Shift from learning to support in the learning technology stack

Der Artikel kommt mit einem weiteren Plädoyer für das daher, was im englischsprachigen Raum gerne „Performance Support“ genannt wird. Gerade in diesen bewegten Zeiten, so die AutorInnen, sind die kurzen, praxisorientierten Arbeitshilfen – von Checklisten, Online-Hilfen bis How-to-Videos – vielleicht sogar wichtiger als weitere, formale Trainingsangebote. Der Artikel spannt dann einen Bogen, skizziert die Vorteile von Performance Support, zählt Ansatzpunkte für eine Performance Support-Strategie auf und nimmt auch „employee-generated learning“ noch mit, also Arbeitshilfen, die von den Mitarbeitenden selbst entwickelt und geteilt werden.

Die AutorInnen packen Performance Support einleitend in einen allgemeineren Transformationsprozess von Learning & Development, den ich hier noch kurz festhalte (um ihn vielleicht später noch einmal aufzugreifen …):

The focus of L&D is today turbo-powered to shift from:
– Formal learning toward informal and workplace learning.
– Top-down approach toward a bottom-up approach.
– Learning approach toward performance support.
– Knowledge focus toward a skill focus.“
Videhi Bhamidi und Kasper Spiro, Chief Learning Officer, 15. Oktober 2021

Bildquelle: Thomas Bormans (Unsplash)

Expert Talk: Lernunterstützung aus 3 Perspektiven

Es braucht anderthalb Minuten, bis es losgeht, aber dann stellt Harald Eder vor, wie die DATEV in Zukunft noch passgenauer den individuellen Lernbedürfnissen ihrer Mitarbeitenden gerecht werden will. Lernunterstützung soll es auf drei Wegen geben: durch Corporate Learning Coaches (Fokus: „vernetztes Lernen“), Lerncoaches (Fokus: „Lernen zu lernen“) und Lernbegleiter (Fokus: „Fachliches Lernen“). Dafür wird gerade intern qualifiziert. Das Interesse, so Harald Eder, ist groß.
Personio, YouTube, 12. Oktober 2021

JRA111 – Wie kann ich Quatsch aus dem Internet pädagogisch nutzen?

… zuerst einmal, indem man auf die Seite „https://internetquatsch.de“ geht und sich dort umschaut. Dort findet man alles, was Nele Hirsch seit März 2021 kuratiert hat. Oder was ihr NutzerInnen der Seite zugerufen haben. Meistens gibt es zu den Fundstücken auch gleich ein paar Stichworte zum pädagogischen Einsatz. In dieser Podcast-Episode (5:04 Min.) steht Nele Hirsch kurz Rede und Antwort.
Jöran Muuß-Merholz, J&K – Jöran und Konsorten, 10. Oktober 2021

LifeComp: Kompetenzen für das Leben und Lernen in Zeiten des Wandels

Dörte Stahl hat sich in diesem lesenswerten Beitrag ausführlich mit dem Europäischen Rahmen für persönliche, soziale und lernbezogene Schlüsselkompetenzen (LifeComp) auseinandergesetzt. Zuerst stellt sie die Kompetenzbereiche des LifeComp, seine Struktur und seinen Aufbau vor. Dann wirft sie einen kritischen Blick auf das Rahmenwerk selbst.

Sie bemängelt zum einen seine „Ergebnisorientierung“, sieht einen „zu starken Fokus auf Entwicklung für und Anpassung an den Arbeitsmarkt und auf eine reibungslos funktionierende Gesellschaft“: „Wie jedoch Menschen aus einem derartig ergebnisorientierten Kompetenzerwerb heraus in der Lage sein sollen, Veränderungen zu hinterfragen, abzulehnen und von der Norm abweichende Lebensweisen und -Modelle zu entwickeln und vorzuziehen, ist mir schleierhaft.“ 

Zum anderen, das ist ihr zweiter Punkt, zielen Rahmenwerke wie der LifeComp in der Regel auf eine „individuelle Krisenbewältigung“, was sie kurz am Beispiel Resilienz ausführt. Man hofft, dass sich aus der Summe individueller Entscheidungen und Entwicklungen eine bessere Zukunft ergibt, was natürlich illusorisch ist, solange man die Grundlagen gesellschaftlichen Handelns nicht thematisiert.

Schließt fragt Dörte Stahl nach dem Nutzen des LifeComp für die Erwachsenenbildung und kommt zu einem positiven Fazit: Er ist ein wichtiges Instrument, um die Kompetenzorientierung in der Erwachsenenbildung (neu) zu beleben – wenn man sich den Veränderungsprozessen stellt, die mit seiner Umsetzung verbunden sind.
Dörte Stahl, EPALE – E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa, 11. Oktober 2021

Bildquelle: LifeComp: The European Framework for Personal, Social and Learning to Learn Key Competence

Wie hybrid sind wir, wie hybrid wollen wir sein?

Hybride Lehr- und Lernformate stehen im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe des fnma Magazins. Mir hat vor allem der einleitende Beitrag von Katja Ninnemann über die Veränderung des Lernraums Hochschule gefallen, weil er den Bogen über die unmittelbaren didaktisch-technischen Anforderungen hybrider Lehre hinaus spannt. Es geht, so die Stichworte, auch um 1) Anpassung der Raumausstattungen, 2) Transformation von Raumstrukturen und 3) Steuerung von Raumbedarfen. Aber auch die übrigen kurzen Beiträge sind lesenswert und bieten aus verschiedenen Perspektiven Einsatzszenarien und Erfahrungsberichte an.
fnma Magazin 03/2021, 8. Oktober 2021 (pdf)

Sendeschluss für Corporate Learning!

