5 Methoden, die Wissensarbeiter*innen kennen sollten!


Simon Dückert schrieb:

„Ich bin aktuell in einem Working Out Loud Circle und meine Hausaufgabe aus Woche 9 ist, ein Blogbeitrag im Format Listicle zu verfassen und darin einige wertvolle Ressourcen zu listen. Da mein WOL-Ziel mit dem Aufbau eines Methodenpools in einem internen Wiki zu tun hat, stelle ich im folgenden kurz meine Top-5-Methoden für Wissensarbeiter*innen vor und verlinke meine wichtigsten Quellen dazu: …“

Er wirft Getting Things Done (GTD), Memex, Community of Practice, Wissenslandkarte und natürlich Working Out Loud in die Runde. In den Kommentaren gibt es weitere Zurufe. Natürlich gehen dabei Methoden und Tools kreuz und quer. Was mich daran erinnert, wie wenig bis heute über das Thema „Persönliches Wissensmanagement“ geschrieben worden ist. Harold Jarche, das schöne Handbuch von Gabi Reinmann und Martin J. Eppler („Wissenswege“), das aber auch schon 10 Jahre alt ist …
Simon Dückert, Cogneon, 26. Oktober 2017

Wissensarbeit im Wandel

1.200 Rückmeldungen aus dem deutschsprachigen Raum haben die Personaldienstleister von Hays (in Zusammenarbeit mit Pierre Audoin Consultants und der Gesellschaft für Wissensmanagement) eingeholt, um mehr über die aktuellen Themen und Problemfelder in der Wissensarbeit zu erfahren. Wobei sie das Konzept des „Wissensarbeiters“ nicht weiter problematisieren, womit sie sich zwar schwierige Eingrenzungs- und Abgrenzungsversuche ersparen, aber den Leser auch mit Fragezeichen zurücklassen.

Die Kernergebnisse der Studie werden wie folgt zusammengefasst:

  1. Wissensarbeit wird durch Routinetätigkeiten blockiert
  2. Spezialisierung verhindert den Blick über den Tellerrand
  3. Wissensarbeiter entwickeln ihre Kompetenzen in Eigenregie

Der letzte Punkt, das merken die Autoren an, geschieht nicht so ganz freiwillig. Vielmehr weichen Wissensarbeiter hier oft den schwierigen Rahmenbedingungen vor Ort aus.
Hays, September 2017

Offen, vernetzt, innovativ: Von Industrie 4.0 zu Bildung 4.0

 

Auf den Titel hatte ich mich bereits letztes Jahr mit dem Veranstalter der Fachtagung Wissensmanagement, der Region Hannover, verständigt, wie immer in der Hoffnung, dass er die Monate bis zum Termin auch trägt. Im Vortrag habe ich dann versucht drei Dinge unter einen Hut zu bringen: einmal eine vorsichtige Ableitung von Bildung 4.0 aus Industrie 4.0 und Arbeiten 4.0; dann einen kurzen Überblick zur Digitalisierung & Bildung mit der Botschaft, dass wir heute „digitale Bildung“ nicht mehr erfinden oder einführen müssen, weil sie längst da ist; und abschließend eine kurze Erwähnung der einzelnen Gestaltungsfelder, wenn man sich systematischer mit dem Bildungsportfolio der eigenen Organisation auseinandersetzen will.

Unmittelbar im Anschluss überraschte uns Tanja Föhr (tanjafoehr.com) gleich mit tollen Sketchnotes zum Vortrag. Es war überhaupt eine sehr kurzweilige Veranstaltung in Hannover. Es gab drei Workshops von Tanja Föhr, Christian Keller (ck2 Wissensmanagement) und Maik H. Wagner (MW Wissenskommunikation) und über 100 interessierte Teilnehmer, einige aus der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM), die immer wieder mit weiteren Ideen das Themenspektrum erweiterten.

