filter success

Harold Jarche denkt laut über „knowledge filter“ nach. Technische Filter wie wir sie von Plattformen wie Google oder Amazon kennen, haben den Nachteil, dass wir sie nicht wissen, wie sie funktionieren. Um so wichtiger sind und bleiben „menschliche Filter“, also Personen bzw. Experten, denen wir trauen und deshalb folgen. Sie zu finden, ist aufwändig. Harold Jarche zeigt kurz auf, wie Unternehmen hier unterstützen können („The identification of knowledgeable people should be an important management function. The organization can also help people to codify some of their knowledge, especially through stories.“) und erinnert an den Unterschied zwischen Netzwerken und Communities.
Harold Jarche, Blog, 14. Oktober 2019

GfWM Kompetenzkatalog Wissensmanagement – Folge1

Zuerst habe ich etwas im aktuellen Newsletter der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM) geblättert. Ein schönes Editorial von Manfred Bornemann, das GfWM KnowledgeCamp im November, der Start des Wissensmanagement-MOOCs. Hängengeblieben bin ich am Beitrag von  Angelika Mittelmann und Gabriele Vollmar über die Entwicklung eines „Kompetenzprofils Wissensmanagement“, das einmal als Vorstufe angedacht war, um im nächsten Schritt so etwas wie ein GfWM Gütesiegel zu gewinnen. Dann bin ich beim Video von Gabriele Vollmar gelandet, das ich an dieser Stelle auch verlinke.

Ich muss zuerst gestehen, dass ich zwar GfWM-Mitglied bin, aber Arbeitsgruppe und Projekt nicht mehr auf dem Radar hatte. Von daher habe ich dem angenehm offenen und selbstkritischen Bericht von Gabriele Vollmar aufmerksam zugehört. Sie berichtet darin vom Scheitern des ersten Anlaufs, nämlich der Entwicklung eines Kompetenzprofil. Jetzt, im zweiten Anlauf, will man es mit einem offenen Kompetenzkatalog versuchen. Er umfasst, in aller Kürze, eine Reihe von personalen, interpersonalen und fachspezifischen Kompetenzen, die anderer Stelle ausführlich vorgestellt und in vier Ausprägungsstufen beschrieben werden.

Mein Eindruck: Der Wissensmanagement-Kompetenzkatalog erreicht nicht die Qualität von Kompetenzprofilen, wie ich sie aus Bereichen wie „Learning & Development“ kenne (hier zum Beispiel das ATD Competency Model). Das kann daran liegen, dass es nicht das klare Berufsbild „Wissensmanager/-in“ gibt, so dass gerade die fachspezifischen Kompetenzen blass und wenig differenziert wirken. Irgendwie ist das natürlich ein Teufelskreis, will man doch dieses Berufsbild stärken und professionalisieren … Aber es soll noch eine Folge 2 zum Thema geben.
Gesellschaft für Wissensmanagement, YouTube, 3. Oktober 2019

Bildquelle: GfWM-Newsletter

 

Knowledge Management and Reuse in Virtual Learning Communities

Nehmen wir zum Beispiel die Corporate Learning Community. Unzählige Aktivitäten, von den großen Camps, den Webinaren, den MOOCs bis zu den regionalen Netzwerktreffen, auf verschiedenen Plattformen wie Twitter, Facebook oder Xing. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Viel User-Generated Content, entwickelt von den Mitgliedern des Netzwerks. Regelmäßig gibt es Versuche, hier etwas Ordnung zu schaffen und Orientierung zu bieten. Konventionen wie Hashtags gehören dazu. Auch das Aufbereiten von Ereignissen und Themen für die Webseite colearn.de in Form von Blogbeiträgen oder Regionalseiten ist ein Versuch, Erfahrungen für andere zugänglich zu machen. Aber diese Anstrengungen laufen den wirklichen Aktivitäten natürlich immer hinterher, und es ist immer wieder eine Abwägung, ob man seine Energie lieber in die Aufbereitung vergangener oder in die Planung zukünftiger Aktivitäten steckt.

Das als Vorspann. Denn der vorliegende Artikel nimmt genau diese Frage auf: „One of the main sources of knowledge in the web is the social networks and especially online communities because they contain human experiences which are considered as a rich source of information. This knowledge is in the most cases unstructured and is in the form of discussions organized generally by topics. If that knowledge could be represented and stored in order to be reused, it would facilitate the knowledge acquisition by members.“

Um hier eine Antwort zu finden, schauen sich die AutorInnen zuerst bereits vorliegende Studien zum Thema an. Einen Ausgangs- bzw. Vergleichspunkt bietet ihnen der „Knowledge Reuse Process“ (M. Lynne Markus). Anschließend entwickeln sie ein eigenes „Framework for Knowledge Management in Virtual Learning Communities“ (1. Content extraction and normalization; 2. Knowledge extraction; 3. Knowledge capitalization, formalization and storage; 4. Knowledge recommendation). Eine schnelle Lösung des Problems ist jedoch nicht sichtbar. Wie auch immer: Ohne maschinelle Unterstützung (Natural Language Processing) wird es nicht gehen.
Houda Sekkal, Naila Amrous und Samir Bennani, International Journal of Emerging Technologies in Learning, Vol 14, No 16, August 2019

Bildquelle: Chris Potter (Flickr, CC BY 2.0)

