Allgemeine Einführung zu Microdegrees und Badges

Die Kommission „Digitalisierung“ der Hochschulrektorenkonferenz hatte sich heute das Schwerpunktthema „Qualitätssicherung von Micro-Degrees und Badges“ gesetzt. Ich bin gebeten worden, mit einem Impuls das Thema einzuleiten. Dafür bin ich in die Rolle des Chronisten geschlüpft und habe einige Schlaglichter aus der Diskussion zusammengetragen. Von Mozilla’s „Open Badge“-Projekt über Nanodegrees (Udacity) bis zum „Microcredential Framework“ des European MOOC Consortium.

Nach mir gab es noch weitere Impulse: Lisa Schleker berichtete über ein Micro-Degree-Projekt der Universität Bremen, Heribert Nacken über die MicroMaster-Kurse der RWTH Aachen auf edX und Julia Sonnberger (Hochschule Augsburg) über allgemeine Aspekte der Qualitätssicherung.

Die Nachrichten, die ich zusammengetragen habe, zeigen, dass derzeit viel Bewegung im Thema ist. Anbieter entwickeln und Hochschulen überlegen. Auf einige interessante Projekte werde ich in einem separaten Beitrag noch einmal eingehen.
Jochen Robes, SlideShare, 17. Mai 2019

Bildquelle: Joao Tzanno (Unsplash)

 

If You Like It Then You Better Put a Badge On It

Der Autor beschreibt Digital Badges wie folgt: „… microcredentialing that serves as an online representation of the skills a learner has developed.“ Aus seiner Sicht antworten Digital Badges auf die Bedürfnisse der Generation Z:

– Creating Transparency Around Career Goals
– Making Learning More Social
– Making Proof Portable

Der letzte Punkt hat Charme: Zertifikate sind nicht irgendwo auf der Lernplattform des Arbeitgebers abgelegt, sondern sie gehören den Lernenden, die selbst über ihre Verwendung entscheiden. Netzwerke wie LinkedIn oder Xing wären eine naheliegende Option. Das Unternehmen des Autors, Credly, bietet solche Lösungen an.
Jonathan Finkelstein, Chief Learning Officer, 9. Mai 2019

Bildquelle: tatica (Open Clip Art Library)

Synergien als Zielperspektive für den Einsatz von digitalen Kompetenznachweisen

Die Community Working Group „Kompetenz-Badges” beim Hochschulforum Digitalisierung berichtet in diesem Beitrag von Gesprächen mit Vertretern aus Unternehmen und Hochschulen sowie mit Open Badge-Pionieren. Wenn ich versuche, aus den ausführlichen Gesprächsprotokollen die zentralen Fragen herauszufiltern, dann komme ich auf folgende Punkte:

  • Wenn wir die Vorgaben des lebenslangen Lernens ernst nehmen und uns an vielen, neuen Stellen und auf vielen, neuen Wegen – im Alltag, im Beruf, online, selbstgesteuert – weiterbilden, brauchen wir da nicht eine neue „Währung“, um uns über die so erworbenen Kompetenzen schnell und sicher zu verständigen? 
  • Wenn wir das bejahen: Können digitale Kompetenznachweise (Badges) diese neue Währung bilden?
  • Und ist es möglich, bei ihrer Entwicklung und Nutzung an einem Strang zu ziehen? 

Ich bin mir im Moment schon bei der Antwort auf die erste Frage, gerade mit Blick auf das Online-Lernen, nicht sicher. Ich glaube nicht, dass  Anbieter auf diesem Markt mit ihren Angeboten auf Spielregeln und Standards warten werden.
Ilona Buchem, Hochschulforum Digitalisierung, 8. Mai 2019

Bildquelle: Jakob Owens (Unsplash)

Digitale Kompetenznachweise für lebenslanges Lernen

Die Community Working Group „Kompetenz-Badges” beim Hochschulforum Digitalisierung hat zwei Gesprächsrunden zum Einsatz digitaler Kompetenznachweise (Open Badges) durchgeführt und die Ergebnisse protokolliert. Es ging dabei um die Fragen, wie heute erworbene Kompetenzen sichtbar gemacht werden können, ob das System formaler Zertifikate ausreicht oder ob digitale Kompetenznachweise hier eine Alternative bieten können.

