Solidarsemester: Die Super-Zivis

Die Idee gefällt mir: ein „solidarisches Praxissemester“, in dem sich Studierende wie Lehrende für die bzw. in der Gemeinschaft engagieren. Aufgaben gäbe es genug. Doch: „Funktionieren kann das nur“, schreibt Anna-Lena Scholz, „wenn die Hochschulen jetzt kühn sind und den Corona-Schock schneller abschütteln als andere.“ Okay, trotzdem: Eine gute Idee!
Anna-Lena Scholz, ZEIT Campus, 25. März 2020

Bildquelle: Changbok Ko (Unsplash)

Discover2Learn

Ich weiß noch nicht genau, wohin dieses Projekt gehört: Vermischtes? lebenslanges Lernen? Corona? Die Bildungsexpertinnen Jane Hart und Helen Blunden, die man zuletzt auch auf der LEARNTEC in Karlsruhe sehen konnte, haben jedenfalls eine Plattform mit Lernressourcen eröffnet. Sie kuratieren dort, also sammeln und verlinken bestehende Videos und Artikel aus dem Netz. Aktuelle Beispiele: „Join a virtual walking tour of London“, „Play chess online with your friends“, „Learn Ti Chi“. Hier ihr Aufruf:

„Use your self-isolation time to invest in your future. Reduce boredom and anxiety. Jane Hart and Helen Blunden will offer daily ideas of things you can do for FREE online Share yours here …“
Jane Hart und Helen Blunden, 26. März 2020

Professionalität – Studiengänge der Erwachsenenbildung

Die „Hessischen Blätter für Volksbildung“ (HBV) haben einen originellen, etwas aus der Zeit gefallenen Titel. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass sie bereits seit 70 Jahren eine „Plattform für Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung“ bieten. Ab und zu, je nach Themenschwerpunkt, schaue ich mal vorbei und freue mich, wenn etwas online offen zur Verfügung steht. Ab diesem Jahr kann ich das mit der Gewissheit tun, dass alle Artikel frei zugänglich sind. Denn die HBV nehmen ihren 70. Geburtstag zum Anlass, ganz auf Open Access (CC BY-SA 4.0) umzustellen. Es beginnt mit einem Themenschwerpunkt zu den Studiengängen und Professionalisierungsbemühungen in der Erwachsenenbildung. Sehr schön!
Hessischer Volkshochschulverband e.V./ wbv Media, 26. März 2020

Warum Lernen nicht komplett digitalisiert werden kann

Vorneweg: Das Gespräch kommt noch ganz ohne das Reizwort „Corona“ aus, und auch der Abstand zwischen beiden Gesprächsteilnehmern wäre heute wohl etwas größer. Ich weiß auch nicht genau, von wem man sich mit dem Titel eigentlich abgrenzen will. Und so gibt es dann im Interview einige Stellen, bei denen ich nicke, zum Beispiel, wenn es um die neuen Möglichkeiten geht, die das Netz heute Lehrenden und Lernenden bietet. Und es gibt einige Stellen, bei denen ich denke, okay, ist das entscheidend (wenn es zum Beispiel um den Vorteil handschriftlicher Notizen geht) oder ist das neu (wenn es um die Bedeutung des Zwischenmenschlichen in Lernprozessen geht). Aber bitte selbst reinhören!
Peter Littig, Gespräch mit Peter Baumgartner, Learning Insights, 16. März 2020

Bildung unter den Schutzschirm!

Der Fokus vieler staatlicher Hilfsangebote liegt traditionel) auf den versicherungspflichtig Beschäftigten, schreibt Bernd Käpplinger, Professor für Weiterbildung an der Universität Gießen. Doch was ist mit den Freiberuflerinnen und Freiberuflern, die von der Weiterbildung leben (und von denen die Weiterbildung lebt!). Bildungsträger, Akademien, Hochschulen, Volkshochschulen schließen. Einige setzen jetzt ganz auf digital. Aber nicht für alle in der Weiterbildung ist das Option oder ein Geschäftsmodell.

