Learning In The Flow Of Work: Now Available For HR

Josh Bersin hat seine Idee von „Learning in the Flow of Work“ weiter vorangetrieben. Es gibt jetzt die „Josh Bersin Academy for MS Teams“. Unternehmen können sie installieren, und ihren Mitarbeitern stehen dann die Inhalte der JBA direkt über bzw. in Teams zur Verfügung. „Learning in the Flow of Work“ ist also ein Produkt, ein Geschäftsmodell. Josh Bersin stellt zwei Szenarien vor:

„First, a professional wants to learn something quickly on the job“: Er oder sie kann dann direkt in Teams auf die Online-Bibliothek der JBA zugreifen.

„Second: Professionals Want To Break Out From A Learning Program To Collaborate“: Sie können in Teams ein Thema diskutieren, auch mit Nicht-Abonnenten der JBA. Sogenannte „Conversation Starters“ ermuntern sie dazu.

Ein interessantes Angebot. Ob die Schnittstelle in MS Teams auch für weitere Anbieter und ihre Bibliotheken offen ist, bleibt abzuwarten. Josh Bersin deutet jedenfalls an, dass die beiden vorgestellten Einsatzszenarien nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Und er lehnt sich noch weiter aus dem Fenster: „Third, and even more important, is the way workforce productivity platforms like Microsoft Teams, Slack, Salesforce, and Workplace by Facebook are turning into learning platforms.“
Josh Bersin, 10. September 2019

Bildquelle: Josh Bersin Academy

CLP074: DATEV Software Craftsmanship Community – eine selbstorganisierte Lern-Community

Beispiele für lebendige Communities of Practice gibt es ja nicht wie Sand am Meer. Doch bei der DATEV scheint es zu funktionieren. Seit März 2013 gibt es dort die DATEV Software Craftsmanship Community. Mit 800 MitarbeiterInnen im Verteiler und jährlich circa 70 Veranstaltungen, von Meetups, Open Spaces bis zum Hackerkegeln. Alles wird sehr offen gelebt, ohne Protokolle und Zertifizierungen, aber natürlich mit Bezug zum Tagesgeschäft. Karlheinz Pape hatte auf dem DATEV DigiCamp im Juli 2019 die Möglichkeit, Andreas Fischer, den Gründer der Datev SCC, zu interviewen. Herausgekommen ist ein Podcast. Weitere Informationen zum SCC finden sich auf den Seiten der DATEV.
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community, 4. August 2019

Bildquelle: Karlheinz Pape (CC BY)

Badges für informelles Lernen? Ja, ABER…..

Das Corporate Learning Camp in Koblenz am 12./13. September wirft schon mächtige Schatten voraus. Session-Vorschläge. Community Assemblies. Eine neue Telegram-Gruppe. Und einen Badge für die Teilnahme am Camp. In ihrem Beitrag bereitet Charlotte Venema die Community auf diesen Schritt vor und denkt laut über die mit ihm verbundenen Fragen nach. Dabei lädt sie ein, folgende Punkte zu diskutieren: 
1. Soll die CLC Badges vergeben?
2. Wenn ja, welche Kriterien sollten erfüllt sein, bevor jemand einen Badge erhält?
3. Welche Bedeutung werden diese Badges und E-Portfolios innerhalb der Community und im Berufsleben haben?

Wichtige Fragen. Sie selbst, daraus macht sie kein Hehl, steht der Formalisierung (Badges) informeller Lernprozesse eher kritisch gegenüber: „Aus meiner Sicht liegt die Lösung nicht darin, etwas zu formalisieren, was von Natur aus nicht formal ist. Die Lösung liegt darin, die formale Bildung und das informelle Lernen in der Praxis so miteinander zu verbinden, das immer beides stattfindet. Aber das ist ein anderes Thema.“ Lesenswert!
Charlotte Venema, Corporate Learning Community, 3. August 2019

Bildquelle: Simon Dückert/ Telegram

7 Things You Should Know About Digital Badges

Über Badges, das zur Vorwarnung, wird es auf diesem Blog in Kürze noch mehr geben. Von daher kommt dieser Überblick im bewährten „7 things you should know“-Format gerade recht. Er wird mit einer Definition eingeleitet:

„Digital badges are validated indicators of skills or competencies, often representing the completion of a microcredential. Badges typically represent competencies not shown on a transcript, including learning from internships, volunteer work, and other co-curricular activities. Increasingly, badges conform to the Open Badges standard, and many are stackable, meaning that they can be credited toward an advanced badge, a certificate, or a degree.“