Diskutiert wurde mit VertreterInnen der Gruppen “Wirtschaft und Arbeitgeber“ und “Personaler / Recruiter”. Zwischen den Zeilen lese ich eine gesunde Skepsis der Teilnehmenden. Ja, digitale Kompetenznachweise können Lücken in bestehenden, formalen Systemen schließen. Ja, dort wo neue, agile Formen des Kompetenz- und Wissenserwerbs eingesetzt werden, können sie möglicherweise Sinn machen.

Das Fazit der AutorInnen: „Daraus lässt sich schlussfolgern, dass ein erfolgreicher Einsatz von Open Badges bzw. auch anderen digitalen Kompetenznachweisen mit deren Konzeption und Gestaltung zusammenhängt. Hier scheint vor allem die Verbindung zwischen der Art der Dokumentation des Kompetenzerwerbs, der Nachweisstrukturen und den Mechanismen zur Herstellung der Glaubwürdigkeit wichtig für die Akzeptanz dieser neuen, digitalen Instrumente zu sein.“
Ilona Buchem und Dominic Orr, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 22. Januar 2019

Bildquelle: Hochschulforum Digitalisierung

Kirkpatrick and Open Badges: Can do better!

Donald Kirkpatrick, das nur zur Erinnerung, steht für ein Vier-Ebenen-Modell zur Evaluation von Trainingsprogrammen. Entwickelt Ende der 1950er/ Anfang der 1960er Jahre bildet es eine der Grundlagen des modernen Bildungscontrollings (was aber nicht heißt, dass in der Praxis viel damit gearbeitet wird – und auch dafür gibt es gute Gründe …).

Nun hat sich Serge Ravet aufgemacht, eine Verbindung zwischen Kirkpatrick’s Ebenen-Modell und Open Badges herzustellen. Was überraschenderweise gar nicht so schwer ist, denn Kirkpatrick Partners („The One and Only Kirkpatrick“) haben ihre Dienstleistungen auf einer Webseite zusammengefasst und sie dort selbst mit Badges verbunden. Das, so Serge Ravet, entspricht allerdings nicht ganz der reinen Lehre der Vier-Ebenen.

Und es bildet auch nur den Einstieg für das Modell „K3 Badges“, das der Autor selbst vorschlägt und das die Abstimmungen zwischen Mitarbeitern, Managern, Trainern/ Experten und HR unterstützen soll. So funktioniert es:

„(1) At the time of registration to a training session, the participant claims and signs the badge describing the competencies that will be acquired during the training intervention;
(2) At the end of the training programme, if satisfied with the acquisition of new competencies, the trainer signs the badge;
(3) When the participant returns to work and provides evidence of the transfer of the new competencies to the workplace, the line manager signs the badge.“

Dieser Workflow ist beliebig erweiterbar, wenn weitere Parteien involviert sind, kann als Dashboard abgebildet werden, etc. Solche Konzepte gab und gibt es natürlich schon, aber online und als Badges …
Serge Ravet, Learning Futures, 26. September 2018

Bildquelle: Kirkpatrick Partners

What I’ve learned from my kids: Motivation

A while ago I started writing about things I’ve started to learn from watching my kids grow and how they see things. I’ve started to realise how much I take for granted. Or rather I’ve started seeing things through their eyes and realised that, for them, the world can be simpler, yet harder, than I thought.

Gamification is something I’ve used in my work (badges, progress indicators, social interactions, etc.) and i’ve used as part of my (old) social media activities. Remember FourSquare? However, the best way I’ve used it myself is at home, with my two boys aged 7 and 8. Whilst I’m sure there are some excellent ways to gamify the home for rewards for tidying up, being kind and compassionate, coming off screen-time quietly, etc. this one way I’m going to describe here has worked wonders … exercise. And by exercise I mean walking.

We’re not exactly an active family, in that we don’t play sport, but we are active in that we walk rather than drive if we can, we get the bikes out and go for cycle around our village, and we go for (longish) walks. While the ‘let’s get the bikes out’ is normally a good thing, in their eyes, we nearly always get a grumpy retort when we say something like ‘let’s go for a walk’. Even if we promise to stop off and get a snack on the way back, it’s not a very popular event.

