7 Major Learning Styles and the 1 Big Mistake Everyone Makes

Laura Lynch fasst die Diskussion um individuelle Lernstile so zusammen, wie ich es auch tun würde: „That said, while the learning style theory—that individual students might have a style that helps them learn better—may be complete bunk, presenting material in a variety of ways does have a lot of merit.“

Also, es gibt keine (nennenswerten) wissenschaftlichen Belege dafür, dass Lernstile existieren oder dass man bessere Lernerfolge erzielt, wenn man einem favorisierten Lernstil folgt. Aber wer Lernumgebungen konzipiert, sollte trotzdem eine Bandbreite von Möglichkeiten anbieten.  

„This is important because most of us process information best when we encounter it in a variety of ways—social and solitary and physical and logical. What this means for the practical implementation of your course is that you shouldn’t try to optimize material for one kind of learning style over another, but rather, you should present course materials in a range of learning styles so that all learners can engage with it on multiple fronts.“
Laura Lynch, LearnDash, 15. Oktober 2019

Bildquelle: Jesper Sehested  (flickr, CC BY 2.0)

Integrating the Science of How We Learn into Education Technology

Es ist nur ein kurzer HBR-Artikel, deshalb darf man keine große Antworten erwarten. Stattdessen pickt sich Stephen M. Kosslyn eine wissenschaftliche Erkenntnis über das Lernen heraus: das Prinzip der „desirable difficulties“ (oder „wünschenswerten Erschwernissen“), nachdem Menschen am besten lernen, wenn – kurz gesagt – die Anforderungen nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer sind. Diese Erkenntnis in klassischen Lernumgebungen mit vielen Teilnehmern umzusetzen, ist schwer. Hier kann Technologie bzw. hier können Plattformen und Systeme helfen. Das Beispiel des Autors verbindet „personalized“ und „active learning“.

„Clearly, technology opens up huge opportunities to use the science of learning in new ways. To take advantage of these opportunities, we need to have clear learning outcomes, we need to measure each student’s progress in achieving those outcomes very granularly, and we need to shift to a focus on active learning.“
Stephen M. Kosslyn, Harvard Business Review, 11. Oktober 2019

Bildquelle: Randy Fath (Unsplash)

Bildungs- und Demokratievermittlung zwischen „Hardware, Cloud, Internet & Co.“

Fremdes Terrain: Letzte Woche durfte ich auf dem XXIII. Theodor-Litt-Symposium in Leipzig präsentieren. Auf dem Flyer zur Veranstaltung war zu lesen: „Bildung in Demokratie und Diktatur – Bilanz und Perspektiven 30 Jahre nach der friedlichen Revolution“. Nun bin ich weder Historiker noch Politikwissenschaftler und mich deswegen ganz auf die politische Bildung im Netz konzentriert. Also drei bekannte Beispiele – YouTube-Lernen, Messenger-Projekte, Demokratie MOOC – mal aus einer anderen Perspektive vorgestellt. Leider gab es nach meiner Session keine unmittelbare Gelegenheit zur Diskussion, so dass ich einfach mal hoffe, dass mir die TeilnehmerInnen in Leipzig folgen konnten. 
Jochen Robes, SlideShare, 1. Oktober 2019

 

 

Bildquelle: Appaloosa (Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

„Digital Literacy“ – Erweiterung unseres Dossiers

Ich habe nicht alle Beiträge im Detail studieren können, aber das Dossier sieht auf den ersten Blick sehr nützlich aus. Die wb-web-Redaktion hat hier versucht, „möglichst viele Angebote und Informationen für Lehrende in der Erwachsenen- und Weiterbildung zusammenzutragen und aufzubereiten“. Konkret: ein Wissensbaustein „Internetrecherche und Wissensmanagement“, verschiedene Blogbeiträge sowie umfangreiche Hintergrundinformationen zu den Begriffen „Digital Literacy“ und „Digitale Grundbildung“, Lehrmaterialien zur digitalen Grundbildung sowie eine Liste mit Netzwerken und Akteuren.
wb-web, News, 12. September 2019

Bildquelle: USA-Reiseblogger (pixabay)

