Selbstgesteuertes Lernen und persönliches Wissensmanagement – eine zentrale Aufgabe für „Learning & Development“-Abteilungen

Die Fähigkeit, die eigenen Lernprozesse selbst zu steuern und zu organisieren, selbst Wissensmanagement zu betreiben, gewinnt, so Christoph Meier, Geschäftsführer des swiss competence centre for innovations in learning (scil) der Universität St. Gallen, immer mehr an Bedeutung. Doch den meisten Mitarbeitenden fehlt hier das passende Rüstzeug. Also eine lohnende Aufgabe für Learning & Development:

„Die meisten betrieblichen Bildungsbereiche sehen formal organisierte Kompetenzentwicklung nach wie vor als ihr Kerngeschäft. Vermutlich würde in vielen Fällen ein grösserer Wertbeitrag realisiert, wenn das systematische Entwickeln und Stärken von Kompetenzen für selbstgesteuertes Lernen und persönliches Wissensmanagement als zumindest gleichwertige Aufgabe gesehen und angenommen würde.“
Christoph Meier, digicomp, 10. Oktober 2018

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10 Trends for Digital Learning in 2018

Wer zum ersten Mal auf die Top Tools for Learning von Jane Hart schaut, zuckt vielleicht mit den Schultern. YouTube, PowerPoint, Google Search, Twitter, LinkedIn, usw. Nichts Ungewöhnliches, abgesehen von der Tatsache, dass man nicht alle Tools sofort mit „Learning“ verbindet. Dazu ist die Aufteilung der Listen in Personal & Professional Learning, Workplace Learning und Education auch für mich gewöhnungsbedürftig. Von daher ist diese Lesehilfe von Jane Hart hilfreich und interessant! Denn gerade in den „Bewegungen“ – in einzelnen Bereichen, von Jahr zu Jahr – stecken oft die Botschaften.

„1 – Web resources still dominate …
2 – Some social networks are up, some down. …
3 – Web courses are increasing in popularity. …
4 – There is a subtle shift from course development to content development. …
5 – Learning at work is becoming personal and continuous. …
6 – Team collaboration tools support the real social learning at work. …
7 – The Microsoft ecosystem is regaining its power. …
8 – OneNote is winning the digital notebook battle. …
9 – Video conferencing eclipses conference calls. …
10 – Audience engagement has become a big thing. …“

„There are some significant new trends in this year’s list. Could this be the tipping point for some real change in how (workplace) learning is perceived and supported?“
Jane Hart, Modern Workplace Learning Magazine, 24. September 2018

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Corporate Learning Community Region Frankfurt #CLC069, 2. Treffen am 5. März 2018

„Persönliches Wissensmanagement“ war das Thema des zweiten Treffens der Region Frankfurt. Rund 25 Teilnehmer hatten sich dafür in den Räumlichkeiten von Hessenmetall eingefunden. Dort hatte dann Stefan Diepolder auch von seinen Erfahrungen mit OneNote berichtet und versprochen, seine Ausführungen im Nachgang noch einmal schriftlich zusammenzufassen. Was er in Form von 5 Tipps und vielen weiteren Links jetzt getan hat. Danke!
Stefan Diepolder, Corporate Learning Community, 14. März 2018

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Wie funktioniert Beats Biblionetz? Und wie funktioniert Beat?

Man muss etwas Zeit mitbringen. Denn Jöran Muuß-Merholz interviewt Beat Döbeli nicht einfach, sondern beide tauchen tief in den Alltagswahnsinn von Wissensarbeitern ein, die sich mit offenen Tools und persönlichen Routinen täglich durch Projekte, Aufgaben, Deadlines, Informationen, Nachrichten und Kontakte bewegen. Gelebtes persönliches Wissensmanagement, zwischen Email, RSS und Apps.

Wer jetzt wirklich nicht weiß, wer Beat Döbeli ist, kann diese Lücke noch schnell mit einem Klick auf Beats Biblionetz schließen.

