FDP will eine „European Digital University“

Wie lässt sich die Idee einer nationalen Weiterbildungs-Plattform („MILLA“) toppen? Vielleicht durch den Ruf nach einer „European Digital University“? Das Projekt, so lese ich, soll bei der Europäischen Kommission bereits auf dem Tisch liegen. Deutschland zögert. Die FDP drängt. Was die Plattform leisten soll, ist wohl noch unklar: Eine zentrale Anlaufstelle für Online-Lernangebote bieten? Einen grenzüberschreitenden Austausch von Studierendendaten ermöglichen? Nur die (naheliegenden) Stichworte „Big Data“ und „Künstliche Intelligenz“ fallen nicht. Noch nicht. Ich bin geneigt, die Nachricht unter „Vermischtes“ abzulegen.
Tilmann Warnecke, Der Tagesspiegel, 21. Mai 2019

Bildquelle: Tom Grimbert (@tomgrimbert, Unsplash)

Podcasts in der Hochschullehre

Es sind kurze Eindrücke und Links, die Markus Deimann, selbst langjähriger Podcaster („Feierabendbier Open Education”), hier mit uns teilt. Podcasts, so erfahren wir, können in der Lehre zum Beispiel zur Reflexion und zum Austausch mit anderen eingesetzt werden. Kurz: Podcasts als Bausteine offener Bildung. Interessant ist auch der Hinweis auf die Initiative des Hochschulforum Digitalisierung, studentische Podcasts im Rahmen der Reihe „Podcasting the Digital Turn“ zu fördern.
Markus Deimann, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 22. Mai 2019

Curation as an Educational Challenge

Ein empfehlenswerter, ausführlicher Artikel für alle, die sich für das Thema Content Curation interessieren! Und zwar für Content Curation als Haltung und als Teil dessen, was man Persönliches Wissensmanagement nennen kann (und weniger als die Frage nach automatisierten Curation-Plattformen und -Prozessen). Silvia Rosenthal Tolisano geht auf folgende Punkte ein:

„(1) being aware of curation (What is it? What are strategies? What is the urgency to bring curation into the classroom?)
(2) curating as an integral part of our own “NOW skills and literacies”?
(3) gaining skills and fluency in the use of current curation tools and platforms
(4) embedding curation skills in our current curriculum/subject area/ grade levels.“

Es beginnt mit grundsätzlichen Fragen und den persönlichen Erfahrungen, Strategien und Routinen der Autorin. Am Ende wird sie praktisch und verbindet Tools (Pinterest, Instagram, Twitter, Blogs, Wakelet, Diigo) mit konkreten Curation-Aufgaben und Beispielen. Viele Links.
Silvia Rosenthal Tolisano, Langwitches, 19. Mai 2019

Bildquelle: Silvia Rosenthal Tolisano/ Langwitches

How to turn video into deep learning

Wenn heute nach Trends im Online-Lernen gefragt wird, stehen Videos bzw. kurze Erklärfilme hoch im Kurs. Doch funktionieren Videos als Lernangebote auch? Donald Clark erinnert in seinem Beitrag vor allem an das Zusammenspiel von Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis:

„Quite simple, we engage in teaching, whether offline or online, to get things into long-term memory via working memory. You must take this learning theory into account when designing video content. When using video we tend to forget about working memory as a limitation and the absence of opportunity to move working memory experiences into long-term memory.  We also tend to shove in material that is more suited to other media, semantic content such as facts, figures and conceptual manipulations. So video is often too long, shows points too quickly and is packed with inappropriate content.“

Welche Konsequenzen bedeutet das für den Einsatz von Video? Donald Clark erklärt, dass es flankierende Maßnahmen braucht („The mistake is to see video as a learning medium in itself.“) und führt drei Punkte näher aus: „The first is repeated access to the video …“; „The second is to take notes …“; „The third, is far more effective and that is to engage in a form of deeper, effortful learning that involves retrieval and recall. …“ Hier kommt AI ins Spiel und eine hauseigene Lösung des Autors. Ein interessanter Beitrag, der sehr anschaulich Grundlagenwissen mit einem aktuellen Trend verbindet.
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 19. Mai 2019

Bildquelle: Hermes Rivera (Unsplash)

Allgemeine Einführung zu Microdegrees und Badges

Die Kommission „Digitalisierung“ der Hochschulrektorenkonferenz hatte sich heute das Schwerpunktthema „Qualitätssicherung von Micro-Degrees und Badges“ gesetzt. Ich bin gebeten worden, mit einem Impuls das Thema einzuleiten. Dafür bin ich in die Rolle des Chronisten geschlüpft und habe einige Schlaglichter aus der Diskussion zusammengetragen. Von Mozilla’s „Open Badge“-Projekt über Nanodegrees (Udacity) bis zum „Microcredential Framework“ des European MOOC Consortium.

Nach mir gab es noch weitere Impulse: Lisa Schleker berichtete über ein Micro-Degree-Projekt der Universität Bremen, Heribert Nacken über die MicroMaster-Kurse der RWTH Aachen auf edX und Julia Sonnberger (Hochschule Augsburg) über allgemeine Aspekte der Qualitätssicherung.