DGFP Congress 2019 – eine konstruktive Kritik

Karlheinz Pape war auf dem DGFP-Kongress (#connectingHR) in Berlin und stellt, nicht zum ersten Mal, eine Kluft zwischen den Themen und der Form der Veranstaltung fest. Auf der einen Seite werden neue Rollen von Führungskräften und MitarbeiterInnen diskutiert, auf der anderen Seite wird vor Ort die klassische Aufgabenteilung zwischen Veranstalter und Teilnehmer gelebt. Das geht besser, meint Karlheinz Pape, und hat sicher schon das Corporate Learning Camp in Koblenz (#CLC19KO) im Sinn … 

„Ich wünschte mir die DGFP als die mutig voranschreitende “Führungsorganisation” fürs Praktizieren neuer Formen der Zusammenarbeit. DGFP-Kongresse könnten erlebbare Experimentierfelder für Organisatoren und Teilnehmer sein – gerade heute. Das gilt natürlich für alle Kongresse – egal von wem sie veranstaltet werden. Kongresse sind immer Lern-Events, die nur dann glaubwürdig sind, wenn sie leben was sie inhaltlich transportieren.“
Karlheinz Pape, Corporate Learning, 5. September 2019

Bildquelle: Karlheinz Pape (CC BY 4.0)

“What makes a Learning Technologist?” – Part 1 of 4: Job titles

Dieser Beitrag definiert und diskutiert nicht, was einen „Learning Technologist“ auszeichnet. Vielmehr wurde gefragt: „What is your current job title?’ und ‘What would your ideal job title be?“ Die Antworten sind natürlich sehr heterogen, einige finden sich mit dem Titel in ihrer aktuellen Rolle gut getroffen, andere wünschten sich gerne eine andere Bezeichnung. So enthält der Beitrag schließlich auch eine Liste mit fast 50 alternativen Bezeichnungen – von „Academic Course Developer“ bis „Technology Enhanced Learning Manager“! Der Autor weist dann noch darauf hin, dass vor allem die Begriffe „digital“ und „design“ bei der Suche nach treffenden Jobtiteln derzeit hoch im Kurs sind. Und das gilt sicher nicht nur für die britische ALT Community, aus deren Kreis die meisten Antworten stammen.
Daniel Scott, #ALTC Blog, 2. September 2019

Bildquelle: Association for Learning Technology

Selbststeuerung – die stille Revolution des Lernens

Sandra Nowak hat gerade ihre Masterarbeit über die Förderung des selbstgesteuerten Lernens geschrieben, und im Gespräch mit Herwig Kummer wird das Spielfeld vorsichtig ausgelotet. Natürlich spielt sich Selbststeuerung irgendwo zwischen Unternehmenskultur, Führungskräften und MitarbeiterInnen ab, aber welchen Beitrag kann die Personalentwicklung leisten? Dazu Sandra Nowak:

„Eine moderne Personalentwicklung bietet gerade in der Selbststeuerung aktiv Begleitung und Unterstützung an und bindet auch die Führungskräfte dabei ein. Wenn Mitarbeiter diese Unterstützung erleben, entsteht Engagement für die eigenen Lernprozesse.

Für die Personalentwicklung heißt dies konkret, Austausch untereinander fördern, selbstgesteuerte Formate zur Verfügung stellen und Sparringpartner für Führungskräfte sein.

Hilfreich ist es auch, Wissen von Einzelnen sichtbar zu machen und für alle in der Organisation zur Verfügung stellen, also ein aktives Wissensmanagement zu implementieren.“
Herwig Kummer, Gespräch mit Sandra Nowak, personaleum, 1. September 2019

Bildquelle: Songeunyoung (Unsplash)

 

Die Kunst zu lernen

Über Andreas Wittke bin ich auf diese Ausgabe des stern gestoßen. Denn dort wurde nicht nur der Hirnforscher Martin Korte über die „Kunst zu lernen“ interviewt, sondern auch „in einer großen Umfrage die besten Weiterbildungsangebote für Schüler und Erwachsene ermittelt“. Dafür hat man mit dem Institut statista zusammengearbeitet und von Nutzern die Lernqualität, das Preis-Leistungs-Verhältnis von sowie die Zufriedenheit mit Bildungsanbietern einschätzen lassen. Diese wurden dann in verschiedene Rubriken eingeteilt: Fernstudium, Fernschulen, Duales Studium, Business Schools, Berufliche Weiterbildung, Sprachlehrinstitute.