„Es ist überfällig, das Freiberuflerinnen und Freiberufler besser sozial abgesichert werden. Temporär könnte die Bundesregierung eine große steuerliche Entlastung für freie Berufe mit geringen Einkommen beschließen. Wie reagiert die Nationale Weiterbildungsstrategie agil auf die neue Situation?“
Bernd Käpplinger, Jan-Martin Wiarda/ Blog, 17. März 2020

Bildquelle: jarmoluk (pixabay)

2,500 Museums You Can Now Visit Virtually

Fürs Wochenende: Viele Museen haben heute ihre Sammlungen bereits digitalisiert und stellen sie in ganz unterschiedlichen Formaten – vom Digitorial bis zum Podcast – online zur Schau. Jetzt, wo viele Einrichtungen schließen mussten, rücken sie natürlich diese Angebote stärker in den Vordergrund. Dieser Beitrag verlinkt zwölf prominente Ausstellungen – vom Guggenheim Museum in New York bis zur Uffizi Gallery in Florenz. Und es sind schon auf den ersten Blick beeindruckende Umsetzungen! Auf den Seiten von Google’s Art & Culture sind alle 2.500 Museen und Gallerien verlinkt. Zumindest Kunstliebhabern muss es also nicht langweilig werden …
Hakim Bishara, Hyperallergic, 16. März 2020

Bildquelle: Tomasz Baranowski (Flickr, CC BY 2.0)

Please do a bad job of putting your courses online

Mein Postkorb ist voll von Nachrichten und Aufrufen, sich zu überlegen, wie man jetzt Lernaktivitäten kurzfristig vom Kursraum ins Netz bringt. Hier setzt die Botschaft von Rebecca Barrett-Fox an, die über ihrem detailreichen Beitrag steht und die ich nur unterstreichen kann:

„Release yourself from high expectations right now, because that’s the best way to help your students learn. If you are getting sucked into the pedagogy of online learning or just now discovering that there are some pretty awesome tools out there to support student online, stop. Stop now. Ask yourself: Do I really care about this? (Probably not, or else you would have explored it earlier.)“

Kurz: Auf das Wesentliche, Machbare und Mögliche konzentrieren.
Rebecca Barrett-Fox, 13. März 2020

Bildquelle: geralt (pixabay)

Advice to those about to teach online because of the corona-virus

Messen und Konferenzen werden abgesagt oder verschoben, unser Corporate Learning Camp, das am 19./ 20. März in Hamburg stattfinden sollte, wird zum „CLC20Digital“. Und auch die Hochschulen diskutieren weltweit Alternativen zum Präsenzunterricht. Von daher „passt“ dieser Beitrag von Tony Bates aus Kanada. Er richtet sich vor allem an Lehrende, die zum ersten Mal mit der Planung und Organisation einer Live-Online-Session konfrontiert sind.

1. Get professional advice and help before you start …
2. Get the right technology …
3. Get organised …
4. Avoid long lectures …
5. Watch the student workload …
6. Avoid lectures altogether …
7. Do the best you can in the circumstances …
8. Further resources …
Tony Bates, Online Learning and Distance Education Resources, 9. März 2020

Bildquelle: Wes Hicks (Unsplash)

Step-by-Step Instructions on Making the Paper Airplane that Broke World Records

Fürs Wochenende: ein kleines Beispiel aus der Kategorie der YouTube-Erklärfilme. Hier demonstriert John Collins, Aircraft-Designer und „The Paper Airplane Guy“, wie man sein Papierflugzeug nachbaut, mit dem er es 2012 in das Guinness Book of World Records geschafft hat. Klares Setting, eindeutige Instruktionen, Schritt für Schritt erklärt. Im 7-minütigen Video stellt er anschließend zwei weitere Modelle vor, die noch verrückter sind.
Grace Ebert, Colossal, 5. März 2020

Problemlösungsansatzmodellentdeckung beim #clc69

Obwohl wir noch mitten in der Aufarbeitung unseres 10. Regionaltreffens der Corporate Learning Community stecken, verlinke ich schon einmal auf diesen Rückblick von Joachim Haydecker. Das Motto unseres Treffens hieß ja „Lernen in komplexen Zeiten“. Gastgeber war die Deutsche Bahn in Frankfurt (Danke an Carlo-Matthias Enk!) Angela Stotz war es vorbehalten, das Motto auszufüllen. Das tat sie kompetent und kurzweilig, indem sie uns das Cynefin-Modell von Dave Snowden praktisch erfahren ließ. Legosteine waren auch im Spiel. Joachim Haydecker, eigentlich CLC Nordhessen, war zu uns gestoßen, weil ihn das Modell irgendwie an seinen Arbeitsalltag erinnerte …

Snowded / CC BY-SA (Wikimedia)

„Wir haben viel über Agilität gesprochen und wo es Sinn macht entsprechend zu handeln. Nicht jede Herausforderung lässt sich agil lösen. Wenn das Chaos ausgebrochen ist, hilft nur loslegen und Führung übernehmen, um das „Feuer“ schnellstmöglich/bestmöglich zu löschen, Komplexität erfordert Kreativität und bei komplizierten Herausforderungen können wir auf bereits erprobte Handlungsmuster zurückgreifen.“
Joachim Haydecker, LinkedIn/ Pulse, 25. Februar 2020