EdTech: Junge Unternehmen in den Startlöchern

In der mmb-Trendanalyse im Auftrag von wb-web taucht der Suchbegriff „EdTech“ an prominenter Stelle auf – mehr als 2.500 mal. Grund genug für Lutz Goertz, diesen Begriff einmal etwas ausführlicher zu erläutern:

„EdTech ist ein sogenanntes „Kofferwort“, bei dem zwei Begriffe zu einer Kurzform zusammengezogen werden, in diesem Fall „Educational“ und „Technology“. Im weiteren Sinn sind hier mit „EdTech“ also Bildungstechnologien gemeint. Im engeren Sinn versteht die E-Learning-Community darunter eine neue Teilbranche „EdTech-Unternehmen“, die mit innovativen digitalen Lernservices und -produkten neue Nischen im Bildungsmarkt besetzen.“

Der Artikel geht auch auf die Schwierigkeiten ein, eine EdTech-Szene in Deutschland zu etablieren. Die kritische Diskussion um EdTech, in der es vor allem um die Dominanz von Silicon Valley im Bildungsbereich geht, wird von Lutz Goertz allerdings nur ganz vorsichtig angedeutet. Links zu Autor*innen wie Audrey Watters (Hack Education) und Markus Deimann (Feierabendbier) fehlen.
Lutz Goertz, wb-web, 13. Juli 2018

Bildquelle: Tumisu (pixabay, CC0)

Working out loud, Agiles Lernen und Makerspaces

Das mmb-Institut hat für wb-web 124.242 Zeilen aus Social-Media-Beiträgen des zweiten Halbjahrs 2017 zu Weiterbildungsthemen untersucht, um „Trendbegriffe“ zu ermitteln. Was gefunden wurde:

Working out loud/ Learning out loud, Fehlerkultur, Agiles Lernen/ agile Bildungsinstitution/ Agility/ Agile Mind, Modern Workplace Learning, EdTech, Blockchain, Change/ Change Agent/ Change Management, Cloud, Makerspace, Open Hardware/ Open Source Hardware, Podcasts für die Weiterbildung. Hinweise zum methodischen Vorgehen enthält der Schlussbericht des mmb-Instituts.

Im vorliegenden Artikel gibt uns Lutz Goertz noch kurze Lesehilfen zu den einzelnen Begriffen mit. Sein Resümee: „Arbeiten und Lernen wachsen enger zusammen und sind einem ständigen Wandel unterworfen. Dabei greift die Bildungswelt auch internationale Trends und Workflows auf. Wichtig ist ferner das gemeinsame „Machen“, das Erarbeiten von Themen und Dingen mit einem bleibenden stofflichen Ergebnis.“
Lutz Goertz, wb-web, 13. Juli 2018

Blockchain for Education: Lifelong Learning Passport

In den letzten Wochen ist nicht nur viel über die Blockchain geschrieben worden. Es wurde auch viel über die Blockchain und ihren Nutzen für die Bildung geschrieben. Der vorliegende Artikel, der ein Projekt der Fraunhofer-Gesellschaft (Fraunhofer FIT) vorstellt, ist da ganz typisch. Am Beispiel der „Blockchain for Education platform“ des FIT wird erläutert, „how blockchain can be used for educational qualifications to provide a guarantee of authenticity for digital certificates“, „a practical solution for issuing, validating, and sharing of certificates“.

Wir sind hier also auf der administrativen Seite der Bildung und des lebenslangen Lernens. Die Herausforderung aus Sicht der Autor*innen: das Management von Zertifikaten, ob als Printouts oder in digitaler Form, ist aufwändig, fehlerbehaftet und schwer zu überprüfen. Hier soll die Blockchain helfen. Dafür haben die Fraunhofer-Experten die Anforderungen der Prozessbeteiligten in Anwendungsfälle übersetzt und als Grundlage für die Entwicklung des Prototyps der Blockchain for Education-Plattform herangezogen. Das ist sehr kompliziert und sehr technisch. Wenn ich dann noch überlege, dass der Umgang mit Zertifikaten, Zeugnissen und Abschlüssen sicher nicht das drängendste Problem unseres Bildungssystems ist, erlaube ich mir, das Stichwort „Blockchain“ weiterhin auf „Beobachten“ zu setzen.
Wolfgang Gräther, Sabine Kolvenbach, Rudolf Ruland, Julian Schütte, Christof Torres und Florian Wendland, in: dotmagazine, Juli 2018