Die Überschrift ist raffiniert, denn es geht gar nicht um das Ende von Corporate Learning an sich, sondern um das Ende von Corporate Learning als „Sendeanstalt“. Dieses Plädoyer hat ein kleiner Kreis der Corporate Learning Community Österreich bei einem jüngsten Treffen formuliert und um einige Ideen und Gedanken verstärkt, die die Souveränität der einzelnen Lernenden in den Vordergrund rücken. Und dann ging es noch um die Rolle der Community für Learning Professionals selbst. Anfang 2022 will man die Stichworte zu einer Vision für Corporate Learning zusammenfügen: „Was braucht es, um Lernen bei Personen und Organisationen anzuregen und gut zu begleiten?“
Herwig Kummer, Personaleum, 19. September 2021

10. Podcast online: Von Nachhaltigkeit, Outcomeorientierung und Kompetenz

Gerade habe ich gelesen, dass der Podcast-Boom in Deutschland weiter anhält (Bitkom). Im Anschluss bin ich zufällig auf diese Folge des wb-web-Podcasts “potenziaLLL” gestoßen, in der sich Lars Kilian (wb-web) mit Rolf Arnold, Seniorprofessor am Fachgebiet Pädagogik der TU Kaiserslautern und Experte für Erwachsenen-, Aus- und Weiterbildung, unterhält. Den Einstieg in das Gespräch bildet die Frage nach der Nachhaltigkeit in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Aber dann geht es schnell um Kompetenzen und Kompetenzorientierung, um die Bedeutung des Wissens und die Rolle von Emotionen in der Kompetenzentwicklung. Hörenswert!
Christina Bliss, wb-web, 5. Juli 2021

Bildquelle: wb-web

Soft Skills Inventory: Einordnung eines Ansatzes in die Debatte über Life Skills

Hinter dem Titel steht eine sehr aktuelle Frage: Welche Kompetenzen sind es eigentlich, die in Zukunft – mit Blick auf Klimawandel, Automatisierung und Künstliche Intelligenz – wichtig sind? Nun gibt es heute eine Fülle von Aufstellungen und Modellen, die hierauf Antworten geben. Und das ist genau die Herausforderung: Denn auch, wenn sie sich in zentralen Aussagen oft ähneln, unterscheiden sie sich im Detail – je nach Kontext, Bezugsrahmen, Zielgruppe oder Zeithorizont der Studie.

Auf dieses Problem weist Heike Kölln-Prisner hin, wenn sie das “Soft Skills Inventory” einer portugiesischen Forschungsgruppe vorstellt und dann dem Konzept der “Life Skills” (LifeComp) der europäischen Kommission gegenüberstellt. In die Diskussion nimmt sie auch gleich noch die Fragen der TeilnehmerInnen einer BarCamp-Session mit (“Life Skills – Zukunft der Erwachsenenbildung?”, NA BIBB). Dabei geht es ihr nicht um die Frage, welches Konzept das “Richtige” ist, sondern ob die Diskussion über “Life Skills” überhaupt schon bei den in der Erwachsenenbildung Tätigen angekommen ist.

“Die entsprechenden Kompetenzrahmen für Erwachsenenbildner*innen selbst (z.B. der u.a. vom DIE entwickelte Kompetenzrahmen GRETA) sollten daraufhin geprüft werden, wieweit Wissen über diese Bezugsrahmen und die darin enthaltenen «wichtigen» Kompetenzen zum notwendigen Wissensbestand für in der EB Tätige gehören sollten und wie die Vermittlungskompetenz zu deren Förderung darin verankert ist.”
Heike Kölln-Prisner, Electronic Platform for Adult Learning in Europe (EPALE), 5. Oktober 2021

Bildquelle: LifeComp: The European Framework for Personal, Social and Learning to Learn Key Competence

Die CLC auf der L&Dpro am 30.9.2021 in München

Noch eine Messe-Reflexion. Auch die L&Dpro in München hatte eine Veranstaltung vor Ort gewagt, aber mit fehlenden Besuchern zu kämpfen. Die Corporate Learning Community wollte dort eigentlich ein Barcamp durchführen. Doch niemand kam. Also wurde mit Hybrid-Sessions experimentiert, die auch Online-Besucher einbanden. Und es gab eine kleine Ad-hoc-Umfrage (“An welchen Themen arbeiten Sie derzeit, die sich erst in den nächsten Jahren auswirken?”), deren Ergebnisse Karlheinz Pape vorstellt.
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community/ Blog, 6. Oktober 2021

Bildquelle: Karlheinz Pape (CC BY 4.0)

Von den digitalen Kompetenzen zur Digital Fluency – Gespräch mit Simone Lis zur Notwendigkeit und den Besonderheiten digitaler Gewandtheit

In diesem Gespräch kommen der technologische Optimismus und das Sendungsbewusstsein gut herüber, den das Silicon Valley gerne verbreitet. Inhaltlich geht es um das Konzept einer Digital Fluency, das mehr umfasst als nur „digital kompetent“ zu sein. Es ist ein Mindset, so Simone Lis, das auf „digital literacy“ aufsetzt und digitale Kompetenzen mit Fähigkeiten wie Kreativität, kritisches Denken und emotionale Intelligenz verbindet. Um sich mit diesem Konzept auseinanderzusetzen, gibt es verschiedene Angebote, zum Beispiel „Innovation Journeys”, Master Classes und eine Community.

„Menschen, die digital fluent sind, gehen dann noch einen Schritt weiter. Sie fangen an diese Technologien kreativ miteinander zu kombinieren, um einzigartige Lösungen für ihre Probleme zu finden.“
Peter M. Wald, Gespräch mit Simone Lis, Leipziger-HRM-Blog, 20. August 2021

Bildquelle: Marvin Meyer (Unsplash)