Curation as an Educational Challenge

Ein empfehlenswerter, ausführlicher Artikel für alle, die sich für das Thema Content Curation interessieren! Und zwar für Content Curation als Haltung und als Teil dessen, was man Persönliches Wissensmanagement nennen kann (und weniger als die Frage nach automatisierten Curation-Plattformen und -Prozessen). Silvia Rosenthal Tolisano geht auf folgende Punkte ein:

„(1) being aware of curation (What is it? What are strategies? What is the urgency to bring curation into the classroom?)
(2) curating as an integral part of our own “NOW skills and literacies”?
(3) gaining skills and fluency in the use of current curation tools and platforms
(4) embedding curation skills in our current curriculum/subject area/ grade levels.“

Es beginnt mit grundsätzlichen Fragen und den persönlichen Erfahrungen, Strategien und Routinen der Autorin. Am Ende wird sie praktisch und verbindet Tools (Pinterest, Instagram, Twitter, Blogs, Wakelet, Diigo) mit konkreten Curation-Aufgaben und Beispielen. Viele Links.
Silvia Rosenthal Tolisano, Langwitches, 19. Mai 2019

Bildquelle: Silvia Rosenthal Tolisano/ Langwitches

The Netflix of Knowledge Management

Netflix steht hier für „Smart Recommendation Systems“, also Empfehlungssysteme, die uns die Suche nach passenden Inhalten abnehmen, indem sie uns Inhalte vorschlagen – auf der Grundlage unserer bisherigen Aktivitäten, unserer Profile oder unserer Netzwerke. Mercy Harper macht die Vorteile an zwei Punkten fest: 

„- Improve enterprise search by ensuring the top results are relevant and tailored to individual employees.
– Enable alerts that push content to employees based on who they are, what they’re working on, and their prior interactions with KM systems and other work applications.“

Selbstredend, dass hier Inhalte auch Lerninhalte sein können … Und mit Content Curation besitzen wir ein weiteres Stichwort für diese Funktion.
Mercy Harper, APQC Blog, 18. April 2019

Bildquelle: Charles PH (Unsplash)

Dokumentieren ist Lernen

Wenn ich den Bogen etwas weiter spannen darf: Es geht hier um persönliches Wissensmanagement, um das Verarbeiten und Teilen von Informationen. In diesem Fall um Informationen, die man zum Beispiel auf einem Event wie dem Corporate Learning Camp festhält. Karlheinz Pape hakt ganz pragmatisch ab: Twitter-Mitschrift, Blog schreiben, Audio-Bloggen, Video-Bloggen, gemeinsam Dokumentieren. Das Thema ist weit, wenn man an Plattformen wie OneNote oder Evernote denkt. Und es hat viel mit lebenslangem Lernen und persönlichen Wissensstrategien zu tun.
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community, 25. März 2019

Bildquelle: José Alejandro Cuffia (Unsplash)

methods for mastery

Auf Harold Jarche, dem Experten für persönliches Wissensmanagement (bei ihm heißt es: „personal knowledge mastery“) habe ich schon eine Weile nicht mehr verlinkt. Vielleicht, weil seine Beiträge seit einiger Zeit immer mit einem Hinweis auf seinen nächsten Workshop schließen (auch dieser!). Wie auch immer, hier verweist er auf zwei Methoden, die ich mir für eine ruhige Minute notiert habe: „fitness circuits“ (Angelika Mittelmann) und „micro-articles“ (Anke Linz und Olaf Resch).
Harold Jarche, Seek > Sense > Share, 25. Februar 2019

Bildquelle: Angelika Mittelmann („PKM as basis for successful organizational KM“)

Selbstgesteuertes Lernen und persönliches Wissensmanagement – eine zentrale Aufgabe für „Learning & Development“-Abteilungen

Die Fähigkeit, die eigenen Lernprozesse selbst zu steuern und zu organisieren, selbst Wissensmanagement zu betreiben, gewinnt, so Christoph Meier, Geschäftsführer des swiss competence centre for innovations in learning (scil) der Universität St. Gallen, immer mehr an Bedeutung. Doch den meisten Mitarbeitenden fehlt hier das passende Rüstzeug. Also eine lohnende Aufgabe für Learning & Development:

„Die meisten betrieblichen Bildungsbereiche sehen formal organisierte Kompetenzentwicklung nach wie vor als ihr Kerngeschäft. Vermutlich würde in vielen Fällen ein grösserer Wertbeitrag realisiert, wenn das systematische Entwickeln und Stärken von Kompetenzen für selbstgesteuertes Lernen und persönliches Wissensmanagement als zumindest gleichwertige Aufgabe gesehen und angenommen würde.“
Christoph Meier, digicomp, 10. Oktober 2018

Bildquelle: EliFrancis (pixabay, CC0)

Working Out Loud: „Ich wollte der Weiterbildungs-Pfadfinder sein“

Working Out Loud (WOL) war im letzten Jahr schon ein großes Thema. Und ist es in diesem Jahr geblieben. Von daher kann es nicht schaden, noch einmal auf Sabine Kluge und ein weiteres Interview zu verlinken. Aus ihrer Sicht wandert Weiterbildung von den PE-Abteilungen und Führungskräften zurück zu den Mitarbeitern, die wissen, was sie brauchen, und die sich am Arbeitsplatz mit anderen, Kollegen wie Teammitgliedern, austauschen wollen. Und hier bildet WOL eine Blaupause, oder: „Working out Loud ist eine Arbeitshaltung. Es geht darum, Wissen in jedem Stadium der Arbeit zu teilen.“
Bettina Geuenich, Interview mit Sabine Kluge, personalmanager, 5/ 2018 (pdf)

Bildquelle: geralt (pixabay, CC0)