Weitere Artikel, die jüngst zum Thema „Blockchain in Education“ erschienen sind:

– Donald Clark: Blockchain – got married on it but fell out of love with it…., Donald Clark Plan B, 21. Juni 2018
– Tony Bates: Woolf University: the Airbnb of higher education or a sheep in wolf’s clothing? online learning and distance education resources, 19. Juni 2018
– Charlotte Venema: Themen des Corporate Learning Camp’s 2018: Neue Lernwelten mit der Blockchain? Corporate Learning Community, 15. Juni 2018
– Andreas Wittke: Blockchain in Education und die Relevanz im eLearning, SlideShare, 14. Juni 2018
– David McArthur: Will Blockchains Revolutionize Education? EDUCAUSE Review, 21. Mai 2018
– Pamela Hogle: Buzzword Decoder: How Blockchain Affects eLearning, Learning Solutions Magazine, 7. Februar 2018

Bildquelle: Fraunhofer FIT

How Video is Used in Education: The State of Video In Education 2018

Okay, Video ist in der Bildung ja längst ein Selbstläufer. Und Kaltura, Anbieter einer Video-Plattform, ist alles andere als unbefangen, wenn es um Einsatz und Nutzen von Videos geht. Trotzdem sind die Argumente, Zahlen und Prognosen dieser Studie vielleicht für den einen oder anderen nützlich. In der Rubrik „Video Usage“ zum Beispiel erfahren wir, dass die häufigsten Einsatzszenarien „Video shown in the classroom“ (82%), „Supplementary course material“ (74%) und „Student assignments“ (69%) sind.

Bei der Frage nach innovativen Video-Formaten liegen „Closed caption“ (52%), „Mobile apps for watching video on the go“ (39%) und „Synchronized slides“ (35%) vorne. In der Rubrik „The Value and Future of Video“ setzen die Befragten vor allem auf „Interactive video“, „Self-paced curriculums“, „Predictive analytics“, „Auto-scoring“ und „VR/AR/360 video“.
Rebecca Rozakis, Kaltura/ Blog, 10. Juli 2018

Bildquelle: State of Video In Education 2018

Wandel in der Arbeitswelt: Lebenslang lernen – aber wie?

Der Artikel versucht, den Begriff des „lebenslangen Lernens“ mit vielen kurzen Erfahrungsberichten und O-Tönen mit Leben zu füllen. Zuerst wird der Rahmen gesetzt: Digitalisierung, Automatisierung, neue Technologien, neue Kompetenzen, neue Jobs. Dann gibt es den Blick hinter die Kulissen eines Beratungscenters für lebenslanges Lernen. Diese sind noch in der Pilotphase, gehören zur Arbeitsagentur und bieten Hilfe bei der Neuorientierung. Die weiteren Stichworte des Beitrags liefern unter anderem Vertreter*innen der Arbeitgeberverbände, der Gewerkschaften, das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), die Vodafone Stiftung, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE). Es geht um Orientierung, Lernkultur und Selbstverantwortung.
Christina Küfner, Deutschlandfunk Kultur, 5. Juni 2018

Bildquelle: geralt (pixabay, CC0)

Wandel in der Arbeitswelt: Lebenslang lernen – aber wie?

Der Artikel versucht, den Begriff des „lebenslangen Lernens“ mit vielen kurzen Erfahrungsberichten und O-Tönen mit Leben zu füllen. Zuerst wird der Rahmen gesetzt: Digitalisierung, Automatisierung, neue Technologien, neue Kompetenzen, neue Jobs. Dann gibt es den Blick hinter die Kulissen eines Beratungscenters für lebenslanges Lernen. Diese sind noch in der Pilotphase, gehören zur Arbeitsagentur und bieten Hilfe bei der Neuorientierung. Die weiteren Stichworte des Beitrags liefern unter anderem Vertreter*innen der Arbeitgeberverbände, der Gewerkschaften, das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), die Vodafone Stiftung, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE). Es geht um Orientierung, Lernkultur und Selbstverantwortung.
Christina Küfner, Deutschlandfunk Kultur, 5. Juni 2018

Bildquelle: geralt (pixabay, CC0)