Then we tried geocaching. Everything changed. In a nutshell, for us, geocaching is a means to make a country walk interesting, give the boys something to aim for and a small amount of competition between them on who finds the cache first.

“Geocaching is an outdoor recreational activity, in which participants use a GPS receiver or mobile device and other navigational techniques to hide and seek containers, called “geocaches” or “caches”, at specific locations marked by coordinates all over the world.” Wikipedia

We look for caches that are part of a series and follow the cache around using my phone and Geocache app. Each cache site can be used using the GPS and map within the app, and each cache has a clue to help identify exactly where it is when you reach the GZ (ground zero). Sometimes the cache is magnetic and small (I mean really small, so it can take a while to find) and sometimes it’s a box or container where you can leave ‘swaps’ for others to take. All caches are well hidden so they’re not interfered with or removed, and some are hidden so well we end up flagging them as DNF / ‘did not find’.

What has changed is that the kids don’t complain when we say we’re going out. Whereas a short walk of a mile or so would’ve been met with complaints and grumpy shoe-shuffling a few months ago, now we’re doing 4 and 5 mile walks and going from cache to cache, finding the GZ and then seeing which of us finds the cache first. Some are easier than others, some are a nightmare to find, especially if they’re hidden in the undergrowth and it’s the sort that stings.

Link this to another app I use called Map My Walk we can see how far we’ve walked … very important as these walks are also being used for the boys and their Beavers/Cubs hike badge! See, it’s all part of the larger plan. 

Gamifying our walks has worked, and the kids don’t even realise we’ve done it. We’re slowly covering the areas immediately around where we live, but we’ve also met family members further afield and done some cache’s with them. We also found a few when in Austria a couple of weeks back, and it was the kids who wanted to try. The motivation is now there, they love what we do as they want to beat their friends, who are also geocachers, or compete with family members on who can reach the next milestone number of cache’s found. 

Geocaching Map My walk

Image source: Trevor Manternach (CC BY-SA 2.0)

Learning or achievement?

Irrespective of the assessment criteria or type of assessment used at the end of a course, we champion the achievement and base ‘learning’ on the final grade. For right or wrong, this is the state of schools, colleges, universities and MOOCs .. a pass grade equals success, not necessarily a quality learning experience.

When a course or programme goes through review, either for changes or it’s new, the conversation will always turn to the assessment. Is the assessment indicative of the course and the course aims? is the assessment type appropriate to the delivery method? Is it a straight forward 100% exam or mix of coursework and exam? If coursework is included in the final grade can the documentation be deliberately vague to allow flexibility in how and what the coursework is (project, group, video, report, tests, etc.)?

All well and good. Well, not really good but you know what I mean. But which is more important … the learning and knowledge acquisition or the assessment grade? Most of us would say the former, the learning and being able to retain an apply the knowledge. But education requires a certificate that shows more than just attendance. It requires to show the standard to which the holder has worked and can work. Without a score or grade (80% or 2:1) there is no meaning to the achievement for an employer to gauge the ability of the certificate holder.

Is there an answer? Could the achievement be recreated and reassessed to accommodate more meaningful information pertaining to the individual and how they ‘work’ and ‘learn’, and what kind of person they are? This is usually a reference on an application, but wouldn’t it be good if this had more emphasis on an application than a grade? Making something that can’t be gamed would be the hard part, anyone can find someone to write a glowing report and review, just like you can find online examples of buying the academic paper or script. 


What comes first when planning your course? The learning, or the achievement?
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You could argue we’ve already got an achievement for learning that goes beyond the assessment with Open Badges. If so, why haven’t we seen them used more widely? What is holding us, or rather the employers, so tight to the grade result and not the achievement? A few years ago there was lots of talk about the scope and strength of Open Badges. Surely that hasn’t gone away. I hope it hasn’t gone away. 

Image source: The Old Adalie Plain (CC BY-NC-ND 2.0)

Books as Open Online Content #BOOC

In the past 10 years as a learning technologist or eLearning consultant, I’ve come across many new ideas, concepts, techniques, technologies, methods, cultures, etc. I’ve learned about open source software and open badges and open access journals, and open courses. Now I’ve just learned about open books, specifically BOOCs (Books as Open Online Content).

What is a BOOC?

