Was macht ein gutes Erklärvideo aus?

Sandra Schön und Martin Ebner haben ja schon eine Reihe von Texten zum Thema geschrieben. In diesem kurzen Artikel geht es noch einmal um die „wichtigsten medialen und didaktischen Gestaltungskriterien für großartige Erklärvideos“. Ganz oben stehen natürlich gute Geschichten, die erzählt werden. Und dann sind wir schon bei den „Multimedia-Prinzipien“, die bereits in den 1990er Jahren entwickelt wurden und Erkenntnisse über das Verhältnis von Bildern und Texten festhalten. Der Beitrag schließt mit einigen Tipps zum Erstellungsprozess von Erklärvideos.
Sandra Schön und Martin Ebner, in: Dorgerloh, S. & Wolf, K. (Hrsg.): Lehren und Lernen mit Tutorials und Erklärvideos. Beltz, S. 75-80 (via ResearchGate, April 2020)

Bildquelle: Lernvideo-Canvas (Sandra Schön/ Martin Ebner)

What We Learned in the “MOOC Moment” Matters Right Now

Ein interessanter, längerer Artikel. Er vergleicht die aktuelle Situation, also die komplette Umstellung auf digitale Lehre, mit Befürchtungen, Erwartungen und Erfahrungen, die mit der Entwicklung von MOOCs einher gingen. Es ist eine amerikanische Sicht, weil MOOCs hierzulande diese Spuren nicht hinterlassen haben. Der Autor jedenfalls hat viele Interviews mit MOOC-Lehrenden geführt, daraus ein Buch gemacht und die gewonnenen Einsichten auf die Corona-Krise übertragen.

Das führt zu interessanten Statements, zum Beispiel: „Online teaching takes A LOT more planning and more support staff than f2f teaching.“ Oder: „Video is a lot harder than you think, and probably overrated.“ Nun könnte man darauf hinweisen, dass der Autor, Steven D. Krause, vor allem institutionelle MOOCs im Blick hat. Aber ich möchte lieber eine seiner Beobachtungen zitieren, die den Einsatz vom Zoom an amerikanischen Hochschulen betrifft:

„My guess is that the Covid-19 crisis will require a lot of universities to make a variety of short and long-term deals with for-profit vendors that could be both beneficial and volatile. A really easy example of that is Zoom, an already popular video conferencing platform that quickly seems to be emerging as the preferred software in higher ed. All of a sudden, EMU has a site license, and I am sure we are not alone. As a result, Zoom’s stock in the last month has gone from about $65 a share in December 2019 to more than $150 a share in late March 2020.“
Steven D. Krause, Blog, 24. März 2020 

Step-by-Step Instructions on Making the Paper Airplane that Broke World Records

Fürs Wochenende: ein kleines Beispiel aus der Kategorie der YouTube-Erklärfilme. Hier demonstriert John Collins, Aircraft-Designer und „The Paper Airplane Guy“, wie man sein Papierflugzeug nachbaut, mit dem er es 2012 in das Guinness Book of World Records geschafft hat. Klares Setting, eindeutige Instruktionen, Schritt für Schritt erklärt. Im 7-minütigen Video stellt er anschließend zwei weitere Modelle vor, die noch verrückter sind.
Grace Ebert, Colossal, 5. März 2020

Video for learning – 15 things the research says – some may shock you…

Die heutige Begeisterung für Video, so Donald Clark, ist die eine Sache. Aber als Bildungsexperten sollten wir wissen, welche Regeln für den Video-Einsatz in Lernprozessen gelten. Unzählige wissenschaftliche Studien helfen da weiter. Einige Ergebnisse und Erfahrungen zählt Donald Clark in seinem Beitrag auf. Zum Beispiel: „Keep videos at 6 minutes or less – the less the better.“ Oder: „Should you give learners control of video? Yes.“ Und: „For subjects that are semantically rich, getting rid of the face is a good thing as it reduces cognitive load.“ Oder: „The smaller the screen the less you learn.“ 

15 Punkte. Die meisten Erkenntnisse kommen weniger überraschend als es der Titel des Beitrags andeutet. Viele Erkenntnisse müssen auch nicht absolut gelesen werden, da uns Videos heute ja nicht unmittelbar und isoliert begegnen, sondern als Bausteine von Plattformen, Webseiten, Prozessen, Aufgaben, kurz: Lernumgebungen. Trotzdem kann man natürlich vieles falsch machen.
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 30. November 2019

