Lern- und Lehrvideos: Gestaltung, Produktion, Einsatz

Für das „Handbuch E-Learning“ haben Martin Ebner und Sandra Schön diesen Beitrag geschrieben und als Entwurf veröffentlicht. „Lern- und Lehrvideos sind heute unerlässliche Bestandteile eines zeitgemäßen Unterrichts“, schreiben sie, und nachdem das geklärt ist, zählen sie verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Lern- und Lehrvideos auf: von der Suche nach schnellen Antworten auf YouTube bis zu Massive Open Online Courses.

Es folgt ein Überblick über einige wichtige Formate wie Screencasts, Legetechnik-Videos, Tafel- und Whiteboardanschriften, Vorträge, Reportagen, Studioaufzeichnungen, Live-Vorträge, Animationen und Trickfilme, Interviews, Blockbuster (wenn es etwas mehr Budget gibt …) und, als ganz aktueller Trend, 360-Grad-Videos. Ein Lernvideo-Canvas gibt Interessierten schließlich noch eine praktische Starthilfe an die Hand. Für Einsteiger.
Martin Ebner und Sandra Schön, in: Hohenstein, Andreas/Wilbers, Karl (Hrsg.): Handbuch E-Learning, Deutscher Wirtschaftsdienst (Wolters Kluwer Deutschland), Köln, 71. Erg. Lfg., Oktober 2017 (via ResearchGate)

State of the E-Learning Industry 2017

Wer mit E-Learning-Plattformen und -Tools zu tun hat, gerne auf dem neuesten Stand ist (deswegen auch regelmäßig auf den amerikanischen Markt schielt) und schließlich auch mit der saloppen Schreibe von Craig Weiss zurechtkommt, ist hier richtig. Hier die Kategorien, auf die der Experte in seinem Blog eingeht (irgendwo dazwischen finden sich auch nützliche Listen und Hinweise auf zukünftige, weitere Beiträge):

„Any who hah, the e-learning market is made up of various segments or as I prefer spaces.  Most folks are aware of

– Rapid content authoring tools (build courses – you build them)
– LMS and subsets, LP, SEP (Sales Enablement Platforms)
– 3rd party courseware providers (ex: Skillsoft, Wiley)
– Assessment tools including Online Testing Tools (even online proctoring) (ProProfs, ClassMarker, Questionmark)
– Learning Engagement Platforms (Degreed)
– Custom course/content shops (lots of them out there)
– Web conferencing tools (aka virtual learning classrooms, webinars)

But are you aware of these?

– Coaching and Mentoring tools (mobile is a key component)
– Knowledge Reinforcement tools (mobile is essential)
– Courseware marketplaces (OpenSesame, udemy, Coursera)
– Social learning tools (not the same as a Social Learning Platform)
– Video learning tools
– Learning Record Stores
– E-Learning tools – other  (not listed in any of the categories/spaces above)“

Craig Weiss, The Craig Weiss Blog, 11. Oktober 2017

Bildquelle: royalty free (Flickr)

Open Badges – die unterbeleuchtete Seite von Open Education

Wenn es um Open Education geht, stehen die Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources, OER) klar im Vordergrund. Open Badges oder “digitale Kompetenzabzeichen”, wie Ilona Buchem von der Beuth Hochschule für Technik in Berlin sie in diesem Video nennt, stehen noch etwas im Abseits. Potenzial, z.B. als digitale CVs oder ePortfolios, wird ihnen gerne bescheinigt. Was fehlt, ist Aufmerksamkeit und eine breitere Diskussion über ihren Sinn und Nutzen. Manchmal denke ich, dass eine solche Infrastruktur vor allem zukünftigen Programmen bzw. Algorithmen hilft, automatisiert Profile und Lebensläufe auszulesen. Aber das wäre vielleicht schon Teil der Diskussion …
OERinfo - Informationsstelle OER,  YouTube, 1. Mai 2017

Videos erstellen – leicht gemacht

Noch etwas Praktisches zum Wochenende: Der Artikel ist eigentlich nur ein kurzer Teaser, der auf zwei Tutorials führt. Im einen gibt Stefan Will eine kurze Anleitung zum Filmen mit dem Smartphone. Und im anderen erklärt Joachim Sucker auf charmante Weise, wie man mit Bordmitteln etwas für Bild, Ton und Licht tun kann. Eine Einladung in Sachen Medienkompetenz.
Beatrice Winkler, Erweiterte Lernwelten, 15. März 2017