Das Interview wurde übrigens bereits vor zwei Jahren geführt und jetzt noch einmal in der Podcast-Reihe „#uneigentlich – Dinge digital geregelt kriegen“ aufgelegt. Es passt natürlich auch wunderbar zu den „Top 200 Tools for Learning 2017“, die Jane Hart vor einigen Tagen veröffentlicht hat und die einige Kolleg*innen veranlasst haben, über ihre eigenen Arbeits- und Lernwerkzeuge zu berichten. Zum Beispiel Christoph Meier und Helen Blunden.
Jöran Muuß-Merholz, Gespräch mit Beat Döbeli Honegger, 13. November 2017

Bildquelle: http://uneigentlich.edufunk.fm/

5 Methoden, die Wissensarbeiter*innen kennen sollten!


Simon Dückert schrieb:

„Ich bin aktuell in einem Working Out Loud Circle und meine Hausaufgabe aus Woche 9 ist, ein Blogbeitrag im Format Listicle zu verfassen und darin einige wertvolle Ressourcen zu listen. Da mein WOL-Ziel mit dem Aufbau eines Methodenpools in einem internen Wiki zu tun hat, stelle ich im folgenden kurz meine Top-5-Methoden für Wissensarbeiter*innen vor und verlinke meine wichtigsten Quellen dazu: …“

Er wirft Getting Things Done (GTD), Memex, Community of Practice, Wissenslandkarte und natürlich Working Out Loud in die Runde. In den Kommentaren gibt es weitere Zurufe. Natürlich gehen dabei Methoden und Tools kreuz und quer. Was mich daran erinnert, wie wenig bis heute über das Thema „Persönliches Wissensmanagement“ geschrieben worden ist. Harold Jarche, das schöne Handbuch von Gabi Reinmann und Martin J. Eppler („Wissenswege“), das aber auch schon 10 Jahre alt ist …
Simon Dückert, Cogneon, 26. Oktober 2017

Design learning and build credibility through curation

„Content Curation“ ist eines der aktuellen Schlagworte in Corporate Learning. Denn es gibt ja im Netz keinen Mangel an Informationen oder Lerninhalten. Und wir suchen gleichzeitig nach Wegen, damit aus dem einmaligen Kurstermin eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit einer Sache wird. Hier ist Content Curation eine Antwort.

Wenn man im nächsten Schritt für eine Zielgruppe Inhalte kuratieren will („… you becoming the filter and sense maker of information“), muss man wissen, welche Themen sie beschäftigen, wie sie Informationen erhalten möchten, usw. Man sollte Wege kennen, um wichtige Informationen zu finden, wie z.B. mit Hilfe von Alerts, Newslettern oder Twitter.

Es bleibt aber eine Hürde: Denn als Learning Professional kann ich wahrscheinlich nur Inhalte über Weiterbildung suchen, einordnen und teilen. Auf fachliches Terrain werde ich mich nicht begeben. Also ist es naheliegend, meine Zielgruppen zu „Content Curators in eigener Sache“ zu machen. Content Curation als Teil des persönlichen Wissensmanagements.
Martin Couzins, Towards Maturity, 9. Oktober 2017

OneNote (und Skype) als Lernplattform

Vor zehn Jahren hätte man von den Möglichkeiten geschwärmt, die ein Wiki für das gemeinsame Arbeiten an einem Thema bietet. Vor fünf Jahren wäre es wahrscheinlich Evernote gewesen. Hier erzählt Joachim Haydecker, wie er heute OneNote in Lernprozessen einsetzt. „Lernen auf Augenhöhe“ ist dabei das Stichwort, mit dem er sein Video-Tutorial überschreibt. In den Kommentaren wird genickt. Bei Jane Hart liegt noch Evernote vorne.

