onlineVHS – darf das sein?

“Also, wenn unbestritten ist, dass Online-Weiterbildung eine Selbstverständlichkeit wird, darf die Volkshochschule reine Online-Formate auch anbieten?” Fragt Joachim Sucker und meint gleich: “Was für eine blöde Frage”. Denn es gibt schon Online-Angebote erster Volkshochschulen, und es werden zukünftig mehr werden. Was aber noch fehlt, ist eine gemeinsame VHS-Strategie, die sich mit der neuen, “raumübergreifenden” Bildungswirklichkeit auseinandersetzt. Dazu könnte ja auch gehören, dass man “vor Ort” Angebote entwickelt, die mit den Online-Ressourcen anderer arbeiten. Aber das ist meine spontane Ergänzung.
Joachim Sucker, allesauszucker, 8. Mai 2017

Digital Intelligence: Roboter als Assistenz-Professoren?

Ein Werkstattbericht, der eigentlich niemanden beunruhigen sollte, der in der Lehre tätig ist. Jürgen Handke von der Uni Marburg experimentiert mit zwei Robotern, die ihn bei einfachen Aufgaben in der Lehre unterstützen sollen und lässt sich dabei von einem Kamerateam über die Schulter schauen. Vieles läuft schief, aber es setzt Fantasien frei …

“Super gelaufen. Den Pepper werden wir jetzt richtig fit machen, der wird unser Assistent werden, meine Mitarbeiter werden den auch einsetzen.”
Fabian Mader, ARD-alpha/ Campus Magazin, 3. Mai 2017

Open Badges – die unterbeleuchtete Seite von Open Education

Wenn es um Open Education geht, stehen die Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources, OER) klar im Vordergrund. Open Badges oder “digitale Kompetenzabzeichen”, wie Ilona Buchem von der Beuth Hochschule für Technik in Berlin sie in diesem Video nennt, stehen noch etwas im Abseits. Potenzial, z.B. als digitale CVs oder ePortfolios, wird ihnen gerne bescheinigt. Was fehlt, ist Aufmerksamkeit und eine breitere Diskussion über ihren Sinn und Nutzen. Manchmal denke ich, dass eine solche Infrastruktur vor allem zukünftigen Programmen bzw. Algorithmen hilft, automatisiert Profile und Lebensläufe auszulesen. Aber das wäre vielleicht schon Teil der Diskussion …
OERinfo - Informationsstelle OER,  YouTube, 1. Mai 2017

the uncertain future of training

Training, so Harold Jarche, ist rückwärtsgewandt. Dinge, die sich bewährt haben, werden weitergegeben und geschult. Doch es sind häufig gerade diese Dinge (Prozesse, Regeln), die zuerst automatisiert werden. Mit Blick auf eine unsichere, offene Zukunft ist Lernen gefragt. Und Learning & Development-Experten, die nicht mehr Kurse organisieren, sondern das Lernen und den Austausch am Arbeitsplatz unterstützen.

“Training as knowledge delivery is dead. When this is needed, such as learning how to do a procedural task, it will be automated through simulation. …
If you are in the training field, now is the time to expand your mental models and build capabilities in social learning support. First, become an expert learner. Then you may be ready for an uncertain future.”

Harold Jarche argumentiert (wie immer) sehr plakativ, aber trifft einen wichtigen Punkt.
Harold Jarche, learning & working in perpetual beta, 8. Mai 2017 

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En passant die Trends aus der Weiterbildung entdecken

“Wie Sie Social Media nutzen können, um sich über Weiterbildungstrends auf dem Laufenden zu halten”, so leitet Lutz Goertz (mmb Institut) diese kurze Arbeitshilfe ein. Sie enthält einige Kriterien und konkrete, nützliche Tipps zum Einsatz von Twitter und Xing, versucht allerdings nicht, diese Anmerkungen mit etwas zu verknüpfen, was ich “Persönliches Wissensmanagement” nenne. Dazu würde gehören, das “auf dem Laufenden zu halten” in einen weiteren Zusammenhang von Wissensarbeit und Vernetzung zu stellen.
Lutz Goertz, wb-web/ Blog, 4. Mai 2017