Die Nachrichten, die ich zusammengetragen habe, zeigen, dass derzeit viel Bewegung im Thema ist. Anbieter entwickeln und Hochschulen überlegen. Auf einige interessante Projekte werde ich in einem separaten Beitrag noch einmal eingehen.
Jochen Robes, SlideShare, 17. Mai 2019

Bildquelle: Joao Tzanno (Unsplash)

 

Principles of Modern Workplace Learning

Es sind zehn wichtige und gute Prinzipien, die Jane Hart hier festhält. Aber da sie im Kern um zwei oder drei Grundsätze kreisen, werde ich sie hier nicht auflisten. Die Grundsätze: Lernen ist nicht Training. Lernen ist die kontinuierliche Auseinandersetzung mit unserer Umwelt, die viele ganz  unterschiedliche Aktivitäten und Ereignisse umfassen kann. Und da Lernen ein sehr persönlicher, individueller Prozess ist, liegt er in unserer eigenen Verantwortung.  

Trotzdem bitte auch Jane Hart’s Prinzipien lesen!
Jane Hart, Modern Workplace Learning 2019, 17. Mai 2019

Bildquelle: Stephan Henning (Unsplash)

Interview mit Prof. Back von Learning Insights zur Lernkultur

Andrea Back von der Universität St. Gallen erläutert in diesem Gespräch, warum die 4 P’s – Projects, Peers, Passion, Play – aus ihrer Sicht die zentralen Gestaltungsprinzipien einer neuen Lernkultur darstellen (ich verlinke hier gleich einen Artikel von Mitchel Resnick („GIVE P’S A CHANCE: PROJECTS, PEERS, PASSION, PLAY“), auf den sie verweist). Diese Lernkultur soll sich auch im neuen HSG Learning Center widerspiegeln, das 2022 in Betrieb genommen werden soll. Ein weiteres Thema dieses Gesprächs.
Andrea Back im Gespräch mit Peter Littig, Newsblog Lehrstuhl Prof. Dr. Andrea Back, 16. Mai 2019

Bildquelle: HSG Stiftung

Aus New Work folgt New Learning? Drei Thesen zur Zukunft des organisationalen Lernens

Wer diesem Blog schon eine Weile folgt, ist auch den Thesen von Nicole Behringer an verschiedenen Stellen bereits begegnet. Aber sie stellt die Thesen hier nicht nur vor, sondern unterfüttert sie mit weiteren Links, die sie „Inspirationsperlen“ nennt. Sehr schön.

1) Wenn sich die Arbeits- und Organisationskultur ändert, muss sich die Lernkultur mit verändern. …
2) Eine inspirierende Lernkultur muss sich an den Bedürfnissen der Lernenden ausrichten. …
3) Lernen muss stärker in den natürlichen Arbeitskontext integriert werden. …

 

Nicole Behringer, wissensdialoge.de, 30. April 2019

Bildquelle: JESHOOTS-com (pixabay)

CLP068 Interview mit Gerrit Mauch zur Lern- und Entwicklungskultur bei MaibornWolff

Gerrit Mauch, Leiter des MaibornWolff Campus, steht in diesem Podcast Rede und Antwort. Es fallen viele interessante Stichworte, was Lernkultur und lebenslanges Lernen betrifft: vom Selbstverständnis des Campus („Das Ziel des Campus ist es, rauszukommen aus den Unterrichtsstrukturen“) über die Mitarbeitenden, die immer mehr Weiterbildung in die eigenen Hände nehmen, bis zur Selbstverständlichkeit, sich zu öffnen und in Netzwerken auszutauschen. Die Aussagen auf den Webseiten von MaibornWolff unterstreichen die Botschaften.
Karlheinz Pape, Gespräch mit Gerrit Mauch, Corporate Learning Community, 12. Mai 2019

„Open Educational Practices sind viel mehr als nur der Einsatz von Open Educational Resources“

Eine zentrale Botschaft dieses Interviews steht im Titel. Es geht darum, Open Educational Practices, also offene Bildungspraktiken, weiter zu denken und nicht ausschließlich und unmittelbar an den Einsatz von frei lizensierten Bildungsmaterialien zu knüpfen. Kerstin Mayrberger, Professorin für Lehren und Lernen an der Hochschule an der Universität Hamburg:

„Bei offenen und partizipativen Lehr- und Lernformen, und das bedeutet Open Education Practices letztendlich, geht es im Kern um Demokratiebildung. Lernende machen die Erfahrung, dass es nicht die eine richtige Antwort auf eine Frage gibt, sondern dass man sich gemeinsam über eine Lösung verständigen kann. Und dass es Fragen gibt, die zum kritischen Denken anregen und ein kreatives Problemlösen provozieren. Lehrende und Lernende begeben sich in eine Struktur, in der Inhalte und Lösungen gemeinsam erarbeitet werden.“
Schumann, Interview mit Kerstin Mayrberger, bildungsserver blog, 13. Mai 2019