An analysis of the future of Artificial Intelligence in Education

Die Bedeutung von Entwicklungen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence/ AI) werden derzeit an vielen Stellen vermessen. Auch McKinsey hat jetzt eine Studie zum Thema vorgelegt und den Einfluss von KI für verschiedene gesellschaftliche Bereiche untersucht. Eine der fünf Case Studies der Studie betrifft Education. Auf der Seite des Observatory of Educational Innovation finden sich einige „Merksätze“ aus diesem Kapitel der Studie:

„- AI will play a key role in better connecting education systems and labor markets.
– AI may help detect promising candidates with less conventional credentials and free recruiters from using school reputation as a proxy to assess candidates’ potential.
– A huge risk is that AI could be used to optimize labor markets without regard to nuanced social preferences, make education decisions on citizens’ behalf, and sell valuable data on people’s skills to private companies or political parties. Protecting individuals’ data privacy is therefore critical.
– Alongside governments, educators themselves will be able to use personal, academic, and professional data to ensure that students benefit from the courses they choose.
– AI could improve adaptive learning and personalized teaching by identifying factors or indicators of successful learning for each student that were previously not possible to capture.
– AI could empower students by providing them with control over how fast they learn, awareness of how they learn best, and the lifelong feedback of one’s own cognitive and behavioral preference
– The role of teachers could be stripped of time-consuming administrative tasks, such as supervising and answering routine questions. Teachers would have more time to mentor and coach students.
– Advances in natural language could expand AI’s usefulness in automatically grading more creative work, such as essays and presentations.
– The use of AI in education raises legitimate concerns about how educational data, like other intimate personal data, are gathered and used.“

Observatory of Educational Innovation, 28. August 2017

Driverless Ed-Tech: The History of the Future of Automation in Education

Audrey Watters hat wieder ein kleines Lehrstück über Bildung geschrieben. Am Anfang steht eine Fahrt mit Sebastian Thrun in einem selbstfahrenden Auto, 2012, als Udacity gerade gegründet war. Von „driverless cars” geht es zur „driverless university”; Effizienz, Data, Automatisierung. Audrey Watters zeigt auf, wie sich die Philosophie Silicon Valley’s, der Libertarismus, in allen seinen Projekten wiederfindet. Mit Uber wird jeder zum Fahrer, mit MOOCs wird jeder zum Lehrer. Aber die Vision geht weiter. Denn so wie Uber mit „autonomous vehicles” experimentiert, so wird in EdTech an „automated education” gearbeitet. Und alles kann schon bei B.F. Skinner in den 1950er Jahren nachgelesen werden. „The “driverless university,” rather, is controlled by the engineers who write the algorithms”, schreibt Audrey Watters.
Audrey Watters, Hack Education, 30. März 2017

Journalism That Stands Apart

Die New York Times, das journalistische Flagschiff, hat über ihre Strategie nachgedacht. Dafür haben sich sieben Times-Journalisten, “the 2020 Group”, hingesetzt, recherchiert, analysiert und diskutiert und jetzt einen Report veröffentlicht, der die aus ihrer Sicht notwendigen Veränderungen beschreibt. Natürlich ist die Digitalisierung der Treiber. Und natürlich geht es in jeder Zeile um Journalismus im digitalen Zeitalter. Aber wie sich die Autoren mit ihrer Zukunft auseinandersetzen, liest sich spannend und anregend: “Our report must change. Our staff must change. And the way we work must change.”

Ein Gedankenexperiment: Man ersetze “Verlag” durch “Akademie”, dann “Print” durch “Seminare” und dann die letzten Jahre des Online-Journalismus durch die ersten Gehversuche in Richtung E-Learning. Und lese dann einfach die Kapitelüberschriften in der Sektion “Report” (”Produkt”):

1. The report needs to become more visual. …
2. Our written work should also use a more digitally native mix of journalistic forms. …
3. We need a new approach to features and service journalism. …
4. Our readers must become a bigger part of our report. …

The 2020 Group, The New York Times, Januar 2017

Deutsche Universitäten 2017 im digitalen Ausnahmezustand: Kämpfen oder Kapitulieren?