Bildquelle: Charles 			</div><!-- .entry-content -->
	    
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Lernen durch Videos – Empirische Befunde zur Gestaltung von Erklärvideos

Ich glaube, über die Popularität von Erklärvideos muss an dieser Stelle nichts mehr gesagt werden. Doch welche Merkmale von Erklärvideos wirken sich eigentlich positiv auf den Lernerfolg aus? Um diese Frage zu beantworten, haben die AutorInnen 24 Studien ausgewertet. Folgende Elemente scheinen auf den Lernerfolg einzuzahlen:

– der Einsatz interaktiver Elemente („den Lernenden wird eine aktive und individuelle Verarbeitung der Videoinhalte ermöglicht, indem die Erklärung an unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten oder kognitive Voraussetzungen angepasst werden kann“),
– die Videoperspektive („das Video sollte aus Sicht des Erklärenden gedreht werden“),
– das Alter der erklärenden Person („Lernende scheinen älteren Erklärenden eine höhere Expertise zuzuschreiben“),
– die Videodauer („Empirische Befunde legen eine maximale Länge von sechs Minuten nahe“),
– das Design („Zudem wirkt sich die wahrgenommene Ästhetik und Nutzerfreundlichkeit des Designs auf die Emotionen, die Motivation und den Lernerfolg der Lernenden aus).

Der Beitrag führt die Elemente mit Blick auf die ausgewerteten Studien weiter aus und enthält zudem eine umfangreiche Literaturliste.
Stefanie Findeisen, Sebastian Horn und Jürgen Seifried, MedienPädagogik, 1. Oktober 2019

Bildquelle: Hermes Rivera (Unsplash)

Bruchrechnen für alle!

Wer diesen Erfahrungsbericht eines Mathelehrers aus Uelsen liest, wird sich vielleicht an den Weg von Salman Khan (Khan Academy) erinnern. In beiden Fällen wurden Lernvideos (Mathe) auf YouTube gestellt, und in beiden Fällen wurden die Filmer vom Erfolg ihres Handelns überrascht. Heute ist Kai Schmidt („Lehrerschmidt“) bei 1.800 Lernvideos angekommen, hat über 20 Millionen Menschen die Grundlagen der Mathematik erklärt und freut sich über 200.000 Follower.

„Doch warum liegen meine Lernvideos bei YouTube und nicht auf dem Schulserver oder einem Bildungsserver? Ist eine kommerzielle Plattform, die darauf ausgelegt ist, dass die Zuschauer möglichst lange Videos schauen, nicht die falsche Umgebung für pädagogische Inhalte?“
Kai Schmidt, taz, 6. September 2019  

Bildquelle: https://www.lehrer-schmidt.de

Adobe Captivate Fluid Box Secrets | July 22th 12:00 PM EDT | 16:00 UTC

Follow the link to set a reminder on YouTube or join live on Monday, July 22nd at noon EDT | 16:00 UTC

https://youtu.be/bLiKVyCCe-w

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Researchers at Udacity develop AI that can generate lecture videos from audio narration

Die Nachricht, dass eine Software entwickelt wurde, die eine Audio-Erzählung in eine Video-Vorlesung umwandelt, mag heute nicht weiter überraschen. Vielleicht fragt man sich noch kurz, was das Ganze eigentlich soll … Der Beitrag stellt jedenfalls das Prinzip vor: Man füttert ein System mit vielen Stunden Video-Material und lässt anschließend einen Algorithmus aus einem Audio ein neues Video entwickeln. Die verlinkten Ergebnisse (hier) sind aber noch bescheiden. Aber sie werden sicher bald besser.

Fügt man solche Nachrichten und Technologien zusammen, so durchsuchen zukünftig intelligente Systeme das Netz und stellen Inhalte in beliebigen Formaten zusammen: als kuratierte Listen, als Bücher („Erstes computergeneriertes Buch publiziert“, Deutschlandfunk, 11. April 2019), als Audios („Text-to-Speech“), als Videos („LumièreNet: Lecture Video Synthesis from Audio“, Cornell University, 4. Juli 2019), alles in beliebigen Sprachen.
Kyle Wiggers, Venture Beat, 5. Juli 2019 

Bildquelle: LumièreNet (Vimeo)