„OneNote ist ein bewährtes Tool für das persönliches Wissensmanagement oder für das gemeinsame erarbeiten von Informationen im Team (Projekte, Meetings, Ideenskizzen, Konferenzbesuche, …).
Im Zusammenspiel mit Skype sind moderne, kooperative Webinare für die Aus-/Weiterbildung schnell umgesetzt.“

Joachim Haydecker, Werkstattmeister für Wissensarbeiter, 6. Oktober 2017

Mein Wochenausklang: Die Netzwerke unserer Mitarbeiter*innen

„Was machen wir eigentlich mit den Wissensnetzwerken unserer Mitarbeiter*innen? Sind diese Netzwerke unter den Bildung 4.0-Bedingungen nicht auch unser Aufgabengebiet als Personaler*innen?“ Diese Frage stellte mir vor einigen Tagen eine Konferenzteilnehmerin. Und sie setzte damit Fantasie frei, bei mir und bei anderen Teilnehmer*innen, denn das Thema tauchte im Laufe des Tages immer wieder in kleinen Runden auf. Meine Assoziationen: Natürlich sind diese Netzwerke, in denen wir alle stecken, da, und sie werden auch in der Bildungs-Community diskutiert. So hat zum Beispiel Harold Jarche ein Lernmodell entwickelt, das unterschiedliche Arbeits-, Austausch- und Lernprozesse an „Work Teams“, „Communities of Practice“ und „Social Networks“ festmacht („implementing network learning“).

Aus der Perspektive des Mitarbeiters sind Netzwerke etwas, das er im Rahmen seines persönlichen Wissensmanagements pflegt und die auf seine „social reputation“ einzahlen (Wer zählt eigentlich noch Follower? Wer nutzt eigentlich noch „Klout“?). Moderne Lernplattformen und Enterprise Social Networks knüpfen hier an. Aus der Perspektive des Unternehmens könnte man sich an bestehenden Wissensbilanzen orientieren, nach dem Beziehungskapital fragen und möglicherweise bei den Netzwerken landen, in denen man durch seine Mitarbeiter*innen vertreten ist.

Die Frage nach den Netzwerken könnte also ein gezielter Schritt sein, um sich einen Überblick über die „Welt da draußen“ zu verschaffen und zu überlegen, wie man diese Aktivitäten unterstützen und fördern kann. Vielleicht macht es sogar Sinn, diese Netzwerke einmal zu dokumentieren und gezielt in zukünftige Arbeits- und Lernprozesse einzubinden? Die nächsten Stichworte liegen dann schon auf der Hand: Working Out Loud, Learning Out Loud.

Bildquelle: Slava Bowman (Unsplash)

Top 200 Tools for Learning 2016: Overview

Seit 2007 sammelt Jane Hart jedes Jahr die Rückmeldungen ihrer Community ein und erstellt eine “Top 100 Tools for Learning”-Liste. Für mich immer wieder eine Fundgrube und eine großartige Referenz, um bei verschiedenen Gelegenheiten unsere täglichen Arbeits-, Lern- und Austauschprozesse im Netz anzusprechen. Zum zehnjährigen Geburtstag hat sie jetzt die Liste nicht nur zur “Top 200″ erweitert; sie hat zusätzlich separate Top 100-Listen erstellt: für Personal Learning, Workplace Learning (”for training, e-learning, performance support and social collaboration”) und Education. Und es gibt Best-of-Breed-Listen, in denen sie die genannten Werkzeuge nach “instructional tools”, “content development tools”, “social tools” und “personal tools” unterscheidet.

“This year’s big news is that Twitter loses its No 1 place on the list after 7 years …”
Jane Hart, Centre for Learning and Performance Technologies, Oktober 2016

Top 200 Tools for Learning 2016 from Jane Hart

Personal Learning Networks: It’s who you know

Das britische Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD) hat einige Statements, Beispiele, Stichworte (”seek - sense - share”, “working out loud”) und Argumente zusammengetragen, um seine Community von den Vorteilen persönlicher Netzwerke zu überzeugen. Vor allem mit Blick auf die Möglichkeiten, die die sozialen Netzwerke heute HR- und L&D-Professionals bieten. Aber der wichtigste Punkt steht am Ende des Artikels:

“The future for L&D, in part, could be in encouraging employees to build PLNs rather than being the direct facilitators of learning.”
Georgi Gyton, People Management, 24. August 2016