KI-Campus. Die Lernplattform für Künstliche Intelligenz

Das ging jetzt doch relativ flott. Am 1. Oktober 2019 hat das Konsortium aus Stifterverband, DFKI, HPI, neocosmo und mmb Institut die Arbeit aufgenommen, und diese Woche habe ich den Hinweis gefunden, dass eine Betaversion des KI-Campus bereits online ist. Es gibt jedenfalls eine Startseite, die einen kurzen Überblick über Vision, Leitprinzipien, Ziele und Lernangebote bietet („Über uns“). Hier heißt es:

„- Mit dem KI-Campus möchten wir KI-Kompetenzen in der Breite fördern und noch mehr Menschen für das Thema begeistern.
– Die Lernplattform für Künstliche Intelligenz soll Lernenden die Möglichkeit geben, KI zu verstehen, zu hinterfragen und zu gestalten.
– Unsere Lernangebote sind offen lizenziert kostenlos verfügbar. Sie richten sich an Studierende, Berufstätige und alle anderen lebenslang Lernenden, die sich für KI interessieren.“

Und dann gibt es den Zugang zu den Lernangeboten selbst. Vieles ist hier noch im Aufbau. Man will Bestehendes kuratieren, aber auch eigene Kurse entwickeln. Um sich für einen Kurs anzumelden, muss man sich auf der Plattform kurz registrieren. Der Kurs, den ich testweise aufgerufen habe, schien komplett in die Plattform integriert zu sein. Unter den Kursen steht ein CC BY-SA 4.0.

Ich bin gespannt, wie sich das Angebot weiter entwickelt und wie es aufgenommen wird. Alles orientiert sich an Finnland und seiner Plattform „Elements of AI“ (die ja inzwischen auch in einer deutschen Übersetzung vorliegt, gefördert allerdings vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie). Wann ist ein Projekt wie der „KI-Campus“ eigentlich erfolgreich?
KI-Campus, Juli 2020

 

Walk the Talk – Partizipative Lehre! … auch online!

Kerstin Mayrberger (Professorin für Lehren und Lernen an der Hochschule mit dem Schwerpunkt Mediendidaktik/ Universität Hamburg) hat nicht nur ein Buch zur „Partizipativen Mediendidaktik“ geschrieben und vor gar nicht allzu langer Zeit veröffentlicht (open access!). Sie hat auch einen Blog gestartet, um laufend über weitere Entwicklungen des Themas zu berichten. Hier reflektiert sie zum Beispiel über ihre Erfahrungen im Sommersemester 2020 und „wie Lernendenorientierung und Partizipation auch in besonderen Zeiten mit der Umsetzung als reine Online-Lehre gelingen kann“. 

Ihre Stichworte sind unter anderem: eine stärkere Serviceorientierung, um gemeinsam lernförderliche Rahmenbedingungen zu schaffen; das Ausprobieren verschiedener Kollaborationswerkzeuge; das Austarieren synchroner und asynchroner Arbeitsphasen.

„Es wurde für mich deutlich, dass sich Formate und Lehr- und Lernmethoden nicht wegen des genutzten Mediums zurückentwickeln müssen – vielmehr braucht es zumeist an einigen Stellen lediglich eine sinnvolle Adaption oder Äquivalenz bereits verwendeter Tools und Methoden – und didaktische Kreativität und Offenheit auf Seiten der Lehrenden wie Lernenden für neue partizipative Online-Formate.“

Kerstin Mayrberger hat auf ihrem Blog noch weitere Ressourcen zur „Partizipativen Mediendidaktik“ verlinkt. Diese werde ich in den nächsten Tagen „aufarbeiten“. Dazu gehört auch ihr Buch …
Kerstin Mayrberger, Partizipative Mediendidaktik/ Blog, 19. Juni 2020

Aufzeichnung Digitaltag 2020

Da ich es nicht anders oder besser sagen könnte: „Am 19.06.2020 fand der Digitaltag 2020 statt. wb-web hat sich mit verschiedenen Partnern aus dem Unterstützerkreis zusammengetan und eine Online-Veranstaltung unter dem Titel „Herausforderungen – Lösungen – Erfahrungen: Erwachsenen- und Weiterbildung aus der Krise begleiten“ auf die Beine gestellt. Die Aufzeichnung der Veranstaltung sowie eine Zusammenfassung der Fragen und Anmerkungen im Chatverlauf stehen nun online zur Verfügung.“

Mitgemacht haben wb-web und EULE, e-teaching.org, Deutscher Bildungsserver, Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V., QUA-LiS NRW, Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) und EPALE. Alle hatten 20 Minuten, um sich, ihre Arbeit und/ oder ein einzelnes Projekt vorzustellen. Corona-Bezüge inbegriffen. Heraus kam ein „Paket“ von 2:35 Std.
Christina Bliss, wb-web, 22. Juni 2020

