In der Zukunft

Wenn ich von Unternehmen höre, die Online-Kurse auf dem Markt einkaufen wollen, um ihr digitales Bildungsangebot zu erweitern, dann fällt regelmäßig auch das Stichwort „ZEIT Akademie“. Also nutze ich die Gelegenheit, auf eine offenes Video der Akademie zu verlinken, das mit dem Hashtag #LebenslangesLernen versehen ist. Die zentralen Stichworte des kurzen Teasers (2:42 Min.) lauten mobiles, modularisiertes und personalisiertes Lernen (Ralph Müller-Eiselt) und Working Out Loud (Sabine Kluge). Etwas scollen …
ZEIT Akademie

The mindset of a lifelong learner

Das Schaubild, das diesen Artikel begleitet, beschreibt das lebenslange Lernen als einen Zyklus: „learn, do, unlearn — learn, do, rest — learn, do, unlearn — repeat.“. Und ich hatte gehofft, in diesem Artikel etwas mehr über das „unlearn“ zu erfahren, das ja häufiger in Vorträgen und Präsentationen zum Thema auftaucht. Was könnte das sein? Etwas vergessen, okay. Seine Meinung ändern, auch okay. Aber „unlearn“ als aktiver, gesteuerter Prozess? Das bleibt für mich ein Rätsel. Aber ich lasse mir gerne helfen! Der Artikel leistet es leider nicht. Und enthält auch ansonsten nur sehr oberflächliche Appelle.
Keith Keating, Chief Learning Officer, 26. Mai 2020

Bildquelle: Keith Keating/ Greg Cira Designs

Discover2Learn

Ich weiß noch nicht genau, wohin dieses Projekt gehört: Vermischtes? lebenslanges Lernen? Corona? Die Bildungsexpertinnen Jane Hart und Helen Blunden, die man zuletzt auch auf der LEARNTEC in Karlsruhe sehen konnte, haben jedenfalls eine Plattform mit Lernressourcen eröffnet. Sie kuratieren dort, also sammeln und verlinken bestehende Videos und Artikel aus dem Netz. Aktuelle Beispiele: „Join a virtual walking tour of London“, „Play chess online with your friends“, „Learn Ti Chi“. Hier ihr Aufruf:

„Use your self-isolation time to invest in your future. Reduce boredom and anxiety. Jane Hart and Helen Blunden will offer daily ideas of things you can do for FREE online Share yours here …“
Jane Hart und Helen Blunden, 26. März 2020

Manifest zur digitalen Transformation von Volkshochschulen

Die Volkshochschulen bleiben dran: Am 5. Dezember 2019 haben sie das vorliegende Manifest (5 S.) verabschiedet. In der Präambel wird noch einmal auf den (späten) Start in die Digitalisierung hingewiesen: „Mit der 2015 verabschiedeten Strategie „Erweiterte Lernwelten“ haben wir im Deutschen Volkshochschul-Verband damit begonnen, den digitalen Wandel als programmatische Herausforderung anzugehen.“

Das Manifest enthält „5 Annahmen zur Digitalen Transformation von Volkshochschule“:
– „Annahme 1: Digitalisierung macht es erforderlich und ermöglicht uns, unsere Konzepte und Produkte permanent weiter zu entwickeln und zu überprüfen. Dabei hilft uns eine vernetzte vhs-Community. …“
– „Annahme 2: Sozial gestaltete digitale Umgebungen helfen uns als Volkshochschule individuelle Lernbedürfnisse zu unterstützen. Dazu ist es notwendig, unsere (digitale) Präsenz merklich zu erhöhen. …“
– „Annahme 3: Volkshochschulen haben in einer digital vernetzten Welt die Aufgabe, Bürgerinnen und Bürger beim Erwerb digitaler Kompetenzen zu begleiten. Dazu benötigen wir eine digital kompetente Volkshochschule. …“
– „Annahme 4: Digitalisierung erfordert eine veränderte Unternehmenskultur und veränderte personellen Ressourcen. …“
– „Annahme 5: Digitalisierung erfordert veränderte technologische und finanzielle Rahmenbedingungen. …“

Die Annahmen werden kurz erläutert und schließen mit konkreten Vereinbarungen ab. Einmal im Jahr soll der Stand der Transformation geprüft und bewertet werden. Und kurze Artikel sollen noch etwas mehr Stoff zu den Annahmen und Vereinbarungen bieten. Der erste ist gerade erschienen („#1: Potentiale der vhs-Community“). Ich bin gespannt!
Deutscher Volkshochschul-Verband e.V., Dezember – Januar 2020