Was nicht unerwähnt bleiben darf: Mein Zug von Frankfurt nach Hannover kam 20 Minuten zu früh (!) in Hannover an. Die Szenen, die sich nach Ankündigung der frohen Botschaft im Abteil abspielten, sind nicht in Worte zu fassen.
Jochen Robes, SlideShare, 1. September 2017

Mein Wochenausklang: Von der Tagesschau zum Morning Brief

Vorneweg: Ich sehe, lese, höre gerne Nachrichten. Lange Zeit war das eine feste Routine, eine Kombination aus Tageszeitung, SPIEGEL Online und Tagesschau. Doch hinter meinem Rücken haben sich die Anteile unmerklich verschoben. Immer mehr Informationen über Aktuelles und Hintergründiges hole ich mir inzwischen aus dem Netz. Also habe ich mich Anfang des Jahres einmal hingesetzt, um diesen Prozess etwas aktiver zu steuern. Herauskam: Ein Verlierer in meinem Portfolio ist die abendliche Tagesschau. Sie kommt einfach zu spät und punktet nur noch bei Katastrophen. Aus der morgendlichen Tageszeitung wurde, nach einigen familiären Debatten („… und der Lokalteil?“), ein Digital-Abo einer Überregionalen. Hinzu kommt ein bunter Mix aus Newslettern und -diensten. Meine aktuellen Favoriten: SPIEGEL Online mit ihrem morgendlichen Briefing („Die Lage“, 6:00 Uhr), in dem sie in drei oder vier thematischen Blöcken halb zurück, halb nach vorn blicken; die Süddeutsche Zeitung mit „SZ Espresso am Morgen“ (7:45 Uhr), etwas kleinteiliger und zweimal täglich („… am Abend“); dann mein Favorit, das tägliche „Morning Briefing“ der New York Times mit der Europa-Ausgabe (7:20 Uhr), ein wunderbarer „ausgeschriebener“ Überblick, gegliedert in Rubriken und verlinkt mit den entsprechenden Online-Artikeln, aber die brauche ich für den schnellen Überblick eigentlich selten. Aus dem riesigen Angebot an (kostenlosen) Diensten der NYT gönne ich mir auch noch „What we are reading“ (mit Leseempfehlungen der Times-Redakteure), „Bits“ (über Nachrichten aus der IT) und den täglichen Podcast „The Daily“, in dem der wunderbare Michael Barbaro in Interviews über den amerikanischen Wahnsinn informiert.

Ich vermute ja, dass ich mit diesen Veränderungen nicht allein bin. Und wenn wir genau überlegen, werden wir solche Verschiebungen auch in anderen Lebensbereichen entdecken. Auch über Weiterbildung halten wir uns ja nicht mehr mit zwei Konferenzbesuchen, zwei Fachmagazinen und einem Sachbuch auf dem Laufenden. Online-Magazine, Newsletter, Blogs, RSS, Twitter bestimmen längst das Bild. Oder?

Bildquelle: Danielle MacInnes (Unsplash)

KOA031 Wissensmanagement Future Backwards

Simon Dückert und Ulrich Schmidt haben die 31. (!) Folge ihrer Podcast-Reihe „Knowledge on Air“ zum Anlass genommen, um über Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit des Wissensmanagements nachzudenken. Dabei haben sie sich an den Leitfragen der Methode „Future Backwards“ (Dave Snowden) orientiert:

  1. Was ist der aktuelle Zustand des Wissensmanagements in Organisationen?
  2. Welche Schlüsselereignisse der Vergangenheit haben zu diesem Zustand geführt?
  3. Was ist unsere Vision für die Zukunft des Wissensmanagements („Heaven“)?
  4. Was ist unsere Anti-Vision? Wie soll das Wissensmanagement auf keinen Fall aussehen („Hell“)?
  5. Welche konkreten Schritte bringen uns zur Vision?

Die Bestandsaufnahme, so viel sei verraten, fällt ernüchternd aus („Wissensmanagement auf der Intensivstation“!). Auch die Shownotes mit vielen Stichworten und Links sind wieder einen Blick wert. Und alle Hörer sind eingeladen, sich an der Beantwortung der fünften Frage zu beteiligen.
Simon Dückert, Knowledge on Air, 11. August 2017