Auftaktwoche (cl2025)

Am Montag startet unser Corporate Learning 2025 MOOC. Wir haben wieder acht Unternehmen - Merck, Continental, Ottobock, DNV GL Oil & Gas, Viessmann, Aareal Bank, Bosch und Audi - gewinnen können, jeweils eine Woche zu gestalten. Das heißt, ein Thema auszusuchen, Aufgaben und Aktivitäten zu gestalten und die Woche selbst auf den verschiedenen Netzwerken und Plattformen zu moderieren. Viele Abstimmungen laufen derzeit noch im Hintergrund. Bevor Merck dann am 15. Mai loslegt, soll es in der ersten Woche noch einmal um die Idee und die Ziele des MOOCs sowie um die Tools gehen, auf die wir setzen. Ach ja, und die Anmeldung ist selbstverständlich auch noch offen!

“Die Auftaktwoche dient dem effizienten Einstieg in den Corporate Learning 2025 MOOCathon. In zwei Livesessions wird der gesamte Ansatz nochmal vorgestellt und es wird auf Eure konkreten Fragen eingegangen. Außerdem startet eine öffentlich einsehbare Lerngruppe nach der Working-Out-Loud-Methode.”
Corporate Learning Community, 5. Mai 2017

The Future of Jobs and Jobs Training

Das amerikanische Pew Research Center hat vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um den Einfluss von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung auf die Zukunft der Arbeit eine große Zahl von Experten gefragt, ob sie sehen, dass neue Bildungs- und Lernprogramme hier Antworten liefern können. Die Meinungen und Kommentare der Experten haben sie in fünf Blöcken zusammengefasst. Hier die Blöcke, die im Dokument (92 S.) näher vorgestellt und mit Zitaten gefüllt werden:

“Theme 1: The training ecosystem will evolve, with a mix of innovation in all education formats
Theme 2: Learners must cultivate 21st‑century skills, capabilities and attributes
Theme 3: New credentialing systems will arise as self-directed learning expands
Theme 4: Training and learning systems will not meet 21st‑century needs by 2026
Theme 5: Jobs? What jobs? Technological forces will fundamentally change work and the economic landscape”

Lee Rainie und Janna Anderson, Pew Research Center, 3. Mai 2017

10 uses for Amazon Echo in corporates

Okay, ich hatte etwas mehr erwartet, als ich die Überschrift las. Und irgendwie auch “Training/ Learning” mitgelesen. Doch Donald Clark, glücklicher Besitzer eines neuen Familienmitglieds, konzentriert sich auf die Frage: “Could its frictionless, hands-free, natural language interface be of use in the office environment?” Und bleibt bei sehr administrativen Übungen stehen. Das ist sicher nur der Anfang.
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 4. Mai 2017

Learning in a High Performance Ecosystem

Es gibt immer wieder deutliche, manchmal auch strenge Hinweise darauf, dass Lernprozesse nur einen Weg beschreiben, um zu einer verbesserten Performance zu gelangen. Arun Pradhan gehört zu den Vertretern dieser Sichtweise und hat aus diesem erweiterten Blickwinkel heraus versucht, in einem Schaubild verschiedene Komponenten miteinander in Beziehung zu setzen. Um den Lernenden und seine Workflow Experience herum sind “resources”, “environment” und “people” gruppiert und weiter ausdifferenziert.

Mir gefällt das Schaubild sehr gut. Die Vorschläge und Kommentare anderer Experten zeigen aber auch, dass ihnen zwar selten etwas fehlt, dass viele Dinge aber auch anders genannt, Schwerpunkte anders gesetzt und Verbindungslinien anders gezeichnet werden können.

“In my opinion, our brave new world requires more complex learning which is less about ‘retaining knowledge’ and more about developing the mindset and mental models to apply complex ‘know how’, and be empowered by a broad ‘know who.’”
Arun Pradhan, LinkedIn/ Pulse, 3. Mai 2017