Wie gut sind die Volkshochschulen für die Zukunft aufgestellt?

Eine kritische Verbeugung vor den Volkshochschulen in Deutschland, die gerade 100 Jahre alt geworden sind. Im Vorspann dieses Podcasts (5:20 Min.) heißt es: „Das Publikum: meist freudig lernende Bildungsbürger älteren Semesters – Junge Leute trifft man selten.“ Klaus Hurrelmann, der hier als Experte Rede und Antwort steht, wird auch gefragt, ob die Bildungsangebote im Netz nicht in Zukunft die Volkshochschulen ersetzen können. Seine Antwort: Ja, die Gefahr besteht, vor allem bei Jüngeren …
hr-iNFO, 13. Februar 2019

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„Mehr als Bücher“: Was Bibliotheken zu besonderen Lernorten macht

Ein Interview mit Katherine McConachie, Learning Initiative Manager am MIT Media Lab. Im Rahmen des Projekts „Public Library Innovation Exchange“ bringt das MIT Wissenschaftler und öffentliche Bibliotheken zusammen (Ich vermute, das Projekt der Stadtbibliothek Köln gehört auch in diese Reihe.).
Einige Stationen des Interviews (5:43 Min.): Was macht Bibliotheken zu besonderen Lernorte? Welche Ausstattung brauchen Bibliotheken, um kreatives Lernen zu ermöglichen? Was ist die Rolle von Bibliotheken im 21. Jahrhundert? Welche Rolle spielen Bibliotheken bei der Förderung digitaler Bildung?
Nina Roßmann, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), 4. Februar 2019

Bildquelle: MIT Media Lab

MILLA will vor allem eines: schnell da sein

„Die Macher von MILLA kennen den Weiterbildungsdiskurs nicht.“ Das ist eine Erkenntnis, die Peter Brandt (Abteilungsleiter „Wissenstransfer“ beim Deutschen Institut für Erwachsenenbildung/ DIE) aus Berlin mitgenommen hat. Dorthin hatten nämlich die MILLA-Macher aus der CDU kürzlich eingeladen. Ein Expertenaustausch war angesagt. Aber Peter Brandt hat mit der Dramaturgie dieses Austauschs etwas gefremdelt, wie man seinem gleichsam informativen wie unterhaltsamen Protokoll entnehmen kann.

Sein Fazit: Es ist alles nicht so schlimm, wie es manche in den letzten Wochen gedacht haben. Denn es soll ja schnell gehen. Was aber irgendwie auch nicht so richtig beruhigt. Peter Brandt: „So ist es nicht unwahrscheinlich, dass MILLA kommt und im Namen des digitalen Wandels mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs Milliarden Steuergelder einem doch eher begrenzten Zweck zuführt.“

Auf wb-web sind übrigens alle wichtigen Beiträge zu MILLA seit dem 5. November 2018 auf einer Seite zusammengestellt und verlinkt!
Peter Brandt, wb-web, 5. Februar 2019

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Daten, Medien und Informationen. Welche Kompetenzarten braucht die digitale Gesellschaft?

Die Folien von Markus Deimann geben keine Antworten auf die Frage, die der Titel aufwirft. Aber sie erinnern daran, dass wir über bestimmte Themen wie „digitale Kompetenzen“ bzw. „digital literacy“ schon lange diskutieren, wenn auch mit wechselnden Begrifflichkeiten und unter anderen Vorzeichen.
Markus Deimann, markusmind/ thoughts about education and technology, 18. Januar 2019

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Transformation des Lernens: Die Rolle von Mindset bzw. Lernkultur

„Lernkultur ist ein sperriges Konzept“, schreibt Christoph Meier, und da kann ich ihm nur zustimmen. Doch wenn es um Veränderungen in Lehr- und Lernprozessen geht, landet man früher oder später bei der Kulturfrage. Vor diesem Hintergrund hat Christoph Meier einige Denk- und Arbeitshilfen aufgelistet: das Ebenen-Modell von Edgar Schein, verschiedene Instrumente, um Lernkultur „zu operationalisieren und beobachtbar zu machen“, sowie praktische Hinweise, wie und wo man starten kann (Standortbestimmung & Lernkulturanalyse). Nützlich.
Christoph Meier, scil, 12. Januar 2019

Bildquelle: Adeolu Eletu (Unsplash)

Beyond the Industrial Revolution education model: Sal Khan on training and skills in the 21st century

Derzeit hilft die Khan Academy mit ihren Online-Tools, Lücken zu schließen, die das Bildungssystem nicht schließen kann bzw. will. Als persönlicher Nachhilfelehrer, Tutor oder Coach der Lernenden. Aber eigentlich möchte Salman Khan mehr. Er möchte Schulen und ein Bildungssystem, in dem die Lernenden in ihrem eigenen, individuellen Tempo lernen. Also hat er 2014 die Khan Lab School gegründet, „a mastery-based, student-centered model“. Natürlich im Silicon Valley. Und damit steht das Experiment in einer Reihe philantropischer Bildungsprojekte amerikanischer IT-Größen.

Ansonsten: „The founder of online-learning not-for-profit Khan Academy shares what an era of automation and artificial intelligence means for education.“
Rik Kirkland, Interview mit Salman Khan, McKinsey, Januar 2019

Bildquelle: Kevin Krejci (flickr, CC BY 2.0)

Sehr geehrter Herr Heilmann, …

Joachim Sucker hätte am 30. Januar nach Berlin fahren können, um an einer Expertenrunde teilzunehmen, die sich mit MILLA, der Bildungsidee (auch: „Weiterbildungswende“) der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, auseinandersetzt. Eingeladen hat ihn der Abgeordnete Thomas Heilmann, einer der MILLA-Initiatoren. Eingeladen, obwohl oder weil Joachim Sucker sich kritisch über die Idee einer zentralen Lernplattform geäußert hat? Jedenfalls hat er die Einladung abgelehnt, und die Absage gleich öffentlich gemacht. Die Lektüre kann ich nur empfehlen.