Bildquelle: Knowledge on Air

Wissensmanagement kompakt

Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) in Düsseldorf hat die Broschüre „Wissensmanagement kompakt“ herausgegeben. Es ist eine praxisorientierte Handreichung für Unternehmen, die das Wissen erfahrener Mitarbeiter*innen sichern und den Wissenstransfer in ihrer Organisation unterstützen wollen. Den roten Faden bilden die Bausteine des Wissensmanagements nach Probst/ Raub/ Romhardt. Dabei widmet sich die Broschüre vor allem der Wissensidentifikation und dem Wissenstransfer, die mit zahlreichen Methoden und Einsatzbeispielen unterlegt werden. Die Rede ist unter anderem von der Qualifikationsmatrix, Wissenslandkarten, Kompetenzprofilen (Wissensidentifikation), von altersgemischten Teams, Mentoring und Wissensstaffeln (Wissenstransfer). In diesen konkreten Beispielen (mit Ansprechpartnern!) liegen Charme und Nutzen der Broschüre. Allerdings fehlen Projekte, in denen versucht wird, diese Wissensprozesse – auch mit Hilfe neuer Netztechnologien – im Arbeitsalltag und der informellen Kultur des Unternehmens zu verankern. Aber dafür hätte man wahrscheinlich den Blick von Industrie und Produktion weg auf andere Branchen werfen müssen.
Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa), 31. Juli 2017 (pdf)

Wissensmanagement – MOOC 2016 ist zu Ende

Da ich den Wissensmanagement-MOOC von Gabriele Vollmar und Dirk Liesch hier etwas stiefmütterlich behandelt habe, will ich wenigstens auf den kurzen Artikel im aktuellen GfWM-Newsletter hinweisen, der einige Eckdaten zusammenfasst und auf Ressourcen hinweist, die auch über das Ende dieses Kurses allen zur Verfügung stehen. Wie zum Beispiel diese Präsentationen (u.a. von BSH Hausgeräte und Festo).

“Mit den Video-Praxisbeispielen zum Wissensmanagement aus Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen sowie zum persönlichen Wissensmanagement ist hierbei ein wahrer Schatz konkreter Lösungen und damit vieler Anregungen entstanden, der nun öffentlich über Youtube mit einer freien „CC-BY“ Lizenz zur Verfügung steht.”
Gabriele Vollmar und Dirk Liesch, GfWM-Newsletter, 1/2017, S. 10/11

Blogparade “Ein Tag an meinem Wissensarbeitsplatz”

Ich bin vorhin eine Stunde Simon Dückerts interessanten Ausführungen gefolgt, als er uns im Rahmen eines Webinars seinen Wissensarbeitsplatz vorstellte. Wissensmanagement zum Anfassen. Etwas “Getting Things Done”, einige Grundbegriffe zur Einstimmung und dann seine Top 7-Tools und kurze Erklärungen zur Nutzung. Vor allem OneNote werde ich mir über Weihnachten wohl noch einmal anschauen …
Simon Dückert, Cogneon, 9. Dezember 2016

M2P025 Wissensmanagement 2.0 bei Swisscom

Martin Geisenhainer (Swisscom) berichtet in diesem Podcast über den Einsatz der Plattform “Ask the Brain” beim Schweizer Telekommunikations-Unternehmen. Gelebte Wissensmanagement-Praxis: Jede/r kann Fragen stellen, jede/r kann antworten, man kann bewerten, kommentieren und sich ein Profil als “Experte” erwerben. Seit drei Jahren gibt es die Lösung, und bis heute sind 12.000 der 20.000 Mitarbeiter mindestens einmal aktiv im System gewesen. Im Rahmen dieser kurzweiligen Fallgeschichte, wie immer souverän moderiert von Simon Dückert, werden Fragen der Erfolgsmessung, der Struktur und Systematik sowie zur Experten-Rolle angesprochen. Der Podcast entstand übrigens im Rahmen einer Session auf dem KnowledgeCamp in Berlin.
Simon Dückert (u.a.) im Gespräch mit Martin Geisenhainer, Cogneon Akademie, 25. November 2016

Using Slack as a Personal Knowledge Hub

Slack ist eine Kollaborationsplattform, die seit einiger Zeit die Runde macht (hier). Sogar als Alternative zu Lernplattformen wurde sie bereits diskutiert (hier). Doch wie wäre es mit Slack als persönliches Wissensmanagement-Tool? Der Autor dieses Beitrags ist begeisterter Evernote-Nutzer, aber beschreibt, wie er Slack nutzt, um seine ungefilterten Ideen festzuhalten. Am Ende, das sei nicht verschwiegen, steht auch der Hinweis: „Review, organize, and archive your thoughts regularly.”
Preslav Rachev, Medium, 12. Mai 2016