Weiterbildung mit Udacity – So macht Audi seine Mitarbeiter zu Digital-Experten

Zur Vorbereitung auf den Corporate Learning Sprint („Blended Learning mit kuratierten Inhalten bei Audi“) wird auf diesen Beitrag verlinkt. Im Vorspann heißt es: „Für die großen Zukunftsthemen Künstliche Intelligenz und Big Data bildet Audi seine Mitarbeiter auch über die Online Akademie Udacity weiter. Warum das Unternehmen auf die Plattform setzt und wie Audi die Abbruchquote bei fast null hält, hat Blog-Autorin Olivia Faulbacher von zwei Absolventen erfahren.“

Um das Geheimnis um die Abbruchquote zu lüften: Es gibt Audi-interne Präsenzschulungen und Tutorien, die das offene Kursangebot ergänzen. Das motiviert die MitarbeiterInnen dranzubleiben.
Olivia Faulbacher, Audi Blog, 5. Juli 2018

Inverse Blended Learning in der Weiterbildung für Erwachenenbildner_innen – Eine MOOC-Fallstudie

Offene Lernangebote wie MOOCs haben mit hohen Absprungquoten zu kämpfen, also TeilnehmerInnen, die sich still und leise aus dem Kurs verabschieden. Können hier möglicherweise begleitende Präsenzangebote wie wöchentliche Treffen in Lerngruppen vor Ort helfen? Die AutorInnen berichten von einem MOOC, der diesen Weg gegangen ist. Das Konzept nennen sie „Inverse Blended Learning“, weil hier – im Gegensatz zum Blended Learning – das Online-Angebot den Ausgangspunkt bildet.

Der EBmooc („Erwachsenenbildungs-MOOC“) fand 2017 statt und basierte auf diesem Konzept des „Inverse Blended Learning“. Mit 48,2 Prozent (bei 3.64 registrierten NutzerInnen) konnte der Kurs eine sehr Zertifizierungsquote aufweisen, die deutlich über den bekannten Werten anderer MOOCs liegt. Also haben sich die OrganisatorInnen die Aktivitäten und Rückmeldungen der TeilnehmerInnen genauer angeschaut (Stichwort „Learning Analytics“). Sie vermuten, dass nicht zuletzt das zusätzliche Angebot, sich mit anderen TeilnehmerInnen zu treffen und auszutauschen, zum überraschend hohen Aktivitätslevel über den gesamten Kursverlauf beigetragen hat. Die Ergebnisse der Befragung der AnbieterInnen von Begleitangeboten unterstützen diese Vermutung.
Martin Ebner, Sandra Schön, Mohammad Khalil, Markus Ebner, Birgit Aschemann, Wilfried Frei, David Röthler, in: ZHBW -Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung, 2018/ 1 (via Academia.edu)

Bildquelle: https://erwachsenenbildung.at/ebmooc/

4 Ways to Create a Learning Culture on Your Team

Lernkultur, was ist das eigentlich? Die Autoren dieses Harvard Business Review-Artikels geben uns eine Lesehilfe an die Hand: „… a culture that supports an open mindset, an independent quest for knowledge, and shared learning directed toward the mission and goals of the organization“. Eine solche Lernkultur steht und fällt natürlich mit den Führungskräften, und an diese richten sich auch die vier Empfehlungen: „Reward continuous learning“, „Give meaningful and constructive feedback“, „Lead by example“ und „Hire curious people“. Einfach gesagt, schwer umgesetzt.
Tomas Chamorro-Premuzic und Josh Bersin, Harvard Business Review, 12. Juli 2018

Bildquelle: Val Vesa (Unsplash)

Wappnen für die digitale Revolution

Digitalisierung, agile Organisations- und Arbeitsprozesse bilden den Rahmen. Um ihn zu füllen, benötigen Mitarbeiter Kompetenzen zum selbstorganisierten Handeln, zur problemorientierten und selbstorganisierten Gestaltung ihrer Lernprozesse. Werner Sauter: „Agile Werte- und Kompetenzentwicklung im Arbeitsprozess und im Netz sind daher die Zentren beruflicher Bildung der Zukunft.“

Im Artikel werden die Eckpunkte „agiler Werte- und Kompetenzentwicklung“ beschrieben: agile Lernsysteme, Ermöglichungsdidaktik, Social Workplace Learning und die damit einhergehenden Veränderungen für Corporate Learning. Dabei handelt es sich um einen Buchauszug („Agile Werte- und Kompetenzentwicklung“), der sich auf eine komprimierte Skizze der Gesamtarchitektur konzentriert.
Werner Sauter, BlendedSolutions’s Blog, 17. Juni 2018

Bildquelle: Industrieanzeiger