Working Out Loud? LernOS? Warum ich als Learning Expert das Original präferiere

Es gibt Working Out Loud (WOL), das von John Stepper entwickelte Programm, um jene Haltung einzuüben, die mit einem offenen und vernetzten Arbeiten einhergeht. Und es gibt lernOS, ein von Simon Dückert initiiertes „Betriebssystem für Lebenslanges Lernen und Lernende Organisationen“. Beide Programme bzw. Systeme haben miteinander zu tun, teilen die gleichen Ziele, bauen aufeinander auf. Zuerst gab es WOL, dann kam lernOS. WOL hat, gerade in Deutschland, eine große, wachsende Anhängerschaft und wird inzwischen auch in vielen Unternehmen und Organisationen eingesetzt. lernOS gewinnt gerade an Popularität und spricht vor allem die an, die Alternativen zu WOL suchen.

Sabine Kluge hat jetzt versucht, das „Nebeneinander“ dieser sehr ähnlichen Instrumente zu beschreiben. Und mit einer bzw. ihrer Wertung versehen. Simon Dückert hat daraufhin seine Sicht der Dinge geschildert.
Sabine Kluge, LinkedIn/ Pulse, 25. Oktober 2019

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New video: “What is Working Out Loud?“

John Stepper schreibt: „It’s less than four minutes long, and is part of four hours of video content in a WOL library I’m piloting with several companies. There are subtitles in German, with more languages coming soon.“ WOL als Haltung, die Grundprinzipien und die Circles als Startpunkte.
John Stepper, Working Out Loud, 19. Februar 2019

Bildquelle: www.workingoutloud.com

Working Out Loud: Zu viel Euphorie um einen Hype?

Der Artikel ist nüchterner als es der Titel vermuten lässt. Aus Sicht der Organisationssoziologie machen die Autoren darauf aufmerksam, dass WOL zwar die Vernetzung in Unternehmen adressieren und unterstützen kann, aber nicht die systematische Auseinandersetzung mit formellen und informellen Organisationsstrukturen ersetzt. Oder: WOL ist ein Beitrag neben anderen, um neue Formen bzw. eine neue Kultur der Zusammenarbeit zu erreichen. Ihre Thesen:

„These 1: WOL ermöglicht es den Akteuren, informal anders zu arbeiten – lässt die formalen Organisationsstrukturen aber unverändert. …“
„These 2: WOL fördert cross-funktionale Zusammenarbeit – aber es ist kein Gegenentwurf zur Arbeitsteilung. …“
„These 3: Die Hierarchie muss WOL absichern – aber sie darf WOL nicht als Feigenblatt für schlechtes Management benutzen. …“

Judith Muster und Jens Kapitzky, Haufe.de, 19. September 2018

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Lernziel Kollaboration. Vom Wissenssammler zum Wissensteiler – ein Gespräch mit Sabine Kluge

Ich weiß nicht genau, wie lange dieser Link funktioniert, denn er führt hinter die Bezahlschranke von changeX. Also: Sabine Kluge stellt in diesem Interview noch einmal sehr ausführlich Working Out Loud vor. Eine zentrale Botschaft: „Working Out Loud ist ein Lernprogramm, aber es ist auch eine Arbeitshaltung. … Das Ziel ist, durch das Lernprogramm Working Out Loud zu der Haltung Working Out Loud zu kommen.“ Interessant ist auch, dass Sabine Kluge WOL aus beiden Perspektiven betrachtet: Was habe ich als Mitarbeiter*in, aber was hat auch das Unternehmen davon, dass WOL praktiziert wird. Wer schon Erfahrungen mit WOL gesammelt hat, muss hier nicht stehenbleiben (obwohl die Gedanken im letzten Drittel des Artikels weit über die Methode hinausgehen). Allen anderen ist das Interview zu empfehlen.
Winfried Kretschmer, Interview mit Sabine Kluge, changeX, 7. September 2018

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7 companies in Germany

Ein Kommentar weist darauf hin, dass sogar acht Unternehmen an diesem Austausch in Stuttgart beteiligt waren: Audi, BMW, Bosch, Continental, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom and Siemens. Und natürlich John Stepper. Sie alle haben seit 2014 ihre Erfahrungen mit Working Out Loud gesammelt. Ich kann mich hier kurz fassen, denn es gibt ein ausführliches und bildreiches Storify-Protokoll (”Working Out Loud #WOL Company Practitioners MeetUp”).
John Stepper, Working Out Loud, 29. März 2017