Interessant ist hier die enge Verknüpfung von Microcredentials und Badges. Es folgen Antworten auf die Fragen „How does it work?“, „Who’s doing it?“, „Why is it significant?“, „What are the downsides?“, „Where is it going?“ und „What are the implications for teaching and learning?“. Nützlich.
EDUCAUSE Learning Initiative (ELI), 3. Juli 2019

How modern professionals learn

„How modern professionals learn“ ist die Frage, um die ja alle Antworten Jane Harts seit Jahren kreisen. Hier beginnt sie mit der Feststellung, dass wir („modern professionals“) auf vier unterschiedlichen Wegen lernen:  durch Didactics, Discovery, Discourse und Doing, kurz durch die „4 D’s of Learning“. Im zweiten Schritt ordnet sie die von ihr selbst jährlich erhobenen „Top 100 Tools for Personal and Professional Learning“ diesen „4 D’s of Learning“ zu. Mit einem interessanten Ergebnis:

Jane Hart, Modern Workplace Learning 2019, Juli 2019

1. Lern Rock Camp 2019 in München 25.06.2019 (das Camp zu lernOS)

Einiges steht schon im Titel. Daniel Stoller-Schai war jedenfalls auf dem lernOS Rockstars Camp in München und hat seine Eindrücke (und Fotos!) gleich verarbeitet. Es beginnt mit einer kurzen Beschreibung von lernOS („… ein Betriebssystem für Lebenslanges Lernen und Lernende Organisationen“). Dann hat er in Wort und Bild noch einmal das Programm des Tages zusammengefasst: Impulsreferate, BarCamp-Sessions und Assemblies. Nicht zu vergessen den Dank an Simon Dückert, den Spiritus Rector hinter Betriebssystem und Camp. Dazwischen sein Fazit, aus dem ich zwei Punkte herausgreife:

„1. Solche Anlässe tragen dazu bei, dass das Netzwerk im DACH-Raum, welches aus Menschen besteht, die bereit, sich und ihre Organisationen zu verändern, wächst. Die Gespräche vor, während und nach den Programmteilen bildeten darum einen wesentlichen Bestandteil dieses 1. lernOS RockStars Camp.

3. Es ist nicht einfach in der Vielzahl der Methoden den Überblick nicht zu verlieren (vgl. z.B. den Artikel „Souveränität im Methodenwahn“ von Sabine Dietrich in „ManagementSeminar“, Juli 2019, S. 70-76 sowie ihr Buch dazu). lernOS ist ein fundierter Ansatz – es gibt daneben aber noch viele andere Modelle und Methoden. Es kann dazu führen, dass ein ständiger Modell- und Methodenwechsel dazu führt, dass eine Organisation nicht wirklich oder nur ansatzweise verändert wird und verleitet werden kann, wieder in altbekannte Muster und Handlungsweisen zu verfallen.“
Daniel Stoller-Schai, LinkedIn/ Pulse, 26. Juni 2019

Individuelles Engagement sichtbar machen: das HFDcert als Modell – #CLSprint am 28.06.2019

Mein Interesse am HDFcert des Hochschulforum Digitalisierung habe ich an dieser Stelle ja schon kundgetan. Und da wir gerade dabei waren, die nächste Ausgabe unserer CLSprints zu planen, habe ich Yasmin Djabarian vom HFD dafür gewinnen können, uns in diesem Rahmen das Konzept „HFDcert“ einmal näher vorzustellen und von den Erfahrungen der ersten Monate zu berichten. Am Freitag, den 28. Juni, um 13:00 Uhr, ist es soweit. Eine Online-Session. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten!
Jochen Robes, Corporate Learning Community, 18. Juni 2019

Wie Arbeit wieder laut wird: #WOL

Ein schönes Porträt von Katharina Krentz, die als Expertin für digitale Zusammenarbeit bei Bosch für „Working Out Loud“ (WOL) wirbt und damit in den letzten Jahren über das Unternehmen hinaus eine inspirierende Quelle geworden ist. Bei Bosch, so heißt es im Artikel, umfasst die WOL-Community heute 600 Circles mit 4.500 Mitgliedern in 50 Ländern. Und Katharina Krentz probiert auch Circles, die sich aus Mitarbeitern verschiedener Unternehmen zusammensetzen.
Mareike Knoke, MERTON – Onlinemagazin des Stifterverbandes, 28. Mai 2019

HFDcert – Das HFD Community Certificate

Das HFDcert des Hochschulforum Digitalisierung gibt es schon seit Februar 2019. Es soll helfen, das individuelle Engagement in der digitalen Lehre sichtbar zu machen. Dafür reicht man auf einer Online-Plattform seine Aktivität ein, zum Beispiel ein Workshop-Besuch, ein Blogbeitrag oder die Umstellung eigener Lehrveranstaltungen. Im Peer-Review werden die Aktivitäten bescheinigt und dann ins eigene Online-Portfolio aufgenommen.