Ein interessanter Blick über den Gartenzaun (für alle, die nicht an Hochschulen arbeiten): Denn eine Vielzahl deutscher Universitäten und Forschungsinstitute befindet sich im Clinch mit Elsevier, dem größten Wissenschaftsverlag. Und gleichzeitig weigert man sich, aus nachvollziehbaren Gründen, einen neuen Rahmenvertrag mit der VG Wort zu unterzeichnen. 55 Kommentare.

“Die Weigerung das Preisdiktat Elseviers sowie unverhältnismäßige Forderungen der VG Wort zu akzeptieren, ist eine längst überfällige Kampfansage. Ein völlig veraltetes und restriktives Urheberrecht behindert schon lange die Freiheit von Forschung und Lehre im digitalen Zeitalter. Bleibt zu hoffen, dass die Universitäten nicht am Ende doch noch kapitulieren.”
Leonhard Dobusch, netzpolitik.org, 6. Dezember 2016

JIM-Studie 2016

jim_201611.jpgSeit 1998 erhebt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest in repräsentativen Umfragen, welche Medien bei Jugendlichen gerade hoch im Kurs stehen und wie ihr Medienalltag in Schule und Freizeit aussieht. So können wir zum Beispiel lesen, dass in den Familien von zwölf- bis 19-Jährigen heute Smartphones, Computer/Laptop, Fernsehgeräte sowie ein Internetzugang flächendeckend vorhanden sind. Also lenkt die erste Pressemitteilung unseren Blick gleich auf die angesagten sozialen Netzwerke:

“95 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren in Deutschland tauschen sich regelmäßig über WhatsApp aus. Auf Platz zwei der mindestens mehrmals pro Woche genutzten Kommunikationsanwendungen steht Instagram (51 %), knapp dahinter liegt Snapchat mit 45 Prozent regelmäßigen Nutzern, dicht gefolgt von Facebook (43 %).”

Die Studie enthält viele weitere Daten zur Mediennutzung. Zu Recht heißt es in die Studie einleitend: “Während man also durchaus noch diskutieren kann, wie man am besten mit Medien im Unterricht erfolgreich Wissen vermitteln und lernen kann, so sollte das Lernen über die Funktionsweise der Medien selbstverständlich sein. Da Medien ein wichtiger Bestandteil der heutigen Lebenswelt sind, gilt es bspw. als Internetnutzer zu verstehen, wie Algorithmen unsere Suchanfragen und auch unsere Wahrnehmung prägen.”
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs), 25. November 2016

Bildung der Zukunft (mit Bonus-Track)

Mitten in den Sommerferien hat die unermüdliche Anja C. Wagner noch einige Stichworte und Trends aufbereitet, die ursprünglich als Beitrag zu einer Arbeitsgruppe Arbeit 4.0 der Arbeits- und Sozialministerkonferenz entstanden sind. Sie reichen vom Netzzugang, der Netzkultur und dem Internet der Menschen bis zum Internet der Dinge und der Frage, ob wir die kommenden Entwicklungen nur beobachten oder auch gestalten wollen. Letzteres setzt allerdings voraus, sich auch mit ihnen zu beschäftigen.
Anja C. Wagner, FlowCampus, 27. Juli 2016

Weiterbildungsbots: „Der digitale Lehrer wird uns fortwährend begleiten“

Ein Dialog über die Zukunft des Lernens. Was kann man daraus mitnehmen? Vielleicht, dass zukünftig mehr und mehr Bildungsplattformen und Lernsysteme mit intelligenten Algorithmen und Tutorsystemen arbeiten werden, um individueller auf die Aktivitäten einzelner Lerner reagieren zu können. Eben Bots.