Lebenslanges Lernen fördern – gute Beispiele aus der Praxis

Das Herzstück dieses Berichts (54 S.) bilden 14 Praxisbeispiele. Sie beschreiben in Form kurzer, anschaulicher Steckbriefe, wie Mitgliedsunternehmen des Human-Resources-Kreises (hinter dem acatech und die Jacobs Foundation stehen) das Thema „Lebenslanges Lernen“ angehen. Denn: „Viele Unternehmen sind auf dem Weg, lebenslanges Lernen noch strategischer zu fördern.“ (S. 11)

Die vorgestellten Projekte bilden ein weites Spektrum ab: Einige zeichnen sich durch Breite, Umfang und Zugang ihrer Aktivitäten und Angebote aus. Andere setzen den Schwerpunkt auf den Erwerb digitaler Kompetenzen („digital skills“, „data analytics“, „data science“). Es geht mehrmals um neue Lernwelten, Lernökosysteme, Lernkulturen und Learner Journeys. Einige Unternehmen setzen auf die Kooperation mit starken Partnern wie LinkedIn Learning, Udacity oder Masterplan. Nicht ganz so häufig stehen konkrete Peer-to-Peer-Aktivitäten im Vordergrund. Hier liefern vor allem die Beispiele der Deutschen Telekom, der Otto Group und der Robert Bosch GmbH einige Stichworte („Lernhacks“, „Learnagility Toolbox“, „SOLF“). Zusammengefasst: Die Lektüre lohnt sich!

Die 14 Praxisbeispiele, das sei noch erwähnt, werden eingerahmt durch weitere Handreichungen und Lesehilfen („Lessons Learned“, „Perspektiven der Wissenschaft“, „Politische Handlungsoptionen“, „Ausblick“).

Apropos „Ausblick“: Es gibt sicher Entwicklungen, von denen wir in einer Neuauflage noch mehr lesen werden. Dazu gehören Künstliche Intelligenz (sie taucht jetzt nur im Beispiel der Lufthansa auf) und damit zusammenhängende Schwerpunkte (Personalisierung, Learning Analytics, adaptives Lernen). Von Seiten der Wissenschaft hätte ich mir noch Zuruf „Stärkung der Resilienz“ – als Baustein der digitalen Transformation und entsprechender Kompetenzmodelle – vorstellen können. Und generell fehlt noch die Stimme der Nutzer und Mitarbeitenden in solchen Szenarien: Wie erleben sie eigentlich, ganz persönlich, die strategischen Initiativen ihrer Unternehmen und Organisationen? Wie kommt das Thema lebenslanges Lernen bei ihnen an? Hier könnte ich mir – von einzelnen Erfahrungsberichten, über „nach außen gekehrte“ Lerntagebücher bis zum Messen der Lernkultur – Verschiedenes vorstellen.
Joh. Christian Jacobs, Henning Kagermann und Dieter Spath (Hrsg.), acatech DISKUSSION, München 2020 (20. Februar 2020)


               

#Learntec2020: New Learning, New Dimensions

Noch einmal LEARNTEC: Auch Sascha Reimann und Nicole Bußmann haben ihren Besuch in Karlsruhe und die Interviews und Gespräche, die sie dort geführt haben, in einigen Stichworten zusammengefasst: Dazu gehören natürlich Augmented/ Virtual Reality und Künstliche Intelligenz. Aber auch: Lernökosysteme, Smart Learning Environments, selbstorganisiert Lernende und Learning Professionals, auf die neue Anforderungen und Aufgaben zukommen.

Schließlich: „In ihrer 28. Wiederholung zeigte die Learntec ein umfassendes Bild der Möglichkeiten, Chancen und Aufgaben von (Weiter)Bildung im neuen Jahrzehnt. Die Kongressmesse geht dabei selbst mutig voran: Eine neue zusätzliche Halle soll im nächsten Jahr neben dem Schwerpunkt Corporate Learning den Bereich Lifelong Learning stärker thematisieren.“
Sascha Reimann und Nicole Bußmann, managerSeminare/ Blog, 10. Februar 2020  