Der Prozess ist charmant pragmatisch: Man stellt seine eigene Aktivität und den damit verbundenen Aufwand kurz schriftlich dar. Ein zufällig ausgewählter Peer segnet die Darstellung ab. Pro Stunde Beschäftigung mit dem Lehren/Lernen im digitalen Zeitalter gibt es einen Punkt. Hat man genügend Punkte gesammelt, wechselt der Status: Man ist zu Beginn Novice und kann zum Instructor, Innovator oder Incubator aufsteigen. Auf der Online-Plattform ist das für Interessierte sichtbar. Man kann das HFDcert auch jederzeit als PDF-Datei herunterladen und als Badge beruflichen Profilseiten hinzufügen. 

Ich habe das Projekt in den letzten Tagen wiederentdeckt, schnell ein Profil angelegt und mal versuchsweise meinen Impulsvortrag zum Stichwort „Micro-Degrees und Badges“ eingereicht. Es hat funktioniert. Ich habe sechs Punkte und den Status „Novice“ erhalten. Da geht sicher noch mehr …

Aber zurück zum Anfang. Warum gefällt mir das Prinzip „HFDcert“? Es geht um informelles, selbstorganisiertes Lernen, um Kompetenzentwicklung. Ausgangspunkt ist die eigene Praxis und eine Selbsteinschätzung. Peers geben Feedback. Gleichzeitig kann ich meine Aktivitäten mit meinem Profil verbinden. Kurz: Das Verfahren ist angenehm unscharf, offen und transparent. Eine schöne Vorlage für die Personalentwicklung!!
Hochschulforum Digitalisierung, 2019

The 70-20-10 Framework Gets Its First Scientific Investigation

Will Thalheimer ist mit Work-Learning Research seit 1998 aktiv, bloggt seit 2005 und hat mit dem Learning-Transfer Evaluation Model (LTEM) eine Alternative zu den 4 Evaluationsstufen von Kirkpatrick entwickelt. Das vorweg. In diesem Beitrag fasst er eine wissenschaftliche Studie zusammen, die sich mit Einsatz und Umsetzung der 70:20:10-Formel beschäftigt. Warum? Weil es, so Will Thalheimer, ein Einzelstück ist. Obwohl die Formel heute in vielen Bildungsstrategien auftaucht, gibt es kaum Studien, die sich systematisch bzw. empirisch mit ihr beschäftigen.

Auch die vorliegende Studie („The 70:20:10 framework and the transfer of learning“) ändert an dieser Sachlage kaum etwas: Eine kleine Zielgruppe, ein sehr spezieller Kontext, eine qualitative Studie, basierend auf wenigen Interviews. Aber es fallen viele interessante Stichworte und Hinweise! 

Im vorliegenden Fall (den die Studie untersucht) wurde offensichtlich das 70:20:10-Framework genutzt, um Manager in Teilen der Öffentlichen Verwaltung Australiens in ihrer Rolle weiterzuentwickeln. Anschließend haben die Wissenschaftler ihre Interviewpartner (Senior Manager) gebeten, die Aktivitäten auf den drei Ebenen des 70:20:10-Frameworks (Experiential Learning, Social Learning, Formal Learning) zu beurteilen. Natürlich können die Ergebnisse dieser Studie nicht verallgemeinert werden. Aber sie zeigen unter anderem auf, dass eine holzschnittartige Übersetzung der 70:20:10-Formel in ein didaktisches Konzept kaum erfolgversprechend ist.

Das unterstreicht auch die folgende Zusammenfassung der Originalstudie:
„… we found that, despite many Australian public sector organizations implementing the framework, to date it is failing to deliver desired learning transfer results. This failure can be attributed to four misconceptions in the framework’s implementation:
(a) an overconfident assumption that unstructured experiential learning will automatically result in capability development;
(b) a narrow interpretation of social learning and a failure to recognize the role social learning has in integrating experiential, social and formal learning;
(c) the expectation that managerial behavior would automatically change following formal training and development activities without the need to actively support the process; and
(d) a lack of recognition of the requirement of a planned and integrated relationship between the elements of the 70:20:10 framework.”
(via Christoph Meier, der auch eine ausführliche Zusammenfassung des Blogbeitrags von Will Thalheimer geschrieben hat)
Will Thalheimer, Work-Learning Research/ Blog, 19. April 2019