A better approach to mentoring at work

“Working Out Loud” (WOL) wird gerne als ein Weg beschrieben, um die Zusammenarbeit im Unternehmen, um Offenheit, Transparenz und Austausch zu fördern und vielleicht, ganz nebenbei, dem Umgang mit Social Media und Social-Networking-Plattformen etwas Schwung zu geben. John Stepper baut hier aber noch eine weitere Brücke: Wäre WOL nicht eine passende Methode, um den bekannten Mentoring-Konzepten (von peer-to-peer bis reverse mentoring) etwas Form und Struktur zu geben?
John Stepper, Working Out Loud, 15. Februar 2017

Offenheit lernen: Working Out Loud @ DeutschePost/DHL

Wenn ich gefragt werde, wo und wie denn heute in Unternehmen Social Learning oder informelles Lernen unterstützt werden können, verweise ich gerne auf “Working Out Loud” (WOL). Der Artikel zeigt, dass die Methode auch in Deutschland erste Anhänger findet. Genannt werden z. B. die Deutsche Post DHL, die Bosch-Gruppe, Continental, Telekom und Siemens (na gut, die üblichen Verdächtigen …). Stichworte des Artikels sind die Digitalisierung, Enterprise Social Networks und ein damit verbundener kultureller Wandel. John Stepper darf zudem noch die typische Verbreitung der Methode in Organisationen skizzieren.
Sylvia Lipkowski, managerSeminare Blog, 1. Februar 2017

Informelles Lernen. Zwischen Bildungsmanagement und Selbstorganisation

digitale_bildungslandschafteb_201611.jpgMittwoch und Donnerstag findet ja in Saarbrücken der 10. Nationale IT-Gipfel statt. Digitale Weiterbildung ist dieses Jahr das zentrale Thema. Nun bin ich zwar nicht vor Ort, habe aber dennoch einen kleinen Beitrag zum Anlass leisten können. Denn der beiliegende Artikel ist Teil eines Bandes mit dem Titel „Digitale Bildungslandschaften”, der von August-Wilhelm Scheer und Christian Wachter herausgegeben und in Saarbrücken vorgestellt wird. Ich habe über informelles Lernen geschrieben und über verschiedene Optionen für Corporate Learning, auf diesem Feld aktiv zu werden. Stichworte sind die 70:20:10-Formel, Working Out Loud, Social Learning und Persönliches Wissensmanagement.

„Informelles Lernen ist ein Thema, das schon lange auf der bildungspolitischen Agenda steht. Denn Kompetenzentwicklung und Lernprozesse finden nicht nur in Seminaren und Workshops, sondern vor allem im Arbeitsalltag, aber auch in der Freizeit und aus eigenem Antrieb statt. Der folgende Beitrag will das Thema aus zwei Perspektiven beleuchten: Zum einen aus der Perspektive des Bildungsmanagements, das versucht, Arbeits- und Lernumgebungen so zu gestalten, dass informelles Lernen erfolgreich umgesetzt und gelebt werden kann. Zum anderen aus der Perspektive des Mitarbeiters, hier des Wissensarbeiters, der aus eigenem Interesse und Antrieb Lernmöglichkeiten sucht und aufnimmt, um seine Produktivität und auch sein Profil zu verbessern.”
Jochen Robes, in: August-Wilhelm Scheer und Christian Wachter (Hrsg.): Digitale Bildungslandschaften. Vorlage für den 10. Nationalen IT-Gipfel. Saarbrücken 2016 (pdf)

Working Out Loud: The making of a movement

Über “Working Out Loud” habe ich schon eine Weile nicht mehr berichtet. Dabei steht die Idee bei vielen Unternehmen, mit denen ich zu tun habe, auf der ToDo-Liste. Sie verbindet einfach auf charmante Art und Weise persönliche Zielsetzungen, das Netzwerken und eine neue Offenheit. In diesem TED Talk packt John Stepper, der WOL ins Rollen brachte, die Methode in kurze Geschichten und deutet mit “12 Wochen” und “Circles” an, wohin die Reise geht. Bosch, Continental und Telekom erscheinen im Hintergrund als Referenzen … Und Cogneon informiert gerade, dass John Stepper am 24. November in Nürnberg weilt.
John Stepper, TEDxNavesink, YouTube, 10. Mai 2016

Personal Learning Networks: It’s who you know

Das britische Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD) hat einige Statements, Beispiele, Stichworte (”seek - sense - share”, “working out loud”) und Argumente zusammengetragen, um seine Community von den Vorteilen persönlicher Netzwerke zu überzeugen. Vor allem mit Blick auf die Möglichkeiten, die die sozialen Netzwerke heute HR- und L&D-Professionals bieten. Aber der wichtigste Punkt steht am Ende des Artikels:

“The future for L&D, in part, could be in encouraging employees to build PLNs rather than being the direct facilitators of learning.”
Georgi Gyton, People Management, 24. August 2016