relevant newsletters;
– Contribute actively, expertly, and kindly to a learning channel where work actually happens.

Dann folgt „top-down learning“ („the perspective of the corporate“):
– Make sure corporate knowledge systems are accurate and easy to use;
– Share content internally;
– Leverage APIs to bring content to the workplace;
– Devote a channel in your corporate communications software to learning;
– Consider a conversational or chat interface;
– Place learning in the inbox.

Josh Bersin und Marc Zao-Sanders, Harvard Business Review, 19. Februar 2019

Bildquelle: Bram Naus (Unsplash)

New Research Shows „Heavy Learners“​ More Confident, Successful, and Happy at Work

Es gibt einen Zusammenhang zwischen herausfordernden Aufgaben, Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und Arbeitszufriedenheit. Wenig überraschend, aber so würde ich die Ergebnisse einer Studie zusammenfassen, die Josh Berson mit LinkedIn durchgeführt hat. Aber manchmal braucht man ja etwas schwarz auf weiß. Deshalb hier die zentralen Fragen/ Antworten:

In your current job, what is #1 thing that inspires you and makes you happy and want to work harder?  =  The nature of the work itself (26 Prozent)

In your current company, what is the #1 most important thing that would make you look for a new job?  = Inability to learn and grow (20 Prozent)

Dazu gibt es noch eine Keynote (Video) von Josh Bersin („Learning In The Flow Of Work“).
Josh Bersin, LinkedIn/ Pulse, 9. November 2018

Bildquelle: Casey Horner (Unsplash)

The Learning Experience Platform (LXP) Market Expands

Nach „Learning Management“-Systemen, so Josh Bersin, kommen jetzt „Learning Experience“-Plattformen (LXP). Ein neuer, wachsender Markt. Neue Anbieter. Ein neues Paradigma des Lernens gar, weg von Kursen und Programmen, hin zu „learning in the flow of work“. Da die Abgrenzungen noch unscharf sind, hat Josh Bersin einmal festgehalten, was aus seiner Sicht diese neue Klasse von Plattformen auszeichnet:

„- They present content in a “Netflix-like” interface, with recommendations, panels, mobile interfaces, and AI-driven recommendations,
– They accommodate any form of content, including articles, podcasts, blogs, micro-learning, videos, and courses,
– They are social, and include social profiles which connect content to people to create authority,
– They have paths or learning track or trails so you can follow content to a logical learning outcome,
– They have some form of assessment and often badging or certification,
– They make it easy to publish your own content as an individual,
– They are mobile, fun to use, fast and easy to traverse and have great search and embedded learning features.“

Die bekannteste LXP-Plattform ist Degreed. Sie kommt wirklich anders daher: Individueller – ich kann als Nutzer mein eigenes Profil mit Themen, Interessen und Kompetenzen ausfüllen; offener – Degreed präsentiert Kurse, Lerninhalte und Nachrichten aus verschiedenen Quellen im Netz; und mehr als täglicher Newsstream – ich kann mir Nachrichten zu meinen Themen schicken lassen, Kurse rücken in den Hintergrund. Neben einer Handvoll von LXP-Plattformen sind viele gestandene Lernplattform-Anbieter dabei, LXP-Features in ihre Angebote zu integrieren. Josh Bersin weist hier im Besonderen auf Linkedin Learning hin. Seine Empfehlung:

„The LXP paradigm has been earthshattering for us all. As you search for your next learning platform, make sure you look around. The options are clearly expanding.“
Josh Bersin, 27. September 2018 

Bildquelle: Samuel Wong (Unsplash)

An Entirely New World of HR Technology: HR In The Flow of Work

Der Experte wirbt weiter für seinen „in the flow of work“- Trend: wieder eine neue Generation von HR-Systemen und Tools. Aber dieses Mal kommen sie nicht mit dem Versprechen daher, die „eine“ Lösung zu sein, sondern ordnen sich – einladend, benutzerfreundlich und zweckdienlich – unseren Arbeitsprozessen und Anforderungen unter:

„We need systems that are intelligent, useful, and accessible in the flow of work. This means no longer logging into the “talent management” or “learning system” but using these systems in our every day lives, accessing information on a mobile app, getting messages from Slack or another messaging system, or even communicating with the HR systems through a conversation on our phone.“
Josh Bersin, joshbersin.com, 29. Juli 2018

A New Paradigm For Corporate Training: Learning In The Flow of Work

Nun, was tut man als Erstes, wenn man ein neues Paradigma entdeckt hat? Richtig, man lässt es als Marke eintragen. Zumindest, wenn man Geschäftsmann und Amerikaner ist. „Learning in the Flow of Work“ ist also eine Marke. Und die erklärt uns Josh Bersin in diesem Artikel.

Vorneweg: In der ersten Hälfte werden wir durch 25 Jahre Learning & Development geführt, von E-Learning bis eben Learning in the Flow of Work. Das ist ein interessantes, atemloses Spiel mit Systemen, Anbietern, Trends und Stichworten, die sich die Hand reichen. Natürlich ist es auch der Berater Josh Bersin, der hier kräftig Staub aufwirbelt. Hierzulande wird sich wohl kaum ein Unternehmen finden, das diese Geschichte auch nur ansatzweise so nacherzählen könnte.

Nun steht Corporate Training also vor der nächsten Revolution. Josh Bersin grenzt sie zuerst ab von all den aktuellen Bildern, die ihre Anleihen bei Netflix oder Spotify suchen und die ihre Nutzer mit „channels“, „topics“ und „recommendations“ in den Bann ziehen wollen. Josh Bersin: „In learning the problem is different. We don’t want people to be “addicted” to the learning platform, we want them to learn something, apply it, and then go back to work.“

Der Rest ist nicht neu. Von „workplace learning“, „microlearning“ oder „on demand learning“ wird schon lange gesprochen. Auch dass dahinter unterschiedliche Anforderungen des Nutzers bzw. Lerners stehen. Doch jetzt ist es in den Stand des Paradigmas gehoben und zur Königsdisziplin von Corporate Training ausgerufen. Mit einer Anbieter- und Tool-Landschaft, die sich entsprechend aufstellt. Ich bin gespannt, ob sich das Paradigma als Paradigma durchsetzt. Das Thema bietet auch so genügend Stoff.
Josh Bersin, joshbersin.com, 3. Juni 2018