Aber ein digitaler Lehrer, der “uns fortwährend über das ganze Leben begleitet”? An welchem System “hängt” dieser Lehrer? Am Klett-Verlag? An Microsoft, an Google oder Apple? Nein, besser wäre natürlich, wenn der Staat hier seinen Bildungsauftrag entdeckt, räumt Fritz Breithaupt, Indiana University Bloomington/ USA, im Laufe des Gesprächs ein. Das beruhigt natürlich.
Stefanie Hornung, Interview mit Fritz Breithaupt, Zukunft Personal | HRM Expo BLOG, 19. August 2016

Could AI replace teachers? 10 ways it could

Um die Frage zu beantworten, ob Künstliche Intelligenz in naher Zukunft Lehrende ersetzen kann, hat Donald Clark einzelne Aktivitäten und Aufgaben von Lehr- und Lernprozessen betrachtet. Die Einfallstore für AI/ KI, die er aufzählt, reichen von “1. Searching for answers” bis “10. High standards of personal and professional conduct”. Beim letzten Punkt, als kurze Lesehilfe, sind wir dann mitten in der Welt von Virtual Reality, Simulationen und Avataren als Rollenmodelle. Seine Schlussfolgerung: “There is every reason to suppose that teaching may, to some degree, even a large degree, be automated by AI.”

Auch dieser interessante McKinsey-Artikel beschäftigt sich mit der Frage, welche Jobs durch die fortschreitende Automatisierung gefährdet sind (“Where machines could replace humans - and where they can’t (yet)”, Michael Chui, James Manyika und Mehdi Miremadi, Juli 2016). Die Kernbotschaft der Experten: Es werden nicht ganze Berufe wegfallen, sondern einzelne Aufgaben. Und das wiederum betrifft einzelne Berufe mehr, andere Berufe weniger. “Educational Services” stehen hier im Vergleich zu anderen Berufen noch auf der sicheren Seite:

“Of all the sectors we have examined, the technical feasibility of automation is lowest in education, at least for now. To be sure, digital technology is transforming the field, as can be seen from the myriad classes and learning vehicles available online. Yet the essence of teaching is deep expertise and complex interactions with other people. Together, those two categories-the least automatable of the seven identified in the first exhibit-account for about one-half of the activities in the education sector.”
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 4. Juli 2016

Nachtrag (8.07.2016): siehe auch “Robots won’t replace teachers because they can’t inspire us” (Eric Johnson, recode, 22. Juni 2016)

Der Golem und du

Das aktuelle brand eins widmet sich ganz der Digitalisierung bzw. dem “Digitalismus”. Bereits freigeschaltet ist diese unterhaltsame Einstimmung von Wolf Lotter. Es ist ein kleiner Überblick über die Computer-Geschichte. Den roten Faden bildet die Frage, ob Computer einmal Menschen ersetzen werden. Vom Turing-test, Eliza bis zur KI-Forschung. Der Rundgang schließt mit einem Aufruf zur “Selbstermächtigung”, zur Übernahme von Verantwortung - und zur Nüchternheit.

“Kaum jemand zweifelt noch an der totalen Digitalisierung - nun auch des Denkens. So wird aus einer Technik eine Ideologie: der Digitalismus. Es wird Zeit, wieder nüchtern zu werden. Und das Original vor die Kopie zu setzen.”
Wolf Lotter, brand eins, 07/ 2016

2016 Internet Trends Report

Das jährliche Internet-Kompendium (213 Slides!) von Mary Meeker, Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB) ist da. Es sind wieder so viele Informationen und Daten, dass ich gerne die Zusammenfassung von Ina Fried mitnehme, die folgende Entwicklungen herausstellt:

“- The internet itself is seeing slowing growth.
- In five years, at least 50 percent of all searches are going to be either images or speech.
- Messaging apps, with context and time, have a chance to rival the home screen as the go-to place for interaction.” 

Seiten mit einem direkten Bildungsbezug fehlen in diesem Jahr. Aber was heißt schon “direkter Bildungsbezug”? Es gibt interessante Übersichten zu Consumer-Präferenzen (nach Generationen, S. 51), zur Video-Evolution (S. 76), zu Messaging-Diensten (S. 99), usw.
Mary Meeker, KPCB, Slideshare, 1. Juni 2016

2016 Internet Trends Report from Kleiner Perkins Caufield & Byers