“These innovative ‘living books’ feature articles of various types, in a non-linear thematic presentation that offers readers the option to select and sort subjects they wish to read. With long and short articles, blogs, videos, audio and Storifys, these ‘books’ grow over a period of time.” UCL Press.


Books as innovative 'living' books? Yes, really! Read more from @hopkinsdavid #learning
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How I see the BOOC is that it’s a free ebook, but not something for your Kindle or Kobo or eReader. This is a browser based resource that can be text, image, video or audio based (ideally a mix of all of them?) that can build and expand as the authors continue to research and write. The platform that UCL has built is really good, for the explanation of BOOCs, that enables the content to the flagged/tagged under one of four headings, each displayed graphically using different colours (as below). The content is capable of being in more than one ‘category’ so you can read this BOOC from the perspective of ‘libraries’, ‘publishing’, ‘bookselling’, or ‘academic’.

There are many instances where, when wanting to read and learn about something, the most up to date and highly respected book is still out of date. For example, any reference book or ‘how-to’ book is out of date as soon as the author has written it. Then you add the lead time, production and publication time to the equation, and the latest ‘best’ book on the subject could be as much as a year out of date. Anything I want to read about my own interests (learning technology, social media, etc.) falls into this category. To get around this I read mostly blogs and long articles I find and am pointed to by friends on Twitter. This does not mean I get the whole picture, just one view.

A BOOC (researched, references, and peer-reviewed) would help me here? Yes, it’ll still take time to write and review all the content, but it can be ‘released’ in chunks / sections as they become available, enabling the information to be read and used, the authors can get valuable feedback and keep previously released material up to date while progressing the rest. I’m sure it’d be a huge production to do something like this, but exciting none the less? 

I like this. I’m sure there are some WordPress themes that could also handle something similar, along with a clever developer, if not a dedicated website template.

“BOOC is not the answer to the question, ‘What will the academic book of the future be?’ – and it doesn’t claim to be. It is, however, the tangible result of a great deal of consultation, discussion, innovation, and perseverance. It represents some of the issues – contentious, complicated, deep-rooted, emerging, and provocative – that confront everyone who engages with academic publication.” Dr. Rayner.

What do you think? Is this a route you’d use for your own academic authoring and publishing? Would you read a ‘book’ like this, knowing it’s (a) not complete, but (b) kept up to date and features  feedback and changes in the subject / topics?

Image source: modified from Brian Smithson (CC BY 2.0)

Open Badges – die unterbeleuchtete Seite von Open Education

Wenn es um Open Education geht, stehen die Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources, OER) klar im Vordergrund. Open Badges oder “digitale Kompetenzabzeichen”, wie Ilona Buchem von der Beuth Hochschule für Technik in Berlin sie in diesem Video nennt, stehen noch etwas im Abseits. Potenzial, z.B. als digitale CVs oder ePortfolios, wird ihnen gerne bescheinigt. Was fehlt, ist Aufmerksamkeit und eine breitere Diskussion über ihren Sinn und Nutzen. Manchmal denke ich, dass eine solche Infrastruktur vor allem zukünftigen Programmen bzw. Algorithmen hilft, automatisiert Profile und Lebensläufe auszulesen. Aber das wäre vielleicht schon Teil der Diskussion …
OERinfo - Informationsstelle OER,  YouTube, 1. Mai 2017

Open Badges for Open Education

Open Badges, so Ilona Buchem (Beuth Hochschule für Technik Berlin), stehen in der Diskussion um Open Education häufig im Hintergrund. Die Aufmerksamkeit gehört vor allem offenen Lehr-/ Lernmaterialien (Open Educational Resources/ OER) und offenen Online-Kursen (Massive Open Online Courses/ MOOCs). Deshalb hat sie auf der Open Education Global Conference 2017, die gerade in Kapstadt stattgefunden hat, noch einmal für Open Badges geworben.

Ihr Foliensatz gibt einen guten und aktuellen Überblick. Er reicht von der Definition (”Open Badges = visual representations of a skill or achievement”) über ihre Funktionsweise (Metadaten, Infrastruktur, Typen, Taxonomie) bis zu konkreten Einsatzszenarien und Beispielen. Für Einsteiger und Fortgeschrittene.
Ilona Buchem, Mediendidaktik 2.0, 14. März 2017