Joachim Sucker ist übrigens gerne bereit, eine andere Frage zu diskutieren: „Wie können wir mit einem Einsatz von jährlich 3 Mrd. € das Ziel einer Teilhabe und Zukunftssicherung in der digitalisierten Gesellschaft auf eine sehr breite Basis stellen? Diese Frage würde ich öffentlich stellen und einen Ideenwettstreit, an dem am Ende die Gesellschaft als Gewinner dasteht, ausrufen.“

Da wäre ich auch dabei.
Joachim Sucker, allesauszucker, 14. Januar 2019

Bildquelle: Pexels (pixabay, CC0)

Wie der Fußball im Thermomix unsere Zukunft rettet

Wie sehr viele Akteure auf zukunftsweisende Beiträge der Politik zur Weiterbildung gewartet haben, zeigt sich daran, dass auch in der Weihnachtspause weitergedacht und -geschrieben wurde. Von Joachim Sucker zum Beispiel. Aber so richtig begeistern kann auch ihn MILLA nicht. Er sieht hier jedenfalls keine Impulse oder Konzepte, um das Interesse am lebenslangen Lernen im großen Stil zu entfachen.

„Was bleibt: Eine langersehnte Initiative aus der Berliner Politik. Dafür ist in jedem Fall zu danken. Gedanklich passend für die Jahrtausendwende ist sie 2018 vom Ansatz her nicht mehr relevant. Neues Interesse an Weiterbildung zu wecken kann nicht über eine Datenbank erfolgreich sein. Bei aller Kritik ist dieser Schritt mutig und sollte zum Anlass für weitere Debatten genommen werden.“

Und wenn ich schon mal dabei bin, hole ich gleich ein Versäumnis nach: Denn Markus Deimann hatte bereits im November darüber geklagt, dass beim Stichwort Bildung alle nur reflexartig an eine zentrale, nationale Lernplattform denken („Und täglich grüßt die Super-Plattform“). Zuerst die „Schulcloud“, dann die „nationale Plattform für digitale Hochschullehre“ und jetzt MILLA, das „Bildungs-Netflix“:

„Allen drei Plattformbeispielen ist gemeinsam, dass sie Menschen in einen abgeschlossenen virtuellen Raum einsperren wollen. Dies ist das genaue Gegenteil von dem, wie man sich ursprünglich die digitale Gesellschaft vorgestellt hat.“

Joachim Sucker, allesauszucker, 4. Januar 2019

Bildquelle: Pexels (pixabay, CC0)

Fake News im Internet. Welche Herausforderungen ergeben sich für die Erwachsenenbildung?

„Fakt und Fake“ ist das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe von „weiter bilden“. Der Artikel von Martin Merkt, der sich mit Fake News beschäftigt, ist als Leseprobe offen zugänglich. Dabei kreist der Autor im ersten Teil seines Beitrags das Phänomen fehlerhafter Informationen im Netz etwas ein (Ursachen, Motive, Alltagshandeln, Studienergebnisse). Im zweiten Teil nimmt er Erwachsenenbildner in die Pflicht, wenn er mehr Aufmerksamkeit für den kritischen Umgang mit Informationen und Informationsquellen im Netz fordert – bei der Recherche nach eigenen Kursinhalten oder durch die Entwicklung von Kursen, die die Entwicklung entsprechender Kompetenzen unterstützen. Hier verweist er vor allem auf das „reading like a historian“-Curriculum von Samuel Wineburg.

Eine kleine Anmerkung: Der Autor definiert nicht, was „Fake News“ oder „falsche Informationen“ eigentlich sind. Das engt die Lektüre auf das Offensichtliche ein. Die Probleme, die zum Beispiel entstehen, weil Informationen bewusst oder unbewusst ausgeblendet, aus dem Kontext gerissen sowie durch die Algorithmen sozialer Netzwerke verstärkt werden, sind hier kein Thema, gehören aber sicher auch in die Pflichtenhefte oder Curricula der Erwachsenenbildung.
Martin Merkt, weiter bilden, 4/ 2018, S. 22-25 

Bollwerk gegen Populismus


Beim Stichwort „digital und analog zugleich“ bin ich hängengeblieben. Der Autor hat die neue Zentralbibliothek Oodi in Helsinki besucht und gerät ins Schwärmen. Was er gesehen hat, ist nichts weniger als die „Bibliothek der Zukunft“, ein „Konglomerat aus Begegnungs-, Wissens- und Produktionsstätte, verpackt im avantgardistischen Design der ALA-Architekten“, ein „Marktplatz für Kommunikation, Ästhetik und kreative Ideen“. Dazu gehören Makerspaces, Arbeirsplätze und Leseräume. 37 Stadtteilbibliotheken sind mit der zentralen Oodi vernetzt. 
Andreas Fanizadeh, TAZ, 15. Dezember 2018 

Bildquelle: Juho Grönholm, Antti Nousjoki, Janne Teräsvirta ja Samuli Woolston avustajineen valokuva Kulttuurinavigaattori, joka on Heikki Kastemaa, CC BY 3.0)