In der Rubrik „E-Learning allgemein“ umfasst die Ergebnisliste vier Anbieter: 1. oncampus, 2. Udemy, 3. Haufe Akademie, 4. Lecturio. Dann gibt es noch die Rubriken „Apps und E-Learning Sprachen“ (1. Duolingo, 2. Babbel, 3. Memrise) und „Trainings-Apps“ (1. FahrenLernen, 2. Fahrschulcard, 3. Theorie 24 Führerschein App).
stern, Nr. 35, 22. August 2019

Zentrale Online- und Datenplattform für die berufliche Weiterbildung

Manchmal geht es ja wirklich Schlag auf Schlag: Was gestern noch im Ideen- und Ankündigungsmodus war, was im Juni nur einen kurzen Passus in der Nationalen Weiterbildungsstrategie ausmachte, soll als Prototyp bereits Ende Oktober 2019 vorgestellt werden! Das Ziel ist eine zentrale Online- und Daten-Plattform für die berufliche Weiterbildung, die die Suche nach passgenauen Angeboten erleichtert. Und die Kompetenzanalyse und -entwicklung soll „intelligent unterstützt werden“.

Dahinter stehen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Initiative Tech4Germany. Wer die Arbeit macht, wer das Konzept entworfen hat und was genau im Pflichtenheft steht, ist der kurzen Meldung leider nicht zu entnehmen.
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Meldungen, 13. August 2019

Bildquelle: BMAS/ BMBF

Hochschul-Bildungs-Report 2020: Jahresbericht 2019

„Im Hochschulbildungsreport 2020“, so ist zu lesen, „untersuchen der Stifterverband und McKinsey, wie gut die Hochschulen die Studierenden auf die Wirtschaft von morgen vorbereiten und formulieren Empfehlungen an Politik und Hochschulen“. Jetzt ist der Jahresbericht 2019 erschienen. Eine zentrale Botschaft lautet: Das wichtige Thema Weiterbildung scheinen die Hochschulen zu verschlafen. Es bewegt sich kaum etwas. Orientieren könnten sie sich an den Education-Start-ups, sie „mischen zunehmend den Weiterbildungsmarkt auf – auch im akademischen Bereich“ (S. 2).

Aber der Bericht enthält viele weitere Informationen, Modelle und Empfehlungen, über die man trefflich diskutieren (und sicher auch streiten) kann. Hier eine kleine Auswahl solcher Einstiegspunkte:

– das „Future-Skills-Framework“ (Technological Skills, Digital Citizenship Skills, Classical Skills), das die Initiatoren entwickelt und neben bereits existierende Modelle gestellt haben;
– die Education-Start-ups (von Coursera bis Babbel), die in der Studie als Benchmark innovativer Bildungsangebote gehandelt werden;
– die offene Sympathie für neue, umfassende, nationale Plattformlösungen auf dem Feld der Weiterbildung, wie sie von MILLA angeregt und in der kürzlich veröffentlichten Nationalen Bildungsstrategie fortgeschrieben wurde.

Hinzu kommen noch, wie gesagt, exklusives Datenmaterial aus Erhebungen und Umfragen sowie konkrete Empfehlungen an die Handlungsträger im Hochschulbereich. Und natürlich der jährlich bis 2020 fortgeschriebene Hochschul-Bildungs-Index. Hier heißt es:
„Der Hochschul-Bildungs-Index erreicht 2017 auf seiner Skala von 0 bis 100 Punkten lediglich 46 Punkte. Das ist zwar im Jahresvergleich ein Plus von 5 Punkten, aber viel zu wenig, um das Ziel von 70 Punkten zu erreichen, das für die sechs Handlungsfelder für das Jahr 2017 gesetzt wurde.“
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (Hrsg.), in Kooperation mit McKinsey & Company, August 2019