7 Fragen an Prof. Jürgen Handke: “Digitales Lernen und Lehren: Davor kann man sich nicht mehr wegducken”

Johannes Zeh (Pink University) hat Jürgen Handke (Universität Marburg) sieben Fragen gestellt: von “1. Herr Professor, was genau ist Ihr Forschungs-, Lehr- und Aufgabenbereich an der Universität Marburg?” bis “7. Ein Gedankenexperiment: Wenn Sie verantwortlich wären für die „digitale Lehre“ in ganz Deutschland, welche 3 Maßnahmen würden Sie als erstes umsetzen?” Seine wichtigste Empfehlung: Bitte keine Vorlesungsaufzeichnungen! Die Antworten gibt es bei Jürgen Handke, natürlich, im Videoformat.
Johannes Zeh, Interview mit Jürgen Handke, Pink University, 20. Juli 2016

Videos in und für die (Hochschul-)Lehre #video #tugraz

Martin Ebner hat im Rahmen der Veranstaltung „High Noon - Didaktik zu Mittag” (!) an der Universität Graz einige Erfahrungen zum Thema “Video” zusammengetragen. Angefangen von einer Übersicht über verschiedene Formate und Einsatzszenarien bis zu kurzen, operativen Handreichungen. Und in der Klammer seiner Zusammenfassung könnten natürlich auch Weiterbildung oder Corporate Learning stehen:

“Videos können die (Hochschul-) Lehre in vielfältigster Weise erweitern, lediglich der didaktische Einsatz sollte wohl überlegt sein.”
Martin Ebner, E-Learning Blog, 22. Juni 2016

Videos in und für die (Hochschul-)Lehre von Martin Ebner

ARD Alpha: Videobeiträge über digitale Hochschulbildung

Drei interessante Videobeiträge des Campus Magazins von ARD Alpha, die sich mit aktuellen Themen aus dem Bereich des digitalen Lehrens und Lernens beschäftigen. Die Diskussion um Kiron, die Online-Uni für Flüchtlinge, erinnert fatal an den Moment, als über Chancen und Potentiale von Massive Open Online Courses (MOOCs) gesprochen wurde. Nur sind jetzt auch hierzulande alle interessiert und bereit, über Vergleiche mit iTunes nachzudenken. Warum eigentlich?

- Online-Uni Kiron. Das iTunes der Lehre - Angriff aus dem Netz
- Datensicherheit an der Uni: Wie sicher sind meine virtuellen Daten an der Uni?
- Virtual Reality an der Uni: Lernen mit dem ganzen Körper

Hochschulforum Digitalisierung, 2. Mai 2016

7 Fragen an Stephan Schwan: “Schulungsfilme sind stark für dynamische Inhalte und persönliche Ansprache”

Leo Molatore (Pink University) hat mich auf dieses Interview aufmerksam gemacht, dass er mit Stephan Schwan vom Tübinger Leibnitz-Institut für Wissensmedien geführt hat. Es dreht sich natürlich um das Video als Lernmedium, seine Möglichkeiten und Grenzen, auch im Vergleich zu anderen Lernmedien. Zu empfehlen ist auch das Bonus-Video, in dem sich Stephan Schwan mit der Frage “Muss man Filme sehen lernen”? auseinandersetzt.

“4. Um ein gutes Schulungsvideo zu erstellen - worauf sollte ein Produzent unbedingt achten?

Vor allem sollte dem Video ein sehr gutes, didaktisch durchdachtes Skript zugrunde liegen. Wichtig ist dabei eine klar erkennbare und inhaltlich gut nachvollziehbare Gliederung, die auch einen einführenden Vorspann, einen „advance organizer”, und eine abschließende Zusammenfassung der wichtigsten Punkte umfasst. …”
Leo Molatore, Interview mit Stephan Schwan, Wissen in Bewegung Blog/ Pink University, 13. April 2016

Video Styles in MOOCs – A journey into the world of digital education

Jeanine Reutemann (Fachhochschule Nordwestschweiz, FHNW) antwortet in diesem hervorragend zusammengestellten Video auf folgende Forschungsfragen:

  • “Do the video styles vary significantly between edX, Coursera, Futurelearn or Iversity?
  • Overall, what are the most common video styles on these platforms?”

Die Antwort auf die zweite Frage lautet: “The ‘Talking Head’ is by far the most regularly used video style (78 %) rightly followed in combination with ‘Presentation Slides’.” Dafür wurden 448 MOOCs und ihre Videoformate nach verschiedenen Kriterien analysiert. In vielen Videos, das zeigt die Analyse, dominieren Anleihen aus Vorlesungen, tragen die Filme wenig zur Vermittlung bei, sind Szenarien häufig zufällig gewählt oder lenken gar vom Geschehen ab. Diese Auswertung, die auf den EMOOCs 2016 in Graz vorgestellt wurde, ist dagegen ein echter Mehrwert gegenüber der schriftlichen Zusammenfassung!
Jeanine Reutemann, YouTube, 4. April 2016