Professionalität im Personalmanagement und die Farbe Blau

Ein paar „Neujahrs-Gedanken 2020 zur Lage des Personalmanagements“ offeriert uns Herwig Kummer. Es geht um Professionalität und Aufgaben und die Frage, wie sich HR in diesen Zeiten neu erfinden kann. Eine Antwort sind lernende Personaler, mit Podcasts, auf BarCamps, die wie auch immer mit gutem Beispiel vorangehen. Aber das ist nur die Kurzfassung. Mehr gibt es im Beitrag. Auch etwas Räsonieren über die Farbe Blau …
Herwig Kummer, personaleum, 10. Januar 2020

Bildquelle: 12019 (pixabay)

CDU und Weiterbildungsplattform Masterplan.com starten heute eine parteiinerne Pilotphase für nationales Mega-Projekt

Die Überschrift wird klarer, wenn man auch die zweite Schlagzeile liest: „Masterplan für MILLA“. MILLA, das war eine Schlagzeile aus dem November 2018, als Mitglieder der Unionsfraktion, allen voran Thomas Heilmann, eine Plattform für ein  „Modulares Interaktives Lebensbegleitendes Lernen für Alle“ ankündigten. Ich überspringe jetzt einige Zwischenschritte, unter anderem die Verkündung der Nationalen Weiterbildungsstrategie im Sommer, und komme zur heutigen Meldung:

„Die CDU hat gemeinsam mit Masterplan.com, der Plattform für lebenslanges Lernen, ein Programm für digitale Weiterbildung entwickelt. Der rund 8-stündige Kurs zur Digitalisierung startet heute in die Pilotphase und soll als Vorbild für das im Dezember auf dem Parteitag verabschiedete Konzept für das bundesweite Weiterbildungsangebot MILLA (Modulares Interaktives Lebensbegleitendes Lernen für Alle) dienen.“

Man hält also Kurs. Nach wie vor ist von „eine Art Netflix der Weiterbildung für sämtliche Bürger“ die Rede. Masterplan.com existiert erst seit 2017 und scheint mit diesem Projekt auf die Überholspur zu wechseln. An den acht Stunden Videolektionen ist viel Politprominenz beteiligt, vor allem aus dem Unionsumfeld. Das Vermarktungs- und Vernetzungskonzept wirkt stimmig.
Masterplan, Pressemitteilung, 5. November 2019

Bildquelle: Ankush Minda (Unsplash)

 

Working Out Loud? LernOS? Warum ich als Learning Expert das Original präferiere

Es gibt Working Out Loud (WOL), das von John Stepper entwickelte Programm, um jene Haltung einzuüben, die mit einem offenen und vernetzten Arbeiten einhergeht. Und es gibt lernOS, ein von Simon Dückert initiiertes „Betriebssystem für Lebenslanges Lernen und Lernende Organisationen“. Beide Programme bzw. Systeme haben miteinander zu tun, teilen die gleichen Ziele, bauen aufeinander auf. Zuerst gab es WOL, dann kam lernOS. WOL hat, gerade in Deutschland, eine große, wachsende Anhängerschaft und wird inzwischen auch in vielen Unternehmen und Organisationen eingesetzt. lernOS gewinnt gerade an Popularität und spricht vor allem die an, die Alternativen zu WOL suchen.

Sabine Kluge hat jetzt versucht, das „Nebeneinander“ dieser sehr ähnlichen Instrumente zu beschreiben. Und mit einer bzw. ihrer Wertung versehen. Simon Dückert hat daraufhin seine Sicht der Dinge geschildert.
Sabine Kluge, LinkedIn/ Pulse, 25. Oktober 2019

Bildquelle: Buecherwurm_65 (Needpix.com)

Zentrale Online- und Datenplattform für die berufliche Weiterbildung

Manchmal geht es ja wirklich Schlag auf Schlag: Was gestern noch im Ideen- und Ankündigungsmodus war, was im Juni nur einen kurzen Passus in der Nationalen Weiterbildungsstrategie ausmachte, soll als Prototyp bereits Ende Oktober 2019 vorgestellt werden! Das Ziel ist eine zentrale Online- und Daten-Plattform für die berufliche Weiterbildung, die die Suche nach passgenauen Angeboten erleichtert. Und die Kompetenzanalyse und -entwicklung soll „intelligent unterstützt werden“.

Dahinter stehen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Initiative Tech4Germany. Wer die Arbeit macht, wer das Konzept entworfen hat und was genau im Pflichtenheft steht, ist der kurzen Meldung leider nicht zu entnehmen.
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Meldungen, 13. August 2019

Bildquelle: BMAS/ BMBF