Advocacy: Der Erwachsenenbildung Stimme und Gesicht geben

Der Artikel ist schon vor ein paar Tagen erschienen, aber erst mit dem aktuellen Newsletter von EPALE auf meinem Bildschirm gelandet. In ihm formuliert Dörte Stahl ihre Sorge um die Erwachsenenbildung hierzulande. Viele Bereiche, viele Träger (sie zählt exemplarisch auf: „Stiftungen, Vereine, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Kirchen, kommunale Träger (wie Volkshochschulen, aber auch Musikschulen), Kammern, Hochschulen und privatwirtschaftliche Unternehmen“), viele Angebote und Aktivitäten, aber doch irgendwie alles „unter dem Radar“. Wenig Lobbyarbeit, wenig Aufmerksamkeit, kaum messbare Erfolge. Das muss sich ändern, will die Erwachsenenbildung die Folgen der Corona-Krise überstehen.
Dörte Stahl, EPALE – E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa, 8. Mai 2020

Bildquelle: Hawksky (pixabay)

Lockdown oder Disruption? 10 Thesen zur Zukunft der Bildung

Der Einstieg: „Aus unserer Sicht spricht vieles dafür, dass wir gerade einen digitalen Paradigmenwechsel im Bildungssystem erleben: …der Schalter bleibt auf „digital“.“ Die 10 Thesen, die das mmb-Team im Folgenden präsentiert, liefern die Argumente und sind ein erster Versuch, die Erfahrungen der letzten Wochen zu bilanzieren. Einige Thesen standen schon vor der Corona-Krise im Raum, andere haben sich gerade aus der jüngsten Online-Praxis heraus entwickelt. Manche lesen sich sehr selbstverständlich, manche regen die Fantasie und das Mutmaßen an (zumindest bei mir). Einen Punkt habe ich gleich etwas hervorgehoben. Spannend und offen!

1.    Von 3 auf 100 in sechs Wochen. …
2.    „Content is King – Pedagogy is Queen“: Digitale Didaktik ist anders und neu. …
3.    Upskilling der Lehrenden ist DER kritische Faktor. …
4.    EdTech wird erwachsen. Und v.a. einfach(er). …
5.    Online => Standard / Präsenz => Premium. …

„Wenn auf der einen Seite digitale Bildung zum Mainstream wird, dann könnte man in Analogie zu anderen Sektoren (wie z.B. dem Handel oder der Musikindustrie) davon ausgehen, dass auf der anderen Seite das Live-Erlebnis – sprich das Präsenzlernen – immer mehr zum Premium-Ereignis wird. Für langwierige Fakten-Folienvorträge wird künftig kaum mehr jemand bereit sein, ihr oder sein halbes Wochenende im Schulungsraum zu opfern, das kann genauso gut oder besser im Webinar oder WBT erfolgen. Für das intensive „Boot-Camp“ hingegen, in dem gemeinsam mit anderen praktische Aufgabenstellungen gelöst und relevante Expertise aufgebaut wird, lohnt sich die Reise an einen gemeinsamen Lernort.“

6.    Klassische Weiterbildungsanbieter kommen massiv und nachhaltig unter Druck. …
7.    Blended Schools & Universities?! …
8.    Die E-Learning Branche profitiert (nicht). …
9.    KI meets Education! …
10. Neue Lernertypen und Kompetenzen. …

Wie gesagt, eine interessante Aufzählung, in der sich viele wichtige Stichworte und vor allem viele Perspektiven (Bildungspolitik, Anbieter, Lehrende, Lernende) wiederfinden. Die Diskussion ist eröffnet …
Ulrich Schmid, Lutz Goertz und Lutz Michel, LinkedIn/ pulse, 27. Mai 2020

Bildquelle: Changbok Ko (Unsplash)

VHS im Wohnzimmer

Ein Plakat auf einer Litfaßsäule, keine hundert Meter von meinem Zuhause entfernt. Vielleicht schaue ich in den nächsten Tagen mal bei einem der Angebote der Frankfurter VHS vorbei … oder einer anderen VHS.
Hier noch schnell der Link auf das Angebot der Frankfurter Volkshochschule auf der seite „Die VHS im Wohnzimmer“ …

Das Sprachlabor – Steuerung und Sabotage eines Unterrichtsmittels

Ein Fundstück im doppelten Sinne: Zum einen behandelt der Artikel ein Stück Bildungsgeschichte oder Geschichte der Bildungstechnologien, nämlich die Einführung und Nutzung der Sprachlabore in den 1960er und 70er Jahren; und zum anderen ist der Artikel bereits 2011 veröffentlicht worden, aber erst kürzlich in meinem Nachrichtenstrom aufgetaucht.

Abgesehen davon, dass ich selbst noch das Vergnügen hatte, in einem Sprachlabor zu sitzen und zu lernen: Mich haben einige Schilderungen stark an Diskussionen erinnert, die heute mit Blick auf die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz, adaptiven Lernsystemen und der Personalisierung des Lernens geführt werden. Wie heißt es so schön im Artikel: „Das Sprachlabor schien höchste Effzienz bei größter Individualisierung und zu­gleich absolute Kontrolle zu garantieren.“

Aber um die Erwartungen an den Artikel auch etwas zu dämpfen: Nachgezeichnet wird in komprimierter Form die Einführung und Evaluation der Sprachlabore im Kanton Zürich. Diese Entwicklung ist eingebettet in die Bildungsreformen jener Zeit und die Versprechen des Programmierten Unterrichts. Aber diese Entwicklung beschränkte sich ja nicht nur auf Zürich.
Anne Bosche und Michael Geiss, Jahrbuch für historische Bildungsforschung, 2011 (via Academia.edu) 

Bildquelle: Deutsche Fotothek‎ (Wikimedia, CC BY-SA 3.0 DE)

Innovationswettbewerb INVITE

Die Nachricht ist schon ein paar Tage alt, aber sollte auch in diesen turbulenten Zeiten nicht ganz untergehen: „Das Bundesministerium für Bildung und Forschung schafft Standards für einen innovativen digitalen Weiterbildungsraum. Gesucht werden die besten Lösungen für die aktuellen Herausforderungen berufsbezogener Weiterbildung.“

Der hier ausgeschriebene Innovationswettbewerb setzt das fort, was im November 2018 mit MILLA, dem Konzept eines Arbeitskreises in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, begann und im Juni 2019 in die Nationale Weiterbildungsstrategie integriert wurde. Gefördert werden im Rahmen von INVITE Projekte auf drei Entwicklungsfeldern, die …

„- bestehende Weiterbildungsplattformen miteinander vernetzen,
– die Qualität von Weiterbildungsplattformen erhöhen, zum Beispiel, indem sie Weiterbildungsangebote personalisiert empfehlen,
– KI-unterstützte Weiterbildungsangebote entwickeln, die ein individualisiertes Lernen möglich machen, auch indem sie zum Beispiel zusätzlich spielerische Elemente berücksichtigen.“

Bis zum 15. September 2020 können Projektskizzen eingereicht werden.
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 12. März 2020

Edu F.U.N. – eine Edu-FuckUp-Night vom EduCamp (Corona Log 22)

Jöran Muuß-Merholz schreibt: „Beim Format „FuckUp-Night“ berichten Menschen in kurzen Vorträgen von ihrem Scheitern. Wenn man die Methode auf den Bildungsbereich anwendet, kann man von einer „Edu-FuckUp-Night“ sprechen. Wir haben das mal ausprobiert.“ Herausgekommen sind ein knappes Dutzend kleiner Bildungsunfälle (1:13 Std.), aufgenommen im Rahmen des EduCamp Frankfurt/cOnline (#ecfra20). Sehr unterhaltsam. Und sicher nicht meine letzte Referenz auf die Corona Logs.
Jöran Muuß-Merholz, J&K – Jöran und Konsorten/ Blog, 28. April 2020

Key Skill: Self-Directed Learning

Silvia Rosenthal Tolisano nimmt die aktuelle Krise zum Anlass, um einen Blick nach vorne zu werfen. Was sind „key skills for post-pandemic learning“? Natürlich steht hier das selbstorganisierte Lernen ganz oben (ich überspringe hier einmal die Unterscheidung bzw. Diskussion um selbstorganisiertes und selbstgesteuertes Lernen, die ja hierzulande gerne aufgeworfen wird). In ihrem Beitrag zählt die Autorin verschiedene Kompetenzen, Attribute und Strategien des selbstorganisiert Lernenden auf und beschreibt sie näher: Heutagogical Documentation, Curation („a vital skill that directly connects with self-directed learning, but it also develops and strengthens the now skills and literacies in the process …“), Web Literacy – Information & Search Skills, Tutorial Skills, Choice & Voice, Personal Learning Network („A Personal Learning Network (PLN) is indispensable when developing a self-directed learning mindset.“)

„Remote learning relies on students to being self-directed learners. … We need to start planting the seeds early for a more self-directed learning vs. showing up for class and waiting-to-see-what-a- teacher-has-planned for us today!“
Silvia Rosenthal Tolisano, Langwitches, 22. April 2020